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Fotos: Adelina Schmidtlein
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Cormac Neeson - The Answer
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Michael Waters - The Answer
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John O'Daniel - Point Blank
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Rusty Burns - Point Blank
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Phillip Petty - Point Blank
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Devon Allman
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Mark Oyarzabal - Devon Allman's Honeytribe
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Hayseed Dixie
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Barley Scotch & Deacon Dale Reno - Hayseed Dixie
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Jake "Bakesnake" Byers & Deacon Dale Reno - Hayseed Dixie
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Reverend Don Wayne Reno - Hayseed Dixie
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Golden Earring
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Barry Hay - Golden Earring
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Rinus Gerritsen & Barry Hay - Golden Earring
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Barry Hay & Cesar Zuiderwijk - Golden Earring
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George Kooymans - Golden Earring
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Gov't Mule
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Warren Haynes
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Danny Lewis - Gov't Mule
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Setlist Gov't Mule
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| Köln, Palladium, 10.06.2007 |
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Wie viele Jahre hat man auf ein solches Konzert unter der Schirmherrschaft des Rockpalast gewartet? Richtig, es sind 11. Seinerzeit spielten auf der wunderschönen Loreley u.a. LYNYRD SKYNYRD und MOLLY HATCHET.
Tja, der Zahn der Zeit hat längst auch den Rockpalast angeknabbert und heute stehen nur noch Ruinen wo einstmals Peter Rüchel sein Schlösschen baute und sehnlichst auf eine Zusage vom Boss wartete. Umso freudig erregter reist die verbliebene Fanschar im schwülen Juni 2007 von überallher nach Köln an und erinnert in ihrer Gläubigkeit an den Rock & Roll nicht ganz zufällig an die mit orangenen Tüchern verkleideten Besucher des am gleichen Wochenende stattfindenden Kirchentags. Die Religion und der Dresscode sind zwar unterschiedlich, aber der Eifer ist ähnlich. Im Ergebnis ist das Sprach- und Dialektgewirr bei den langhaarigen Rock-Aposteln babylonisch, der unbedingte Wille zum perfekten Vergnügen allerdings völkerverbindender als jede Bergpredigt. Was soll man auch tun, wenn zur "Rockpalast Classic Rocknacht" THE ANSWER, POINT BLANK, Devon Allman's HONEYTRIBE, HAYSEED DIXIE, GOLDEN EARRING und GOV'T MULE angekündigt werden.
Es sind letztendlich vielleicht 1.500 noch transportfähige Fans, die im Musterbetrieb Palladium der Dinge harren und sich die Zeit mit Fachsimpeleien und Geschichten aus der Rock-Steinzeit vertreiben. Das ist nicht ganz viel, andererseits mehr als bei anderen Events, und vor allem eine Zustandsbeschreibung dieser Art von Musik im Jahr 2007. So ist es, da kann man nichts machen, wir sind ein lebender Anachronismus. Man darf sich nur nicht vorstellen, wie viele Besucher ohne die Mule-Community übrig geblieben wären. Halleluja.
Noch ein Wort zum Palladium. Für den leidgeprüften Konzertgänger sind solche Hallen eine Wohltat. Freundlicher und schneller Service, moderate Preise, angenehme Klimatisierung, Sauberkeit allerorten und die Security stinkt nicht nach Alkohol. Schön ist das, wenn man ausnahmsweise nicht vor ansteckenden Krankheiten Angst haben muss.
Und noch ein Wörtchen, diesmal zur Rockpalast-Organisation. Profis mit Erfahrung, keine Frage. Besser kann man bei 6 Bands einen Zeitplan nicht einhalten. Warum aber bei den beiden ersten Bands der Sound so schlecht war bleibt unbekannt.

17 Uhr, Stagetime für die freundlichen Iren THE ANSWER. Momentan sind zwei ähnlich junge Bands von der Insel unterwegs, GLYDER und eben THE ANSWER. Die ersten huldigen bekanntlich dem Erbe von THIN LIZZY, THE ANSWER sind breiter aufgestellt. Sie verneigen sich ganz grundsätzlich vor allen Iren und sämtlichen restlichen Classic-Rockern vorwiegend des U.K.
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Worauf sind die Burschen um den kleinen Shouter Cormac Neeson wohl die Antwort? Oder anders: Hat irgendjemand die Frage gestellt? Muss eine Band unbedingt so klingen wie die Reinkarnation von LED ZEPPELIN, Gallagher, BAD COMPANY, early Coverdale und und und plus AEROSMITH? Ja, sie muss!
