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Adelina Schmidtlein
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Hello Cleveland - 36 KB
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Wasteland - 34 KB
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Carsten Häußer - 49 KB
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Klosterbauhof Ebersberg. Nie gehört? Ich auch nicht. Liegt im Osten Münchens und hinter dem Bauhof verbirgt sich eine schöne Anlage, mit gemütlichem (bayrischen) Wirtshaus, Weinstube, Musikschule und dem Veranstaltungslokal. Sieht schick aus, nette Gewölbedecke (was natürlich für den Sound nicht so toll ist, aber es geht durchaus in Ordnung), sehr zivile Preise, nette Leute. Was will man mehr.
Der Vorband HELLO CLEVELAND würde ich gerne ein paar Zeilen spendieren, denn eigentlich waren sie gut und sehr sympathisch. Aber die Musik der Jungs ist nun mal überhaupt nicht meine Baustelle. Für meine konservativen Ohren zu modern, zu wenig Hard Rock'n'Boogie, zu progressiv und so weiter.
Ich verspreche Euch, bei der nächsten Gelegenheit bring ich jemand mit, der von Musik, wie Ihr sie spielt, eine Ahnung hat.
Auf jeden Fall hat die Band ihren ersten Auftritt in dieser Besetzung sehr anständig abgerissen.
Ganz anders WASTELAND. Wer demnächst mal wieder 2 Stunden Rock & Roll pur haben will und etwas mobil ist, sollte regelmäßig unsere Veranstaltungstermine checken. Wasteland spielen regelmäßig irgendwo.
1998 haben die Münchner sogar eine Woche lang in Sturgis, USA, bei der Bikeweek gespielt. Dort nehmen Größen wie 38 Special ihre Livealben auf...
Man merkt der Band ihre Routine und Lockerheit an. Das starke neue Album "Five Guns West" (s.a. Review) gibt einen zusätzlichen Motivationsschub und so steigt die Band auf die Bühne, schnallt sich die Gitarren um und legt los, dass man meinen könnte, die Zeit ist stehen geblieben und Crossover, Grunge, Kid Rock oder die Söhne Mannheims würden erst in 15 Jahren erfunden.
Natürlich werden viele Nummern der aktuellen CD gespielt, aber auch viele alte Songs und einige Cover.
Highlights bei den Coverversionen sind Some Kind Of Wonderful, in einer Fassung, wie man es sich als Boogiefan nur wünschen kann, Nicole, der alte Southern Kracher, diverse Nummern von AC/DC, ein furioses Whiskey Man (warm anziehen Mr. Hlubek!) oder Gassenhauer wie Brown Sugar oder Johnny Be Good.
Ein ganz besonderes Schmankerl war Ain't No Fun (Waiting Round To Be A Millionaire). Erst zwei Tage vor dem Auftritt, auf Wunsch eines Fans, eingeübt und trotzdem phantastisch gelungen. Natürlich ist das nicht die technisch anspruchvollste Nummer aller Zeiten, aber man muss so was erst mal authentisch und stimmungsvoll rüberbringen. Ain't No Fun ist sozusagen ein Jam-Boogie. Lang, abgrundtief rockig, to the bone dirty. Sehr geil gemacht!
Überhaupt AC/DC. Speziell bei Basser FRANZ MEIER-DINI und Gitarrist JONNY SZONELL ist der Einfluss der größten Boogie Band aller Zeiten (also inclusive "Highway To Hell") nicht zu überhören. So ein Bass-Brett spielte zuletzt Cliff Williams und das Riffing von Jonny entspricht dem. Ihr wisst was ich meine? Nicht tumbes Geholze, sondern federnder Bluesrock & Boogie.
Dazu die feine Gitarre von CHRIS MOHR und die herrliche Drum-Power von RICK SHULTZ, und man hat nicht nur Rhythm, sondern auch Groove. Oft genug geht das in die Richtung von Foghat oder Molly Hatchet. Und das ist gut so.
Der Band ist mit der neuen Platte ("Five Guns West", hatte ich es schon erwähnt?) ein Quantensprung gelungen. Die Vorgänger waren beileibe nicht schlecht, können aber dieser Scheibe nicht das Wasser reichen. Hier stimmt alles. Sound, Power, Druck und vor allem die Songs. Live beweisen allerdings auch die älteren Songs, dass sie ordentlich Arsch treten. In der Mischung, Cover und eigene Knaller, sind Wasteland, zumindest in der Münchner Region, unerreicht.
Einen Großteil Schuld daran hat Sänger CARSTEN HÄUSSER. Der ist nämlich gradezu der perfekte Sänger für diese Musik. Nicht nur, dass er es vermeidet, andere Sänger zu kopieren, er verpasst den Songs einen klasse eigenen Gesangsstempel. Ohne zu schreien oder zu kreischen, singt (Betonung auf SINGEN) er - selbstverständlich nicht unbeeinflusst von diversen Vorbildern - verändert nichts an der Eigendynamik der Nummern, sondern gibt Altbekanntem einen neuen Drive und lässt die neuen/eigenen Lieder absolut eigenständig erscheinen. Manchmal direkt hymnenartig.
Natürlich kamen auch meine beiden Lieblinge, Bartime Shuffle und Rock'n'Roll Will Save The World, zum Zug. Das rauscht so richtig ab.
Hoffentlich kriegen die Veranstalter (Theatron München: Aufpassen!) das endlich mit. Mit Wasteland (und einem ganzen Haufen weiterer Bands, die wir im Home of Rock stehen haben) könntet Ihr das Publikum mal wieder so richtig glücklich machen. Das sind Leute, die Jeans anhaben, bei denen der Arsch nicht in den Kniekehlen hängt, und die das machen, was man als "Classic Rock" bezeichnen könnte. Ich weiß, der Ausdruck ist in unserer Redaktion nicht beliebt, drückt aber ziemlich genau aus, was ich meine. Musik, die man hört, um eine gute Zeit zu haben und Bands, die sich so richtig schaffen.
Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste) 04.11.2001
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