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Supp.: The Cranberries &
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Oberhausen, O.Vision-Zukunftspark, 13.06.2003

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Rolling Stones - Licks World Tour 2003
Oberhausen, O.Vision-Zukunftspark, 13.06.2003

Das Fieber hatte mich doch noch gepackt.
Auf dem Schwarzmarkt habe ich für 45 Euro (Normalpreis 90 Euro) eine Tribünenkarte erstanden und dann bin ich unter praller Sonne und bei angenehmen Temperaturen auf das Gelände marschiert.

Die Punkband (THE CRANBERRIES), bei deren Sängerin sich ständig die Stimme überschlägt, habe ich zum Glück nur zur Hälfte mitgekriegt.
Dann kamen AC/DC. Der neue Sänger [na ja, neu, wo waren wir denn die letzten 22 Jahre? Red.] hat tatsächlich, trotz der Schreierei, durchgehalten und Angus spielt die größte Gibson SG der Welt (oder ist der so klein?). Ein Mitschüler von mir war um 1980 bei AC/DC und hatte damals von einer riesigen Glocke und von zwei Kanonen erzählt. Das alles war auch gestern vorhanden und selbst die Setlist und die Schuluniform könnten die selbe gewesen sein. Keine neuen Songs also, aber The Jack, TNT, Highway To Hell, For Those About To Rock, Hells Bells, Whole Lotta Rosie usw. haben richtig Spaß gemacht.

Gegen 21.50 schlichen dann, unter klarem Himmel und Vollmond, die Stones auf die Bühne. Die Mischung aus guten und aus bekannten Stücken war sehr gelungen, die Bühnenaufbauten waren gigantisch und der Sound war unglaublich durchsichtig (nicht dieses Open Air Gequäke). Beim dritten Stück (Start Me Up) wurden riesige Leinwände über die Bühne gefahren, auf denen mal die vier Stones, mal die ganze Band zu sehen waren.
Einmal war eine Kamera an Ronnies Strat-Kopfplatte befestigt, die dann bei Solos die Bilder lieferte.

Mr. Jagger war so fit, als hätte er mit Rocky Balboa gegen Rinderhälften geboxt. Er legte während des Gigs mehrere Kilometer zurück. Seine Posen waren so arrogant wie immer, die Ansagen zum Teil auf Deutsch und peinlich (Ihr sait ein goiles publikom), aber sein Charisma und seine Stimme reißen einfach alles raus. Keef bewegt sich wie in Zeitlupe, bringt aber genau die Riffs, die man hören möchte und Charlie... was soll ich sagen? Er ist für mich nach wie vor der beste Rock'n'Roll Trommler auf diesem Planeten. Er spielt keinen Schlag zuviel (niemals Hi-Hat und Snare gleichzeitig) und hält den ganzen Haufen zusammen.

In der Mitte des Gigs verließen die Stones die Hauptbühne und liefen über eine ca. 80 Meter lange Gangway auf eine kleine Bühne mitten im Publikum. Dort spielten sie bluesige Clubversionen von It's Only Rock'n'Roll, Like A Rolling Stone und Midnight Rambler in kleiner Besetzung (Charlie; Keef; Ronnie; Mick - Voc.,Harp; Darryl Jones - Bass; Chuck Leavell - Organ).

Weitere Highlights waren: Eine lange Version von Sympathy For The Devil mit rot ausgeleuchteter Stage und viel echtem Feuer und Flammen; das Sax Solo von Bobby Keys bei Brown Sugar; die Session mit Angus und Malcom Young bei Rock Me Baby; Songs wie Bitch und Tumbling Dice mal wieder zu hören.
Das Publikum war nicht so laut wie bei den Beatles in der Hollywood-Bowl (liegt wohl am Alter), aber rundum begeistert.

Um 24 Uhr ging die Show mit einem Feuerwerk zu Ende. Die 45 Euro waren gut investiert.

Olaf Behrends (Craving Hands), (Artikelliste), 16.06.2003

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