Neeson ist eine Augenweide, gibt dem Mikro mehr Plant als die Musikerpolizei eigentlich erlaubt, schüttelt sich und seine Matte, macht das Volk einfach an und den einen und anderen sicher nass. Außerdem können nur Iren einen Satz wie "raise your hands in the air" so aussprechen, dass es irgendwie wie "öäihrrr" klingt. Köstlich.
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Paul Mahon ist der kongeniale Gitarrist dazu, leider einen Zacken zu leise, was angesichts der ohrenbetäubenden Gesamtabmischung beinahe absurd erscheint, und rifft, soliert und slidet sich durchs Gitarrenschwingermuseum. THUNDERs Luke Morley fällt einem als Vergleich immer wieder ein.
Manche sagen zu solcher Musik Retromucke, man kann es aber auch simpel zeitlosen Hardrock nennen.
Der Schwachpunkt ist der Mann am Schlagzeug. Unüberhörbare Timingschwierigkeiten, ein ganzer Satz vermasselter Einsätze, fürchterlicher Donnerhall, speziell die bluesigen Songs viel zu schnell gespielt. Bevor man ihm nun zum nächsten Geburtstag ein Metronom und eine Handbremse schenkt, sollte man sich die verfügbaren Studio- und vor allem Liveaufnahmen anhören, denn da ist alles in Ordnung. Man ist geneigt, die Schuld einem miserablen oder nicht vorhandenen Monitorsound zuzuschreiben, andernfalls dürfte seine Verweildauer in der Gruppe nur noch kurz sein.
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Die sieben Songs dieses Auftritts sind zu wenig für die endgültige Befriedigung, spätestens wenn Neeson wie Steve Marriott kreischt, will man mehr. Unbedingt vormerken, diese Band hat ganz große Klasse und Be What You Want ist ein Hit. Keep Believin' mit seinen zugespielten Synthie-Sounds ebenso, ein magischer Bastard aus ZEPPELIN und THE WHO.
Cormac Neeson - Vocals
Paul Mahon - Guitar
Michael Waters - Bass
James Heatley - Drums
Setlist: Come Follow Me, Never Too Late, Keep Believin', Under The Sky, Preachin', Into The Gutter, Be What You Want
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Peng!
Das, geneigte Leserin, werter Leser, war ein zerschossener Jugendtraum. POINT BLANK waren zum ersten Mal überhaupt in Europa und wohl, so gemein es klingt, zu Recht auch zum letzten Mal. Zwei Aussagen von anwesenden Fachleuten: "Why the hell does he sing?" und "Der alte Mann am Schlagzeug ist doch froh, dass er seinen Hut noch halten kann."
Nein, so stellt man sich ein seit mehr als 25 Jahren ersehntes Konzert nicht vor.
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Aus der Originalbesetzung sind immerhin noch drei Mitglieder dabei. Sänger John O'Daniel, Bassist Phillip Petty und Chef Rusty Burns. Nicht schlecht für eine Band, die ihre beiden wichtigen Alben 1976 und 1977 ablieferte. Und was das für Meisterwerke waren. Nicht umsonst waren P.B. die besten ZZ TOP mit zwei Gitarren.
Heute ist als wichtigster "Neuzugang" Buddy Whittington zu vermelden, den man seit zig Jahren von John Mayall's BLUESBREAKERS kennt. Dem macht es bei POINT BLANK sichtlich Spaß, immerhin kann er ziemlich ungehemmt loslegen, was beim "Despoten" Mayall bekanntlich eher nicht funktioniert. Dummerweise ist Buddy allerdings keiner, der für Double-Lead-Soli bekannt ist und das wäre beim Katalog der Southern-Blues'n'Boogie Heroen POINT BLANK unerlässlich. Ergo spielt er zwar äußerst ansehnlich dahin, aber auch seinen eigentlichen Duell-Partner Rusty Burns desöfteren einfach über den Haufen. Der steht derweil mit leerem Blick und zitterndem Bart da und denkt wohl über bessere Zeiten nach. Nur ein paar Mal funktionieren die zweistimmigen Soli wie sie sollten, dann geht man als Southernrocker auch sofort steil und hat Wasser in den Augen.
Hat man allerdings auch angesichts des armen Schlagzeugers Danny Cochran. Der spielt Killer wie Bad Bees, Moving oder Nicole völlig unbeirrt und stoisch in einem bedächtig shuffelnden Chicago-Blues-Style und genießt ansonsten die Beschaulichkeit des lauen Abends. Auf der kürzlich veröffentlichten Live-CD "Reloaded" war noch der Veteran Buzzy Gruen dabei - vielleicht wollte er sich die Reisestrapazen nicht antun.
