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Konzertbericht:

The Steve Schuffert Band

Mülheim, Star Club, 05.04.2003

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Jörg Litges

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Steve Schuffert Band
The Steve Schuffert Band - 42 KB
Pete Tomarakos
Pete Tomarakos - 22 KB
Matt Carmichael
Matt Carmichael - 25 KB
Steve Schuffert
Steve Schuffert - 34 KB
Steve Schuffert
Steve Schuffert - 45 KB
Mülheim, Star Club, 05.04.2003The Steve Schuffert Band zum Hören und Kaufen

The Steve Schuffert Band

Nachdem letztes Jahr ein grippaler Infekt mein erstes Konzert der Steve Schuffert Band verhindert hatte, war es diesmal endlich soweit.
Seine drei bislang veröffentlichten Studioalben und die aktuelle Doppel-CD "Unplugged / Live In Duisburg" hatten schon mächtig Appetit gemacht.
Mittags hatte ich mich noch mit meinem Kollegen Ralf Frank, der letztes Jahr dem Gig in Mülheim beiwohnte, zum Fußball getroffen, für den Abend hatten wir uns dann für Arbeitsteilung entschieden: Er zu EZIO nach Unna, ich mit einem unserer Hoffotografen Jörg Litges zu Schuffert.
Als wir um acht Uhr eintrafen, war erst mal keine Gästeliste vorhanden, die allerdings dann eine Dreiviertelstunde später mit Eintreffen der Musiker präsentiert wurde.
(Ja und? Ihr Freibiergesichter ihr schaurigen... Die Red.)

Um 21.30 Uhr ging es endlich los. Zu meiner Überraschung war der Saal ziemlich gut gefüllt. Das unermüdliche Spielen der Jungs und die qualitativ gute Arbeit scheint allmählich zu fruchten. Ich schätze so knapp über 200 Zuschauer.
Eröffnet wurde mit dem knackigen Boogiestück You're Not Worth With It, der Auftakt zu einer nachfolgenden Gitarrenorgie aller erster Güte. Steve Schuffert, dessen Frisur mich an die eines zerschossenen Sofakissens erinnerte, zupfte Down To The Bone und ließ mit The Devil's Door den ersten Texasblues folgen. Es ging mächtig die Post ab.
The Steve Schuffert Band Den ersten Bluesstandard gab es mit Nothing Wrong With You. Das rhythmische Love Me Too verursachte kollektives Schuhsohlenwippen im Publikum.

Dann der Höhepunkt des Abends: Walk On Down The Road; eines meiner Top-3-Stücke der Truppe. Staubtrocken, glasklar und knochenhart bei toller Melodie, einfach geile Rockmusik.
Steve nutzte diese klasse Leistung zurecht, ihre aktuelle Scheibe ein wenig anzupreisen, und um auf die Erwerbsmöglichkeit nach dem Konzert hinzuweisen.

Put Up And Shut Up war der erste brandneue Song, der mit den im zweiten Teil nachfolgenden, schon viel Vorfreude auf die kommende CD bescherte.
Über Free Born Son Of The Blues, den akustischen One More Time und The Wind Cries Mary ging mit dem rockigen All I Need Tonight ein gigantisch starker erster Set zu Ende. Es war 22.15 Uhr.
(Und Du musst da noch nicht ins Bett?)

Nach einer Viertelstunde Pause knüpfte das Trio nahtlos an die vorher gezeigte Leistung an.
Nach Back Up Man und Ain't No Saint folgte das Beatles-Cover Back In The U.S.S.R und Geburtstagskind Pete Tomarakos übernahm den Gesangspart.
Nicht schlecht, Herr Specht!

Was danach als ruhiger Blues zum Durchatmen zu beginnen schien (war es ein Medley aus Hold Somebody, Pearls To The Swine und Baby Left The Other Way?) [wir wissen es nicht, Du warst doch dort?], schnitt einem mit knallharten Gitarrenriffs die Luft sofort wieder ab. Tosender Applaus und folgendes Handshake mit den Leute in unmittelbarer Bühnennähe waren die verdiente Belohnung für diesen Hochgenuss.

The Steve Schuffert Band

Nach einem weiteren neuen Song übernahm Drummer Mat Carmichael beim Doors-Klasssiker Roadhouse Blues das Kommando: Lead Vocals und Drumsolo.
Eigentlich bin ich kein Freund von diesen Trommeleinlagen, aber als der gute Mat mit den bloßen Händen auf sein Arbeitsgerät eindrosch, war man doch sichtlich beeindruckt.

Zu diesem Zeitpunkt wurde der Lautstärkepegel und der des anschließenden Restprogramms leider unverhältnismäßig in die Höhe geschraubt. So kam es mir jedenfalls vor. Steve hatte ab da auch teilweise Probleme gegen sein eigenes Gitarrenspiel anzusingen.
Beim starken neuen Stück Love, Sex And Freedom riss zudem noch eine Saite, was das tolle Solo am Ende allerdings nicht spürbar beeinträchtigte.
Man überbrückte mit zwei eher langweiligen Akustiknummern, die dann aber mit einem weiteren neuen Kracher, When The Master Becomes A Slave schnell übertüncht wurden.

Die alte Kamelle Crossroads (mit Basseinlage von Pete) hätte man sich sparen können. Besänftigt wurde man dafür wieder mit einem weiteren Highlight, Freight Train Love; ein Klasseabschluss für Set zwei um 23.45 Uhr.
Stürmische Zugaberufe folgten, und die Band ließ sich nicht lange bitten.
Erneutes Bass-Solo, das rockige und tierisch laute Hot Love, sowie eine Unplugged-Version von Here Comes The Sun, inklusive Abbrennen von Wunderkerzen und Geburtstagständchen des Publikums für Pete Tomarakos beendeten eine starke Show.

Wermutstorpfen: Einige meiner persönlichen Favoriten wie One Way Home, Lonely Angel, I Was A Fool oder Let It Rock wurden leider nicht gebracht und die bereits erwähnte, zum Teil übertriebene, Lautstärke im letzten Viertel.
Nach dem Konzert gab es in der Kneipe die übliche Hektik. CD-Käufe, eifriges Signieren und der gesuchte Smalltalk mit den Jungs. Kollege Jörg Litges hat mal wieder viele schöne Bilder gemacht.

The Steve Schuffert Band

Bedenklich ein wenig der Zustand von Steve Schuffert, dem man während des Konzertes eigentlich nicht allzu viel anmerken konnte. Ich will zwar nicht den Oberlehrer spielen, möchte aber dennoch den gut gemeinten Ratschlag loswerden: Wenn er weiter auf diesem Niveau ,schufften' möchte, sollte er den Rückfall in alte Zeiten, was gewisse Dinge betrifft, tunlichst vermeiden, sonst sind die Tage bis zum großen gesundheitlichen Knall nur noch eine Frage der Zeit.
Auch wenn der kurzfristige, große Erfolg sich noch nicht eingestellt hat, denke ich, wird es den Lohn für harte Arbeit sicher irgendwann geben. Die zunehmenden Zuschauerzahlen sind doch schon ein erstes, sehr positives, Signal. Also Kopf hoch!
Gefragt sind hier auch seine betreuende Company und in erster Linie seine Kumpels Mat und Pete. Viele Rockfans und ich möchten die Steve Schuffert Band jedenfalls noch lange Zeit genießen können...

Daniel Daus, (Impressum, Artikelliste), 06.04.2003

Bilder: Jörg Litges, (Artikelliste), 05.04.2003

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