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Supp.: Widow's Peak

Schwarzenbach/Saale, Rock Keller, 18.03.2005

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Fotos: Norbert Neugebauer

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Schwarzenbach/Saale, Rock Keller, 18.03.2005

Lizard & Widow's Peak Bis zum Gastspiel im Schwarzenbacher Rockkeller war mir LIZARD bislang nur auf dem Papier bekannt. Mit zwar entsprechenden Erwartungen, jedoch ansonsten völlig unbelastet von Vergangenheitsbewältigung á la "Lizard vor/nach Georg Bayer" hab ich mich nur auf eine heiße Nacht mit dampfender Musik gefreut. Und war gespannt, wie sich Lokalmatador Stefan Kossmann in "Europas bester Southern Rock Band" schlägt.
Nachdem HoR-"Chefredakteur" Fred unlängst das Debut mit dem neuen Sänger in Esslingen vom 25.02. kommentiert hat und sich das Programm für Fans anhand der Playlist nachvollziehen lässt, möchte ich mich in meinem Bericht auf die persönlichen Eindrücke des Gigs beschränken.
Neben eigenen Stücken spielte die Band auch einige bekannte Covers der einschlägigen Kollegen.

Widow's Peak Los ging's um 21:00 Uhr mit WIDOW'S PEAK aus der nahen Oberpfalz. Das Quartett in der Besetzung Oliver Klement (voc & harp), Martin Bogner (git), Andreas Lorenz (bs) und Manfred Wensauer (dr) brachte die bereits zahlreich anwesenden Fans mit ihrer rauhen Indie-Mischung gut auf Touren. Irgendeine Klassifizierung fällt mir dazu schwer, "southern-mäßig" klang es jedenfalls nicht.
Gegen 22:30 Uhr hob sich der besprayte Lamellenvorhang der Bühne für die Headliner, die den Rockkeller nun recht voll vor sich sahen. Nach dem Intro Money World dann zunächst vorwiegend Songs von der letzten CD "Lonely are the brave" in Normallänge, als "Warm up" für Band und Publikum. Schnell gute Stimmung beiderseits, während ich mich auf meine Fotos konzentrierte.

Lizard Dass mir die beiden Gitarren und die Drums unmittelbar vor den PA-Boxen mächtig die Ohren klingeln ließen, empfand ich da noch als normal. Dass allerdings weiter hinten im Raum Stefans Röhre auch nicht richtig präsent und von den Keyboards noch weniger zu hören war, minderte den Soundeindruck doch erheblich. Erst als es schon fast auf die Zugaben zuging, stimmte das akustische Bild wirklich. Die Fans schien's nicht zu stören, mit der Länge der Songs nahm auch die Begeisterung zu. Kein Zweifel, auf der engen Stage brannte eine tolle Liveband ein Rock-Feuerwerk ab, das alle Lobeshymnen nur rechtfertigte. Ein solches Gitarrenduo, das so perfekt und mitreißend miteinander agiert wie Christoph Berner und Volker Dörfler, muss man wohl lange suchen. Ralf Mende bildet dazu mit seinem Bass das musikalische Rückgrat und oft auch den Partner für die markanten Rockposen, die zu einer guten Southern Rock-Performance halt einfach dazu gehören. Helmut Kipp liefert an den Drums einen satten Drive, vor allem bei den längeren Jams gegen Ende des Sets kann von bloßer Begleitung kaum mehr die Rede sein. Wie gesagt, von Klaus Brosowski war leider wenig zu hören und noch weniger zu sehen.
Lizard Und der oberfränkische Jungheld? Der fühlt sich in vertrauter Umgebung sichtlich wohl, schwingt den Mikroständer in bester Roger Chapman-Manier und läßt keinen Zweifel aufkommen, dass er der richtige Mann am richtigen Platz ist. Mit seinem ungeschliffenen Organ kann er sich gegen die musikalische Klasse der Mitstreiter behaupten und bringt das Feeling der Genre-Songs von Freiheit und Unangepasstheit authentisch rüber. Als Shouter überzeugt er sowieso, bei den Balladen kann er sicher noch zulegen (was man spätestens bei der nächsten Lizard-CD hören wird). Die Bühnenshow hat er ja von FLATMAN sattsam drauf, auch zwischen den neuen Compagneros macht er ohne seine sonst gewohnte Epiphone eine gute Figur.

Lizard Die ganze Show steuerte gekonnt ihrem Höhepunkt nach Mitternacht zu, den eine phantastische Version von Dreams einläutete. Auch ich hab den Track schon in den unterschiedlichsten Versionen gehört, zuletzt von Johnny Neel und W.I.N.D. im Rockkeller. Fast immer mit Gänsehaut, aber diesmal mit Langzeiteffekt, ein richtiger "Magic Moment of Rock".
Auch beim nachfolgenden My fears are gone (Stefans Favorit) ging die Intensität nicht runter. Danach duellierten sich die (lonesome) Gitarren wieder bis zum Showdown, der Bass hoppelte über die Prärie und aus der Schlagzeugecke donnerte eine wahre Stampede heran.
Der Bärtige brüllte nach seiner Josephine und dann war in der Dancehall endgültig der Teufel los. Als die nächste Zugabe mit Bring me some water kein Ende nehmen wollte, musste ich leider nach 1:00 Uhr den Heimritt antreten. Keine Ahnung, wann sie die Band von der Bühne getragen haben.
Einen Akustikset mit Quetsche und Klampfe, wie zuletzt in Esslingen, gab's in Schwarzenbach übrigens nicht.

Lizard Der Gig im engen, verräucherten Rockkeller war klasse (Tuchfühlung obligatorisch), aber jetzt will ich LIZARD baldmöglichst auf einer großen Bühne, am besten Open Air und richtig ausgesteuert erleben!

Setlist: Money world, Tell me, Riding on a train, Travelling band, No tomorrow, Don't you know, Run away, Coming home, The boys are on the road, I'm a man, Wanted, Ordinary southern man, Don't waste your life, Dreams, My fears are gone, Running with the horses, Lonesome guitar
Zugaben: Josephine, Bring me some water

Norbert Neugebauer, (Artikelliste), 25.03.2005

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