Vollends zur Kukident-Party wird die Chose durch John O'Daniel. Ansatzweise und mit viel Phantasie klingt er tatsächlich noch giftig und gefährlich, aber allerspätestens bei der unsäglichen Ballade Stars & Scars entgleiten ihm die Stimmbändern so endgültig, dass man Mitleid haben muss.
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Menschenskinder, so eine Setlist und dann so eine Enttäuschung. Dass überdies auch noch ständig der von vorne gesehen rechte P.A.-Turm Aussetzer produziert, macht die Veranstaltung vollends traurig. So einen Abschied haben die großen großen POINT BLANK nicht verdient. Das Publikum hätte ebenfalls etwas anderes verdient. Wie wär's denn mit einer noch lebenden Band gewesen, zum Beispiel eine aus Deutschland? Eine mit einer Twin-Guitar-Fabrik und einem Rhythm-Kraftwerk und einem Töne treffenden Sänger. Ein positiver Beitrag zur CO2-Bilanz obendrein.
John O'Daniel - Vocals
Rusty Burns - Guitar, Vocals
Buddy Whittington - Guitar, Vocals
Phillip Petty - Bass
Larry Telford - Keyboards
Danny Cochran - Drums
Setlist: Back In The Alley, Moving, Nasty Notions, Bad Bees, Uncle Ned, Stars & Scars, Nicole, Romance Classified, Lonestar Fool, Waxahachie Traveler, Mean To Your Queenie, Down To The Bottom, Free Man
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Optisch gefühlte 87 Jahre jünger geht es mit Devon Allman und seinen HONEYTRIBE weiter. Akustisch drängen sich andere Vergleiche auf. Am meisten der mit Gary Moore. Und das ist kein Kompliment.
Machen anfangs die Zirkuskunststückchen von Bassist George Potsos noch Spaß, langweilt das Showgetue in Überlautstärke bald. Genau wie die leicht arrogante Art Allmans und die manierierte Sonnenbrille des Organisten.
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Noch ein Fachkommentar: "Mancher hat es halt, der [Devon Allman] hat es nicht." So isses. Der junge Herr ist ein veritabler Gitarrist, kann anständig singen und sieht blendend aus. Charisma und ausreichend gute Songs fehlen ihm. Am meisten fällt der Mangel beim abschließenden One Way Out auf, darauf sollte Devon tunlichst verzichten, sonst wird er immer mit seinem Dad verglichen werden - und verlieren. Andererseits sind die meisten Zuschauer zu diesem Zeitpunkt schon so gelangweilt, dass die Freude über bekannte Klänge größer als die Meckerei ist.
Die letztjährige Skepsis ob der CD "Torch" war begründet. Klinik-Jam und Antiseptikum-Blues machen noch keinen brauchbaren Allman. Wie wär's denn mit einer noch lebenden Band gewesen, zum Beispiel eine aus Deutschland.
Und wer war der Gitarrist bei dem kurzen Jam am Schluss?
Devon Allman - Vocals, Guitar
George Potsos - Bass, Backing Vocals
Jack Kirkner - Organ
Mark Oyarzabal - Drums, Backing Vocals
Setlist: Mahalo, Checkin' On My Baby, Torch, Nothing To Be Sad About, Wild Horses, Why You Wanna Bring Me Down, When I Call Home, Heaven Has No Mercy, One Way Out
Stunden der Überlegung waren es, dann endlich - bei einem Gespräch über Reinhard Mey - kommt die Erleuchtung: "Die Waltons"!
Drei John-Boys und ein Zebulon Walton live in Cologne. Zebulon, das alte Schlacht(en)schwein, rast wie von Sinnen von links nach rechts und rechts nach links und droht dem Publikum mit der teuflisch gereckten Mandoline, die drei John-Boys grinsen dazu bedrohlich und fuchteln mit Banjo, Fiddle, Gitarre und Bass aufgeregt durch die frische Luft der Blue Ridge Mountains. Durch den Qualm des Palladium.
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30 Minuten haben HAYSEED DIXIE bekommen und keine mehr. Der WDR ist eben eine Anstalt des öffentlichen Rechts, da reagiert man nicht so besonders flexibel auf Publikumswünsche. Und auch wenn dieses Publikum erstmals richtig ausflippt und wild nach einem Shootout verlangt, der Sendeleiter will nicht. Dabei könnte das Wort zum Montag und der Wetterbericht ruhig noch 10 Minuten warten, davon abgesehen wird in der kastrierten Aufzeichnung sowieso nur ein Teil dieser Show - wohlgemerkt: Show! - zu sehen sein.
