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Konzertbericht:
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Ulm-Eisingen gehörte bis vor kurzem noch zu den weißen Flecken auf der Rock-Landkarte, doch damit hat es nun ein Ende. Neben gemütlichem Beisammensein und Gedankenaustausch bei Cocktails, Bier und vielen Leckereien vom Grill standen natürlich die Auftritte der drei bisher unter Vertrag genommenen s.a.d.-Bands auf der Zeltbühne im Mittelpunkt des Interesses.
Die fünf Jungs zocken Melodic-Punk und sind damit zwangsläufig stilistisch und kreativ limitiert. One, two, three, four... schreddell.... hey ho let's go... Irgendwie haben die RAMONES 1977 mit "Rocket to Russsia" eigentlich schon alles zu dem Thema gesagt.
Die Songs des kommenden Albums rasen im D-Zug-Tempo an einem vorbei. Spätestens beim Refrain der aktuellen Nummer hat man den Song davor auch schon wieder vergessen. Lediglich zwei Coverversionen haben eine größere Halbwertszeit: Eine brachiale Interpretation von We are the world (USA FOR AFRICA), die auch die BATES oder WIZO nicht besser hinbekommen hätten und Blitzkrieg Bop, eine sehr tiefe und sehr autenthische Verbeugung vor den RAMONES. Musikalisch sind die 0EIGH15TEENS ziemlich unspektakulär und vorhersehbar, aber sie machen live einfach Spaß. Mehr kann und darf man von einer Band mit dieser musikalischen Ausrichtung einfach auch nicht verlangen.
ALEV stehen für modernen Rock, der gleichermaßen über Ohrwurmqualitäten, eine gesunde Härte und die derzeit so angesagten Dynamikschwankungen verfügt. Live lassen sie es teilweise ganz schön krachen: Da schwebt man gerade noch auf einer
traumhaften Melodie dahin und dann braten sie einem ein paar mit den Gitarren über.
Lediglich Alevs naiv-plump-vertrauliche Publikumsansprache ist nun wirklich nicht mein Ding. Sprüche wie 'Ich liebe euch alle' passen einfach besser zu einer Pop-Tussi wie zu einer Rocksängerin und 'Wir haben die besten Fans der Welt' haben sich meines Wissens MANOWAR patentieren lassen. Wie dem auch sei: Von ALEV wird man in Zukunft bestimmt noch einiges hören.
Es ist bereits kurz vor Mitternacht, als MEGAHERZ endlich die Bühne entern. Ein Kaffee hat die sich bei mir einstellende Müdigkeit nur ansatzweise vertreiben können und eigentlich zieht es mich mehr in Richtung heimisches Bett wie vor die Bühne um zu vorgerückter Stunde noch eine weitere Band zu erleben. Wenn man aber schon mal da ist, dann schaut man sich die Band auch wenigstens ein Viertelstündchen an. Hölle! MEGAHERZ waren der Überhammer! So was von geil! Mir klappte erst mal vor Überraschung die Kinnlade runter und jede Spur von Müdigkeit war wie weggeblasen.
Für den neuen MEGAHERZ-Frontman Mathias war dieser Showcase sein erster Auftritt mit der Band. Mathias sieht zwar sobald er das Hemd in die Hose stopft so aus, als wolle er einem eine Versicherung oder einen Aktienfond andrehen, aber der Mann hat Klasse. Er presst in seinen Gesang das notwendige Gift und die erforderliche Aggressivität um so böse zu wirken, wie es dieser Sound erfordert. Mathias behauptete zwar, 'wegen dem ersten Gig mit der Band etwas die Hosen voll zu haben', wirkte aber im Verbund mit seinen Mitstreitern so eingespielt und routiniert, als sei er schon seit Jahren dabei.
Insgesamt ein abwechslungsreicher und kurzweiliger Konzertabend mit hohem Unterhaltungswert. Man darf s.a.d. music zu ihren Künstlern gratulieren. Drei stilistisch unterschiedliche Acts, deren gemeinsamer Nenner ihre unbestreitbaren Live-Qualitäten sind, sind eine solide Basis, auf die man aufbauen kann. Den Spruch des Abends möchte ich Euch nicht vorenthalten: 'Sag mal, du bist aber schon so ein bisschen gruftig drauf.' (Die nette Annette von Brainzone zum anwesenden Home of Rock-Redakteur) Besonderer Dank an: s.a.d. music für den gelungenen Event und Anette von Brainzone für die Einladung. Martin Schneider, (Impressum, Artikelliste), 31.07.2004
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