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Konzertbericht:
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Stuttgart, Mittwochabend, Temperaturen um den Gefrierpunkt, fieser Eisregen, aber die Frisur sitzt. Bei einer solchen Konstellationen zieht es der gemeine Schwabe (Maultaschaddictus ordinaeris) normalerweise vor, den Abend auf der heimischen Couch zu verbringen. Doch in der Röhre spielt an diesem Abend 'Deutschlands meiste Band der Welt', die etwas andere Boygroup - KNORKATOR. Diesem Lockruf erliegen erstaunlich viele - für die Röhre, für einen Mittwochabend in Stuttgart bei Schmuddelwetter - und so ist der Club gut gefüllt mit einem knallbunt gemischten Publikum. Vom Grufti bis zum Assl-Punk, vom Metaller bis zum Normalo, KNORKATOR lockt sie alle aus ihrem Häusle oder Löchle, fast wie Robbie Williams oder besser noch: Shakira.
Live sind KNORKATOR auch an diesem Abend eine Macht und entfesseln auf der Bühne zwei Stunden lang - wie es der alte Rehakles ausdrücken würde - ein kontrolliertes Chaos. Dabei verkörpert die Band unzählige Tugenden, warum wir Rockmusik lieben und ihr einen nicht unwesentlichen Teil unseres Lebens widmen. Sie sind laut, wild, wüst und gefährlich, anarchisch, rebellisch, kompromisslos oder auch einfach nur schweinegeil. Stumpen, das wandelnde Fastganzkörpertattoo, springt dem Publikum wie ein Kistenteufel entgegen und predigt in typischer KNORKATOR-Manier das Evangelium der Alltagsweisheiten (Verflucht und zugenäht, Ich will nur fickn, Mich verfolgt meine eigene Scheiße, warum bin ich so Schüchtern). Dabei schält er sich schon nach kurzer Zeit aus seinem Latzhosenkostüm mit Hasenbommel am Steiß, um über den Umweg eines Art Bastrocks schließlich das neuste Stück aus der KNORKATOR-Lingerie-Kollektion mit appartem Aufdruck passend zu Kurz und klein zu präsentieren. KNORKATOR preisen mit Ma belle femme die Vorzüge des kulinarischen Oralverkehrs mit französischem Wein und Käse, geben sich selbstkritisch (Der ultimative Mann) und Tipps zur antiautoritären Nachwuchshege und -pflege (Schmutzfink). Ostalgie pur gibt es bei Geh zu ihr von den PUHDYS und Stumpen erläutert mit beiläufigen und eindeutig zweideutigen Gesten, was man unter '... und lass deinen Drachen steigen' verstehen sollte. Man gibt sich mit Wir werden dem neusten Stück aus der Ohrwurmschmiede prophetisch, droht aber auch unverholen mit Ich lass mich klonen. Es kotzt mich an, Böse, Hardcore... die Setlist lässt für diejenigen, die es hart und heftig wollen und sich ausgiebigem Crowdsurfing hingeben, kaum Wünsche offen. Dagegen hätten sich die Schöngeister sicher über Stimmungstöter wie Aeger sum oder Maj kho djai gefreut.
KNORKATOR live - das ist eins der letzten großen Abenteuer unserer Zeit und das sollte man sich unter gar keinen Umständen entgehen lassen. Martin Schneider, (Impressum, Artikelliste), 19.01.2006
Mittwoch, 18.01.06, mein erster Arbeitstag nach fast 2 Wochen Urlaub und krankem Hund pflegen. Da es unserem kleinen Dicken wieder wesentlich besser geht, freu ich mich schon auf einen Abend Auszeit in Stuttgart in der Röhre.
Sie kündigen noch vier weitere Songs an und verabschieden sich damit. Zuerst möchte ich es gar nicht glauben. Ich will, dass es weitergeht, immer weiter, es ist einfach nur arschgranatenoberaffenhammerschweinefurzmäßig gut, aber die Jungs bleiben konsequent und lassen sich nicht erweichen. Sehr schade. Doch, dieser Abend war wirklich was besonderes... hrabnarwen, (Artikelliste), 20.01.2006
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