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Dirty Deeds Done Dirty Cheap ist natürlich immer der optimale Opener eines Konzerts. Allerdings in Hillbilly-Bluegrass-Hypergeschwindigkeit eher untypisch. Was für ein Spaß, was für ein Technik-Highlight. Banjogewitter und Mandolinenstürme, Guitarpickingtornados und Abstehende-Ohren-Gesang ergeben bei HAYSEED DIXIE einen Hardrockthunderstorm im Bluegrassmäntelchen. Prog-Bluegrass sozusagen. Fat Bottom Girls, War Pigs, You Shook Me All Night Long, Walk This Way, Ace Of Spades, egal, der Lach- und Staunfaktor ist ganz weit oben. Schließlich, bei I'm Keeping Your Poop, geht es gar nicht mehr und Dutzende seriöse Menschen in seriösen GOV'T MULE-Shirts brüllen sich einen Ast. Albernheit rules, hochklassiges Können aber auch. Die Waltons sind so gut, dass selbst die Wächter des schnellsten Gitarrensolos aller Zeiten verzückt mit dem kleinen Finger wippen.
Diese Knaller haben sich einmal mehr in die Herzen vieler neuer Fans gespielt. Gut so. Und Waden haben diese Männer...
Barley Scotch - Vocals, Guitar, Fiddle
Jake "Bakesnake" Byers - Bass, Backing Vocals
Reverend Don Wayne Reno - Banjo, Backing Vocals
Deacon Dale Reno - Mandolin, Guitar, Backing Vocals
Setlist: Dirty Deeds Done Dirty Cheap, Kirby Hill, You Shook Me All Night Long, War Pigs, Walk This Way, Ace Of Spades, Fat Bottom Girls, I'm Keeping Your Poop, Duelling Banjos
GOLDEN EARRING müssen sich in keine Herzen mehr spielen. Die Holländer müssen im Grunde gar nichts mehr, aber sie wollen. Und sie können. Dafür jeden Respekt und alle Hochachtung.
Dass sie in ihrer unendlich langen Karriere (länger als die der STONES und beinahe von Beginn an in gleicher Besetzung) unzählige Hits in Holland hatten, dass sie ein paar weltweite All-Time-Klassiker auf dem Kerbholz haben, dass sie mit Radar Love einen der genialsten Songs überhaupt geschrieben haben. alles keine Frage. Dass sie aber auch maximal langweilen können darf man heute kaum mehr laut sagen, schließlich sprechen wir über Legenden. Und dass der Sound am 10. Juni 2007 einmal mehr wie aus der Blechbüchse der Achtziger klingt vermutlich auch nicht. Tut er aber und das macht GOLDEN EARRING angreifbar und zur Geschmackssache.
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Der Reihe nach. Barry Hay ist ein Wunder der Natur. So dreist fit kann einer mit 59 eigentlich gar nicht sein, direkt unverschämt so was. Rinus Gerritsen und George Kooymans stehen kaum nach und Cesar Zuiderwijk hätte vielleicht ein paar Stunden vorher auch bei POINT BLANK am Schlagzeug sitzen sollen. Rock & Roll im Alter ist wirklich kein Tabuthema mehr.
Dazu kommt eine Herzlichkeit und Publikumsnähe die man sich von manch anderer Band auch wünschen würde (es sei gesagt, dass Devon Allman nach dem Konzert mitsamt Band ebenfalls ausnehmend freundlich durchs Publikum lief und Pluspunkte sammelte). GOLDEN EARRING haben sich ihren Status nicht umsonst erarbeitet, man darf sie wirklich mögen. When The Lady Smiles ist nun mal groß, Twilight Zone eine der besten 80ies-Rockdisco-Tanznummern, Radar Love sowieso erhaben, Long Blond Animal geil. Bloß mit dem Rest darf man bei Bedarf hadern - und Buddy Joe und (natürlich) Eight Miles High fehlen im aktuellen Set.
Applaus für eine Altherrenband ohne alte Herren.
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Barry Hay - Vocals, Guitar, Flute
George Kooymans - Guitar, Backing Vocals
Rinus Gerritsen - Bass
Cesar Zuiderwijk - Drums, Percussion
Setlist: Skyscraper Hell Of A Town, When The Lady Smiles, Twilight Zone, Long Blond Animal, Going To The Run, She Flies On Strange Wings, Gambler's Blues, Radar Love, Back Home, Holy Holy Life

Mal angenommen, GOV'T MULE bestünden nicht aus Warren Haynes, Andy Hess, Danny Lewis und Matt Abts, sondern aus Bill Schmidt, Karl Huber, John Mayer und Hugo Egon Müller. Was würde wohl angesichts einer solchen Setlist passieren? Die Halle wäre nach 60 Minuten leer gespielt, das Publikum entschlafen, der Vorhang längst gefallen, nur ganz vorne am Bühnenrand würden sich noch ein paar Traumtänzer im Klang imaginärer Töne winden. Bei den wirklichen GOV'T MULE wird ähnliches nie passieren, diese Band wird für alle Zeiten ihr Publikum hörig machen. Wie viele Frontmänner dürfen es sich erlauben, wie angenagelt auf der Stelle zu stehen und weder Show noch blöde Sprüche zu machen? Warren Haynes und weiland Rory und zwei, drei andere. Sowas nennt man Faszination.
