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Fotos: Adelina Schmidtlein
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Die Maschine für die Grundnahrungsversorgung
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Der Kräuterlikör des Grauens
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Brandy & sein Mops
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Posergötter 1: Torsten & Gummi - Flatman
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Stefan & Torsten - Flatman
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Posergötter 2: Lutz & Alfie - Nocturn
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Lutz & Kay-Hendryk - Nocturn
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Posergötter 3: Georg - Lizard
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Christoph & Volker - Lizard
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Klaus - Lizard
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Ralf - Lizard
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Thank you!
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| Burg/Spreewald, 30.04 - 04.05.2003, Schlepzig, Gaststätte Künzel, 02.05.2003 |
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Erster und letzter Kalauer über den Osten: Da kommt endlich mal was wirklich Gutes aus der Zone und dann ist das so weit weg, dass man ewig und drei Tage dorthin unterwegs ist.
Was soll man sagen? Wir "Wessis" sollten unsere Ignoranz - falls sie denn noch vorhanden ist - umgehend einschränken und ganz zügig mal für ein paar Tage in den Spreewald gurken. Apropos Gurke: Da wohnt sie, die leckere Spreewaldgurke! Unbedingt testen! Schmeckt fein und macht einen frischen Kopf.
Wir waren aber natürlich nicht der Gurken wegen da, und auch nicht um Störche, Wasserschlangen, mächtige Stiere und putzige Schafe zu begutachten. Wir hatten eine ernste Aufgabe: Das erste Meeting der deutschsprachigen Southern Rock Mailingliste.
Wer die noch nicht kennt und sich für Southern Rock interessiert, sollte Mitglied werden.
Solche Veranstaltungen finden nicht von alleine statt. Da muss sich ein Verrückter viele Wochen und Monate engagieren, Pläne machen und verwerfen, unendlich viele Leute anmailen, -schreiben und -rufen, sämtliche verfügbaren Sponsoren-Ressourcen angraben, Genehmigungen bei völlig überforderten Beamten einholen, Busse chartern, eine Werbeagentur für Flyer und Tickets finden (1A Arbeit von Rischke & Mehner) und und und. In diesem Fall heißt der Verrückte Torsten Starke und der hat wahre Wunder vollbracht.
Wunder 1: Bereits am Mittwoch, zwei Tage vor Hauptveranstaltungstag, sitzen so viele Leute ums Lagerfeuer bzw. Bierfass, dass schon der Anreiseabend zu einem Heidenspaß wird. Klar, für Rapper und D.J. Bobo-Fans ist das nichts. Für Freunde gepflegter Rockmusik allerdings voll und ganz. 4 Tage ohne jede Diskussion über die Musikauswahl erlebt man nicht oft. Steht einer nicht auf GOV'T MULE: Kein Problem, anschließend gibt es 38 SPECIAL, DOC HOLLIDAY oder irgend eine sagenhafte Rarität, die man schon seit Jahren sucht.
Tag & Wunder 2: Kahnfahrt durch die wunderschönen Spreewald-Kanäle. Ein todlustiges Bild: Gut 30 'beinharte' Rockers lassen sich durchs Naturschutzgebiet staken, trinken dazu Bier und seltsame Kräuteressenzen und philosophieren im Angesicht seltener Vögel über andere seltene Vögel... die mit Gitarren. Abends lecker Futter, die besten Sachdiskussionen über die wirklich wichtigen Fragen der Musik, die ausgesuchtesten CDs im Player und den allerhärtesten unter den Harten steht die zweite Nacht im Heu bevor. Nur Warmduscher gehen ins kuschlige Hotel um die Ecke. Ich auch. Bleibt die Frage: Wie kam ich dort hin? Wer hat mich getragen? Ein akuter Fall von Hopfenallergie.
An dieser Stelle ein weiterer Tipp für künftige Spreewald-Erforscher. Quartiert Euch auf dem traumschönen Bauernhof der Familie Jakubik in Burg ein!
Auferstanden aus Ruinen ist das Motto des dritten Tages. Oder besser: Auferstandene Ruinen sitzen frühmorgens um halb 1 in der Sonne. OK, beim Bogenschießen war ich nicht so in der Spitzengruppe, aber dafür ziemlich weit vorne beim Lampenausschießen. Ein frisches Bierchen hilft schnell über den Verliererschmerz hinweg und schon geht's los zur Brauereibesichtigung. Wir lernen eine Menge wichtige Dinge über das Zeug, das wir uns sonst so gedankenlos reinschütten. Man trinkt viel bewusster nach so einer Unterweisung.
