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Konzertbericht:
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Für WALTARI sind die Auftritte als Support von SUBWAY TO SALLY eine praktische Sache. Zum einen spielt man sich für die direkt anschließende eigene Headliner-Tour mit REMEMBER TWILIGHT schon mal warm, zum anderen kann man sich dem SUBWAY TO SALLY-Publikum empfehlen und so neue Anhänger dazu gewinnen.
WALTARI ziehen alle Register ihres Könnens und bieten feinsten Crossover, der selbst vor der Kombination wüstes Death-Metal-Riffing mit Rap nicht zurück schreckt. Am Ende der energiegeladenen Show ist sogar meine Holde, die bislang wann immer WALTARI unsere vier Wände beschallte die Nase rümpfte, von der Klasse der Band überzeugt und stellt sie auf eine Stufe mit den von ihr sehr geschätzten FAITH NO MORE. Wenn das mal kein Kompliment für Kärtsy, Sami, Mika, Jariot und Gastkeyboarder Janne ist. Ein guter Auftritt einer sympathischen Band, der Lust auf weitere Konzerte macht, zumal ich wirklich gerne auch noch Live this! und No limits gehört hätte.
Das Knochenschiff geht auf große Fahrt und pflügt sich kraftvoll vorbei an der Rose im Wasser und weiteren Klassikern aus dem mittlerweile sehr umfangreichen Fundus der Band. Bumm-Bumm-Bumm-Bumm... Bumm-Zwo-Drei-Vier... Die Band marschiert 2000 Meilen unter dem Meer und bereitwillig folgt das Publikum mit zum Himmel erhobenen Fäusten. Showmäßig haben SUBWAY TO SALLY erfreulicherweise im Vergleich zur "Herzblut"-Tour wieder aufgerüstet. Die in mehrere Ebenen strukturierte Bühne ist mittlerweile Standard, allerdings auch die einzige Möglichkeit sieben Künstler halbwegs sortiert auf einer Clubbühne zu verteilen. Im Hintergrund der in einem kaltmetallischen Design gehaltenen Bühne thront überdimensional das "Engelskrieger"-Logo vor einem rot-weiß gehaltenen Backdrop.
Auch wenn SUBWAY TO SALLY auf dieser kurzen Tournee, bevor es eine längere Auszeit zur Vorbereitung auf das nächste Studioalbum gibt, "Engelskrieger" nicht mehr wirklich promoten müssten, stehen die aktuellen Stücke im Zentrum der Show. Dennoch bieten die einhundertdreißig Minuten Spielzeit natürlich genug Raum für eine ausführliche Würdigung des bisherigen Schaffens, bei der kein Album, nicht einmal das aus heutiger Sicht obskure Debüt mit seinem traditionellen Irish Folk-Sound außen vorbleibt. Dabei bleibt die eine oder andere Überraschung, positiv wie negativ, nicht aus.
Eine engagierte, spielfreudige Band, bestehend aus starken Einzelkönnern, eine durchaus ansprechende, wenngleich sicher verbesserungsfähige Songauswahl, eine aufwändige Bühneninszenierung... eigentlich sollte ich es dem überwiegenden Teil des begeisterten Publikums gleich tun und mehr als zufrieden nach Hause gehen.
SUBWAY TO SALLY sind immer noch eine der faszinierendsten Live-Bands und es darf daran gezweifelt werden, ob diese Band überhaupt jemals in der Lage ist, eine wirklich schlechte Show abzuliefern. Gemessen aber an den eigenen, hohen Maßstäben, aufgetürmt durch viele herausragende Konzerte in den vergangenen Jahren, konnte dieser Abend aber einfach nicht die Magie versprühen, die SUBWAY TO SALLY sonst auszeichnet. Wer die Band auf der "Hochzeitsreise" oder der "Bannkreis"-Tour erleben durfte, wird verstehen, was ich meine. Vielleicht ist aber auch alles ganz anders. "Engelskrieger" brauchte einige Extra-Hördurchgänge bis ich mich mit der ungewohnt rohen Härte und neuen Brachialromantik angefreundet hatte. Vielleicht benötige ich einfach auch noch ein weiteres Konzert um wieder so Gefallen wie früher an den jetzigen Livedarbietungen der Band zu finden. Besonderer Dank an: Doro von Vielklang und Tom von Extratours. Martin Schneider, (Impressum, Artikelliste), 27.04.2004
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