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Konzertbericht:
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Man stelle sich bitte vor: Bei einem Fußballspiel im ausverkauften Münchner Olympiastadion (Bayern gewinnt natürlich 4 zu 0) kündigt der Stadionsprecher im Werbeblock ein Konzert an. "Liebe Fußballfans, übermorgen tritt die großartige Southern Rock Band Rebel Storm in München auf. 21 Uhr in der Garage. Wir freuen uns auf zahlreichen Besuch". Wie viele der 70.000 Menschen können wohl mit dem Begriff "Southern Rock" etwas anfangen? 50.000? 7.000? 700? 70? Oder nur 7? Vermutlich assoziieren 69.993 Fußballfans Southern Rock mit Hubert von Goisern, Kentucky Fried Chicken oder Frauenfußball. Sweet Home Home Alabama kriegen die Leute beim Konzert natürlich nicht. Aber das spielt keine Rolle. Als Ersatz bieten REBEL STORM nämlich Southern Rock der Sorte "Nie war er so wertvoll wie heute". Die Garage in der Kult Fabrik (ehemals Kunstpark Ost) ist ein großer Club mit feiner Soundanlage und allen Voraussetzungen für beste Konzerte. Hier wird lokalen und überregionalen Bands eine Bühne geboten und neben diversen Newcomern, verlaufen sich öfter auch bekannte Acts hierher. So ergab es sich, dass die Band AMERICAN DOG auf Tour nach Europa kam und für die Garage gebucht wurden. Damit die Jungs auftreten können, benötigte man eine Backline und da REBEL STORM zur Zeit ebenfalls on tour sind, wurden sie dazu geholt. Kurzfristig, mit nur wenigen Wochen Vorlauf. AMERICAN DOG kamen aus Paris angereist, REBEL STORM befanden sich auf der Rückreise aus Italien. Es wäre nichts als logisch, wenn die beiden Bands aufgrund der Umstände angepisst wären und den Gig canceln würden. Tun sie aber nicht. Ganz im Gegenteil, mit Unterstützung des großartigen Soundmannes Tom Burlefinger erleben die wenigen Anwesenden in den folgenden 75 Minuten eines der genialsten Southern Rock Konzerte der letzten Jahre. Wenn dieser Auftritt einen positiven Effekt hatte, dann den, dass der Rezensent jetzt weiß, dass REBEL STORM nicht nur kleine Clubs zum Kochen kriegen, sondern auch in großen Venues abräumen. Laut, glasklar, Power bis zum Anschlag und trotz aller widrigen Umstände gnadenlos spielfreudig, rocken die fünf durch ihren Set, lassen keine Verschnaufpausen zu und zeigen alles, was Southern Rock ausmacht: Um es kurz zu machen: Weltklasse! AMERICAN DOG sind anschließend natürlich eine ganz andere Abteilung. George Thorogood meets Lemmy ist das Motto und die drei überaus sympathischen Rabauken (die von Manager Tommy Floyd im "Tiefflug" in Rekordgeschwindigkeit von Paris nach München transportiert wurden) lassen nichts anbrennen. Rücksicht auf verloren gegangene Noten wird nicht genommen und wann immer sich Gelegenheit für ein klassisches Boogie-Riff bietet, wird dieses auch sofort gespielt. Simpel, gradeaus, ohne Umweg übers Kleinhirn direkt in den Magen. Die Hunde prügeln sich ebenfalls eine gute Stunde durch ihre 3 CDs und "philosophieren" dabei ausgiebig übers Trinken und Ficken und die Schlechtigkeit der Welt. Diese Art von straightem Einfach-Rock & Roll macht Spaß, aber sie macht vor allem Spaß in einem prall gefüllten Club, in dem rechts und links ledertragende, biertrinkende Biker die recht leicht zu erlernenden Refrains mitgrölen. So ganz alleine vor einer Bühne zündet die Sache leider nicht richtig. Dafür können AMERICAN DOG aber nichts. München ist ne große Stadt mit vielen Menschen. Aber ein bisschen Promotion braucht jedes Konzert. Von ganz alleine kommt niemand auf die Idee, sich zwei Bands anzugucken, die im Freistaat nicht bekannt sind. Vor allem dann nicht, wenn ein 0,3 Liter Weißbier 3 Euro kostet.
Zwei Tage später im Schwarzwald. Irgendwo hinter den Bergen, da wo noch nicht mal mehr die Zwerge nach Schneewittchen suchen, weil die längst in eine bewohntere Gegend abgehauen ist. Die jungen Lokalmatadoren von GREEN LEAF bestreiten ein nettes Akustik-Cover-Programm und wärmen das Publikum gut an. Aber im Moment, in dem Billy, Pat, Don, Joe und Bobby mit No Settled Man loslegen, fegt ein ganz anderer Wind durch den finstren, dunklen Wald. Billy Moss rockt diesen Abend ganz besonders grausam und brät Solo um Solo, Savage donnert daneben gradezu entfesselt vor sich hin und nach gut eineinhalb Stunden kommt "endlich" die Hommage an das Rainbow, den Schwarzwald und die Leute hier: True Tales Of The Black Forest. Es gibt viele so genannte XXL-Songs im Southern Rock, und so mancher ist über die Jahre etwas angestaubt. Aber diese Nummer live zu hören und zu sehen, ist eine Offenbarung. Wie überall auf dieser Tour, hinterlassen REBEL STORM ausschließlich glückliche und zufriedene Gäste. Für Fahrer Mimi ist die lange Tour hier beendet, den letzten Gig in Frankreich fährt Rainbow-Chef Freddy und wir freuen uns ab sofort auf die nächste Tour im nächsten Jahr. Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 19.10.2003
Bilder: Adelina Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 15. & 17.10.2003 |
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