Beinahe hat man den Eindruck, Haynes hat angesichts dieses Fernsehauftritts noch extra ein paar Kanten und völlig unkommerzielle Ecken eingebaut, quasi um dem Mainstreampublikum da draußen zu sagen: "Schaut her, SO funktioniert Rockmusik, nicht mit euren lächerlichen Instant-Acts!" Ja, auch so funktioniert Rockmusik, die Voraussetzung ist allerdings eine solche Band. Man muss es Kunst nennen, was GOV'T MULE produzieren. Große Kunst. Haynes ist ein Genie, die Band ein kongenialer Zusammenschluss unfassbar perfekt funktionierender Könner. Herausgegriffen sei an dieser Stelle nur Matt Abts, der so beängstigend präzise trommelt, dass die vier vorangegangenen Kollegen wie Grundschüler aussehen. Natürlich, den Begriff "Groove" hat er durch "Schärfe" ersetzt, aber wer schon einmal den Klang eines Erdbebens gehört hat, wird wissen, dass darin ein ganz besonderer Groove enthalten ist. Womöglich ein tödlicher.
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Bekanntlich ist bei GOV'T MULE kein Konzert wie irgendein anderes, immer wird die Setlist geändert, immer sind irgendwelche Überraschungen zu bestaunen, diesmal könnte man als Ketzer sagen, dass erst mit Bad Little Doggie, weit nach Halbzeit, richtige Songs zu Gehör kommen. Ist natürlich Quatsch, wer den Thorazine Shuffle nicht als richtigen Song begreift, hat von vornherein nichts kapiert, aber die, mit Verlaub, massentauglichen Ohrwürmer spielt Haynes in der Tat erst gegen Ende. Streamline Woman, das unbegreifliche Mr. High & Mighty und ganz zum Schluss Soulshine. Ein Publikum auf den Knien.
Um ehrlich zu sein, die programmtechnisch bedingte leichte Verkürzung des Sets ist nicht negativ spürbar, andererseits könnte man natürlich problemlos noch ein weiteres Stündchen vertragen, aber am Ende eines langen Konzertabends reichen deutlich mehr als zwei Stunden Göttermusik auch. Als Kritiker muss man sich bei dieser Band vorsehen, womöglich hat man nämlich den Gipfel des Machbaren erlebt, oder man verfällt in kreischendes Fangetue. Echte Objektivität ist bei diesen Leistungen schwer, und negative Kritik kann im Prinzip nur von einem Fachfremden kommen.
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Warren Haynes - Vocals, Guitar
Andy Hess - Bass
Danny Lewis - Keyboards, Backing Vocals
Matt Abts - Drums, Percussion
Setlist: Hammer & Nails, Thorazine Shuffle, I Believe To My Soul, Million Miles From Yesterday, I'm A Ram, Love Me Do, I'm A Ram Reprise, Rocking Horse, Temporary Saint, Painted Silver Light, She Said, She Said, Tomorrow Never Knows, Endless Parade, Bad Little Doggie, Streamline Woman, Drum Solo, Brand New Angel, Mr. High & Mighty, Blind Man In The Dark
Zugabe: Soulshine
"Rockpalast will rise again" wäre völlig übertrieben. Vielleicht sollte man eher sagen "Rockpalast is still here to stay". Nach all den Jahren war dieses Konzert endlich wieder ein Highlight, dessen Ergebnis den Verantwortlichen beim WDR hoffentlich sagt, dass sie zu Unrecht über Jahre eine ganze Generation Fans einfach beiseite geschoben haben. Wer 1977 den Rockpalast gesehen hat, ist heute nicht automatisch tot oder Konsument des Musikantenstadel. Hättet Ihr diese Zielgruppe nur dauerhaft gepflegt, ginge es einer ganzen Kultur besser und um den Nachwuchs müsste man sich auch nicht sorgen. Der sollte nämlich selbst entscheiden dürfen, ob er sich einen zugedrogten Jan Ullrich oder einen Rock'n'Roller zum Vorbild nimmt.
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