Der Klick auf ein Bildchen zeigt es in voller Größe in einem neuen Browserfenster.
|
|
Transit
|
Berluc
|
|
|
| Dresden, Tante JU, 22.08.2009 |
 |
So ein Navi ist eine tolle Erfindung und Gewerbegebiete sind überschaubare Flächen, zumal im Osten. Das dachte ich bis gestern auch!
Aber irgendwie ist so ein Navi von seinem Programmierer abhängig, und dem der am Steuer sitzt. Die Struktur von Gewerbegebieten sind mancherorts wohl aus einer Willkürlaune heraus entstanden. Das Gewerbegebiet im Norden von Dresden kenne ich jetzt wie meine eigene Westentasche und die "Tante JU" hab ich dennoch entdeckt.
|
|
|
|
In Sachsens Landeshauptstadt war die geballte Ladung Küstenrocker angetreten, um den Sachsen von Sagen, Bernsteinhexen und Sternenfahrten zum Alpha Centauri zu singen.
TRANSIT hat seit dem Comeback auf der Biesdorfer Parkbühne ganz schön an Fahrt aufgenommen und den Mannen um Egon Linde stand gestern zu abendlicher Stunde die Spiellaune ins Gesicht geschrieben. Die typischen Lieder von alten Sagen und Märchen der See, von Jona bis zur Bernsteinhexe, vom Zelten oder der Fahrt an die Küste passten gut zum Ambiente der Tante JU. Die vier Musiker waren ganz offensichtlich wieder Back Again, so der beziehungsreiche Titel eines der neuen Lieder der Band.
Als wären all die Jahre nicht gewesen sang Egon seine ganz persönlichen Songs wie Raus aus meiner Haut, war seine typische Stimme zu hören, die den Sound der Band wieder prägt. Lautstark von einigen Fans gewünscht, war auch gestern wieder jenes Lied zu hören, das so etwas wie eine Blaupause für Linde & Co. geworden ist: Ein Mädchen wie du.
Natürlich erlebte auch die Tante JU das Brausen der Sturmflut und für einen Moment zog der Hauch von Jahrhunderten durch die Nacht, als TRANSIT ein Stück der Rock-Suite erklingen ließen, die sie einst Klaus Störtebeker widmeten.
Es ist ein Erlebnis, diese Band wieder live zu hören, auch wenn der Keyboarder Siggi Scholz krankheitsbedingt nicht anwesend sein konnte. Lutz Krüger am Schlagzeug und die beiden "tollen Hechte" am Bass bzw. an der Gitarre und den Keyboards sind noch einmal angetreten, die Zukunft aufzumischen und im Ostrockreigen mitzuspielen.
|
|
|
|
|
Wie mir Egon Linde im Pausengespräch erzählte, haben sie seit Biesdorf drei weitere neue Lieder aufgenommen, die in ein neues Projekt einfließen werden, das Lieder zu maritimen Themen auf einem Silberling vereinen wird. Unter dem Titel "De Mare" wird es den Weg der Band in die nahe Zukunft begleiten. Wenn man nach vorn will, ist es gut, sich nicht nur auf Vergangenes zu besinnen. Der Mut zu Neuem gehört sicher dazu und "De Mare" klingt sehr interessant und macht neugierig.
Spricht man von Urgesteinen deutschsprachiger Rockmusik, kommt man an Dietmar Ränker und BERLUC nicht vorbei. Der Mann geht seit Jahrzehnten ganz Gradaus seinen Weg und BERLUC, einst entstanden aus der Namenskombination Berlin und Luckenwalde, rockte auch gestern fast mit Hundertausend Urgewalten die Tante JU bis weit nach Mitternacht.
Es ist schon erstaunlich, wie agil die Herrschaften ihren schnörkellosen Heavy-Rock eigener Prägung präsentierten und wie mitreißend noch immer die Refrains von Die Erde lebt oder dem Überhit Hallo Erde, hier ist Alpha von den Anwesenden aufgenommen und mitgesungen wurden. Sympathisch vermieden die Küstenrocker aufgesetzte "Botschaften" und ließen es stattdessen bei No Bomb und Glaube an dich richtig krachen und keine Pose, die zu dieser Musik gehört, wurde ausgelassen. Tino am Bass suchte ständig den Kontakt zu den Fans und imitierte auch gern mal KISS während Bert seine flotten Finger auch gleich mal am Bühnenboden liegend über die Gitarrensaiten fliegen ließ. Hendrix und Blackmore ließen grüßen.
|
|
|
|
|
So ganz nebenbei stellte ich fest, dass die Herren sich noch den typischen Musikantenhumor bewahrt haben, der einst vielen auf unseren Bühnen eigen war. Lang, lang ist's her! Statt einer Set-List benutzten Ränker & Co. ein "Konzertprogramm des Tanzorchsters BERLUC". Ich konnte mir ein Grinsen und das Erinnern an manch durchrockte Nacht nicht verkneifen.
|
|
|
|
|
Gestern Abend habe ich mir wieder einmal meinen wöchentlichen Adrenalinvorrat abgeholt, die Akkus aufgeladen und bei TANTE JU auch mal das Gefühl von LIFT UP gespürt. Sehr viel mehr muss Rock'n'Roll nicht können und manchmal will man (oder frau) auch nicht sehr viel mehr als pure Energie, Freude und den Geruch von Schweiß. Von allem war genug zu haben. Ein Dank den "Rockern von der Küste" und den Machern im Hintergrund.
|
Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

|