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Supp.: Uli Jon Roth

Köln, E-Werk, 20.03.2004

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Köln, E-Werk, 20.03.2004

Fast genau 30 Jahre ist es jetzt her, dass ich UFO zum ersten Mal gesehen habe. Damals war die erste LP mit Michael Schenker eingespielt ("Phenomenon")und die erste gemeinsame Single (Give her the gun) kam auf den Markt. Phänomenal, wie Schenker damals den Sound der Band umkrempelte und revolutionierte.
Bekanntlicherweise stieg er 1977 aus und 1993 wieder ein.

Die Studio-CDs der letzten Jahre ("Walk On Water", "Covenant", "Sharks") haben mich zwar nicht vom Hocker gerissen, aber Live war UFO phantastisch. Beweisstücke sind die 2CDs eines Wiener Konzertes von 1998 in der voriges Jahr mit Genehmigung der Band erschienenen 4-CD-Box "Live On Earth" von Zoom Club Records.
Das Kölner Konzert vom 19. November 2000 machte aber allen Zuschauern deutlich, dass die gemeinsamen Tage von UFO mit Schenker gezählt waren: Schlechter Sound, schlechte Laune, zuviel Alkohol, verkürzter Zugabenteil usw. Ein paar Tage später las man, dass die Band die Tour abgebrochen hätten.

Nun also mit Vinnie Moore an der Gitarre eine neue CD ("You Are Here") und eine Tournee. Hierbei unterstützen Jason Bonham an den Trommeln und der seit den 70er Jahren immer wieder gern gesehene Paul Raymond an der 2. Gitarre und Keyboards.
Das E-Werk in Köln fasst ca. 1.400 Leute, am Samstag war der Saal knapp 2/3 voll. Wie auf der neuen offiziellen UFO-Homepage zu lesen war, sollte die Setlist aus bekannten Krachern und Highlights, neuen Songs und "Überraschungen" bestehen, man war also gespannt.

Tja, was soll ich sagen: Ich war enttäuscht. Der Sound war gut, die Setlist der bekannten Songs nicht schlecht (bis auf Natural Thing und Out In The Street wurde die komplette DoLP "Strangers In The Night" gespielt), von den Musikern war offensichtlich keiner besoffen, die Fans gingen voll mit.
Wenn Paul Raymond die Keyboards bediente (insbesondere bei Love To Love, Lights Out und Doctor Doctor), flackerte so etwas wie "The-best-years"-Atmosphäre auf.
Ansonsten hatte Vinnie Moore die alten Schenker-Songs notdürftig einstudiert und spielte die (möglichst schnell) runter: Man hatte den Eindruck, als ekele es ihn davor. Auf den neu geschriebenen Songs dagegen sprühte er förmlich vor Spiellaune. Entweder er konnte oder wollte das alte Zeugs nicht engagiert spielen: Da ist mir ein besoffener Schenker mit seinen harten, coolen Riffs hundertmal lieber!

Der Anfang war schon merkwürdig: Zu Klängen von Muddy Waters' I'm A Man kamen sie auf die Bühne (hört hört, sie mögen den Blues!) und begannen mit einem "Covenant"-Song (Midnight Train).
Hier die komplette Setlist: Midnight Train - Mother Mary - When Daylight Goes To Town - Let It Roll - I'm A Loser - This Kids - The Wild One - Fireman (?) - Only You Can Rock Me - Baby Blue - Jelloman - Love To Love - Too Hot To Handle - Lights Out
Encore: Lights Out - Rock Bottom
Encore 2: Doctor Doctor.

Insgesamt 95 Minuten reine Spieldauer und leider muß ich sagen, dass das z.T. verkorkste 2000er-Konzert in Köln (siehe oben) insgesamt besser war als dieses jetzige.

Jürgen Preuß, (Artikelliste), 21.03.2004

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