Inzwischen sind auch alle noch fehlenden Bandmitglieder eingetroffen und wundern sich vielleicht über das etwas "verwirrte" Aussehen ihrer früher angereisten Kollegen. Zur Strafe müssen die Zechbrüder die schwersten Koffer tragen.
Was uns bevorsteht, ist in dürre Worte gefasst DAS Gipfeltreffen deutscher Southern Rock Bands.
Der große Saal des Gasthof Künzel in Schlepzig füllt sich hervorragend und als erste Kapelle müssen FLATMAN ran.
Die Franken sind nichts für zarte Gemüter und man sollte zumindest Cowboystiefel anhaben, denn wo die Jungs hintreten wächst kein Hühnerauge mehr. Ich sage es schon immer, über drei Gitarren geht überhaupt nichts (wenn die Gitarristen wissen was sie tun).
Und dann passiert etwas, was ich schon lange nicht mehr erlebt habe: Die Publikumsmeute geht ab wie der Dackel vom Förster auf Fuchsjagd.
60 Minuten Volldampf-Southern-Boogie-Rock annähernd ohne Verschnaufpause. Welche Band hat das zuletzt gemacht? Schon länger her...
Wieder erweist sich, dass Flatman immer dann richtig großartig sind, wenn das Publikum bei der Sache ist. Und die Spreewälder (plus die, teilweise weither angereisten, anderen Besucher) sind mächtig "konzentriert".
Jetzt haben wir die Band doch schon öfter gesehen, aber ich denke, dieses Konzert war das bisher beste. Unter die bekannten eigenen und gecoverten Songs werden ein paar brandneue Stücke gemischt und die zeigen die künftige Richtung auf - noch mehr Gitarren, noch mehr Dampf, noch mehr Southern. Die Bandevolution geht verdammt schnell voran und man denkt unwillkürlich darüber nach, was denn in 5, 6 Jahren nach der 4. CD und den ersten 1.000 gespielten Gigs noch passieren wird.
Toller Auftritt!
Genau wie am folgenden Tag in Reitwein. Reitwein liegt nördlich von Frankfurt/Oder und - ganz ehrlich - ich bin angesichts des optischen Eindrucks der Region schon etwas zusammengezuckt. Das sieht nicht gut aus und dort sieht man, was in den letzten knapp 14 Jahren nicht bzw. falsch gemacht wurde.
Der Club "Heiratsmarkt" war trotzdem mehr als anständig gefüllt und Flatman mussten sich ihr Publikum erst erobern, denn dort waren natürlich nicht nur Southern Fans anwesend. Die beiden Veranstalter Rossi und Wolle (zwei richtige Hippies) haben bereits 52 solcher Konzerte veranstaltet (dazu seit 1995 Open Airs) und neben der Elite des ostdeutschen (Blues) Rocks immer wieder absolute internationale Hochkaräter zum Oderbruch gelockt. Diesmal war es das Trio TWIN DRAGONS um Nathaniel Peterson (u.a. SAVOY BROWN und seit den Sixties Begleiter von u.a. Mitch Ryder, Howlin' Wolf, Iggy Pop, Steve Lukather u.v.a.) und den italienischen Ausnahmegitarristen Andrea Braido (bekannt als Sideman nahezu aller italienischer Superstars).
Die DRAGONS boten eine perfekte Bluesrockshow, die mir persönlich aber zu technisch war. Für Freunde anspruchsvollster Instrumentalkunst sind sie allerdings ein Leckerbissen. Nach 90 Minuten FLATMAN-Power war es allerdings schwer, den Stimmungslevel im Publikum zu halten.

Setlist (02.05.): Mama Told Me, Down South Jukin', Edge Of Sundown, Better You Hide, I Pray, Tuesday's Gone, On The Hunt, T For Texas, Horse In Flames, Gimme Three Steps, Bottle Of Booze. Zugaben: Shot Down, Free Bird.

Zurück nach Schlepzig.
Fast jede Band dieser Welt hat nach Flatman ein Problem. Und genau so ging es Anfangs auch den Hamburgern NOCTURN. Eine Gitarre gegen drei ist unfair. Andererseits sucht sich jede Band ihr LineUp selbst aus.
Maydell als Opener ist nicht mein Lieblingssong, aber spätestens beim zweiten, dritten Song wird die zahlenmäßige Unterlegenheit mit geschickt gewählter Setlist wett gemacht. Natürlich werden einige Titel der CD gespielt (5, um genau zu sein), aber eben auch Nummern, die man sonst selten bis nie hört. Honky Tonk Dancer oder Wild-Eyed Southern Boys von 38 SPECIAL gehören nicht unbedingt zum Standardrepertoire hiesiger Gruppen. Und sie schaffen es, damit die Aufmerksamkeit des Publikums zu gewinnen. Druckvoll und technisch ohne Tadel wird gerockt, besonders der wirklich ausgefeilte Gesang kommt gut. Nicht so brachial und gnadenlos wie Flatman natürlich, aber ausgesprochen dynamisch und abwechslungsreich.
Klar, dass nach dem Gitarrengewitter vorher, ein hübsches Piano Spaß macht. Nocturn haben live nicht die Chance, den gleichen "Fehler" zu machen wie auf ihrer ersten CD. Wo die Platte teilweise mit Ideen und Spielereien vollgepackt ist, bis der Hörer völlig überfordert aufgibt, muss live einfach gezockt werden. Es klingt straighter, dadurch dichter und dementsprechend auch viel grooviger und eingängiger für einfache Gemüter wie mich. Und das nicht nur bei ohnehin unschlagbaren Nummer wie Bounty Hunter.
Auch wenn die Hanseaten (Hanseaten? Sänger Alfie schaut so gar nicht nach Uwe Seeler aus - höchstens größenmäßig) den Saal logischerweise nicht so anzünden konnten wie ihre Vorgänger: Das war ein allerfeinstes Konzert!
Setlist: Maydell, White Knuckle Ride, Ain't no fool, Good as gone, Shadow hunter, Honky Tonk Dancer, Voodoo Edge, Trouble, T-Bird, Running all the time, Wild-eyed southern boys, Bounty Hunter, Carolina, Doin' it again, Lady's Blues.
Es gibt nur einen Headliner für ein Southern Konzert mit Bands aus Europa: Lizard!
Je öfter wir sie sehen, desto irrer ist die Entwicklung zu beobachten. Ich werde mich nicht wiederholen, im Prinzip ist zu den Auftritten alles gesagt. Mittlerweile hat die Band einen Standard erreicht, der nur noch von ganz wenigen Bands getoppt werden kann. Und, noch wichtiger, das Material ist über die Jahre so gewachsen (nicht quantitativ!), dass man sich längst jenseits der "Sweet-Free-Melissa-Einheitsgrenze" befindet.
Traumhaft und wirklich nahezu 100 Prozent fehlerfrei, wie das Zusammenspiel der 6 ist, muss man keine Angst haben um diese Musik.
Was es wohl ist, das unseren Georg und die Jungs zu immer neuen Highlights treibt? Die Angst vor den nachrückenden Bands? Ein bisschen Angst schadet offenbar nicht, die neuen Songs beweisen es. Noch mal ein Quantensprung (nun also doch eine Wiederholung aus den letzten Berichten).
Wenn Berner & Dörfler zu ihren Ausflügen ansetzen, dann ist eh alles zu spät. Man ist überzeugt, dass nicht mehr mehr an der Gitarrenfront passieren kann, bis am Schluss die Lonesome Guitar ausgepackt wird. Und das ist immer noch nicht alles, weil dann noch einer meiner absoluten Lieblingssongs, Bring Me Some Water, in der ultimativen Killerfassung kommt. Das ist verschärft krass. Und weil es immer noch nicht langt, holen sie sich den Kossmann von Flatman auf die Bühne und lassen Gimme Back My Bullets abdampfen, dass wirklich auch die allerletzte Spreewaldgurke zur Verbeugung aus dem Glas hüpft.
Ganz ohne Schmäh: Das war insgesamt eines der besten Konzerte meiner doch schon etwas längeren "Karriere". Mehr (Southern) Rock, mehr Spaß, mehr Gitarren geht kaum mehr. Viel mehr Bier auch nicht...
Setlist: Money World, No Time, Riding on a train, The boys are on the road, River, Don't you know, I'm a man, Down the line, Ordinary Southern Man, Dreams, NoTommorow, Josephine, Running with the horses, Lonesome guitar. Zugaben: Bring me some water, Gimme back my bullets, My fears are gone.
Nicht nur ein grandioses Konzert, 4 grandiose Tage! Unser Dank geht hiermit an Torsten und Familie und ALLE anderen Beteiligten und Anwesenden!
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