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Fotos: Norbert Neugebauer
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T-99
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Los Reyes del K.O.
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Mike Donkers & The Mellotones mit Marcos Coll (Los Reyes)
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Mike Donkers & The Mellotones mit Marcos Coll (Los Reyes)
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Fast Eddy
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| Schmölz, 03.-05.09.2004 |
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Frischer Wind fegte durch die 12. Schmölzer Bluestage (SBT), die am Wochenende 03.-05. September wieder zum Treffpunkt für Bluesfans aus ganz Deutschland wurden. Junge Bands gaben der mittlerweile mitunter schon recht behäbig präsentierten Musikform einen kräftige Adrenalinschub.
Dass die Festival-Organisatoren diesmal auf die Vertreter der abgehalfterten U.S.-Veteranenzunft zugunsten frischer Newcomer verzichteten, war ein entscheidender Pluspunkt. Auf die 1001ste langweilige Versionen irgendwelcher Standards ist das Fachpublikum sicher nicht mehr scharf. Statt dessen bot das Programm einige interessante internationale Künstler, die möglicherweise grade auf dem Sprungbrett ihrer Karriere stehen. Auch eine einheimische Formation durfte sich erstmals präsentieren - eine sehr lobenswerte Tradition der Blues Tage. Die VOODOO SHAKERS (Gewinner des "Rock in Oberfranken"-Nachwuchswettbewerbs) mit Chris Igler an der Halbresonanzgitarre, Markus Richter am Kontrabass (seltsamerweise verwendete alle Bands am Freitag den akustischen Tieftöner) und Schlagzeuger Sebastian Marr konnten recht ordentliche Reaktionen für ihren Gig mit Rock'n'Roll-, R&B- und Bluesnummern verzeichnen.
Ein weiteres Ziel des Festivals ist es, neue Facetten des Genres vorzustellen. THE AMUM'S aus Thüringen, deren Keyborder Jürgen Adlung von diversen Blues-Frühschoppen in Schmölz längst ein guter Bekannter ist, packten reichlich Swing in ihren Auftritt. Frontmann Meinhard Prkno setzte eine elektrische Violine und Mundharmonika als Leadinstrument ein, auf die übliche E-Gitarre wurde komplett verzichtet.
Das ganze, unterstützt von Bass und Schlagzeug, regte mehr zum entspannten Zuhören, als zum Abtanzen an. Ganz im Gegenteil zum Set von T-99! Das holländische Power-Trio sorgt derzeit für mächtig Wind auf diversen europäischen Festivals und konnte auch in Schmölz restlos überzeugen. Was der kleine Gitarrist Mischa den Haring aus seiner mit reichlich Hall aufgepeppten Twang-Gitarre durch die Boxen jagte, ließ die Fans schnell vor der Bühne rumhüpfen. Kräftiger Retro-Rock mit allerlei Stilanleihen, einer satten Dosis R&B und viel Shuffle a la Bo Diddley.
So "strange", wie der neue Albumtitel warnt, war das gar nicht. Aber zweifellos stark gemacht. Der Blues braucht nicht unbedingt neu erfunden zu werden, um das Publikum wieder anzusprechen. T-99 zählte nicht nur zu den Abräumern der 2004-er Bluestage, sondern darf sich unter den Top-Bands der letzten Jahre einreihen.
Ohne Abstriche gilt das auch für LOS REYES DEL K.O., die sich das Attribut "New Blues" anheften dürfen. Ausgerechnet aus der kaum bekannten spanischen Szene kommt eine funkige Turboversion des Zwölftakters mit straightem Sound, dargeboten mit unbändiger Spiellaune. So ein gutes Frontduo an Harp und Leadgitarre wie von Marcos Coll und Adrian Costa gab's auf der Schmölzer Bühne schon lange nicht mehr. Dazu mit Bassfrau Celine einen echten Hingucker, die wie der Drummer nur für zwei Auftritte mit nach Deutschland gekommen war.
Los Reyes del K.O. hatten sich selbst beworben, was zeigt, wie bekannt mittlerweile die SBT sind. Adrian Costa verfügt neben guter Gitarrentechnik auch über eine gute Stimme mit beachtlichem Umfang. Komplettiert wurde die Band von einem jungen Mexikaner, der kurz vor seiner Ausweisung aus Europa steht. Der überzeugte nicht minder mit seinem Spiel auf der Telecaster, meist als sehr akzentuierter Rhythmiker, aber auch als exzellenter Solist. "Wir sind jung und haben Spaß an der Musik - das soll rüberkommen" erklärte Adrian Costa den durchaus partytauglichen Turbosound der Band, die selbst als Gag aus La Paloma einen Bluessong kreiert. Sie nutzten ihre Bühnenzeit reichlich aus und mussten nach einigen gefeierten Zugaben dann vom Veranstalter sanft gebremst werden.
Warum sich trotz reichlich Verspätung die letzte Formation MIKE DONKERS & THE MELLOTONES dann noch reichlich Zeit zum Umbau ließ, war nicht so recht einzusehen. Als sie dann mit Brachiallautstärke (vorher war der Sound auch phonmäßig absolut ausreichend gewesen) und U.S-Bluesrock loslegten, war für einen Teil der Fans die Party schlagartig vorbei. Die die aushielten, durften sich weiter wundern. Zunächst holte sich das holländische Quartett (offensichtlich gibt es im Nachbarland nach wie vor eine große Szene mit vielen Bands) nach drei Songs Harpplayer Marcos von der Vorband und rief auch nach einem Sänger, da die eigenen Qualitäten offensichtlich nicht ausreichten. Mit nun etwas gemäßigterem Boxen-Output und dem weiterem Gastmusiker Fast Eddy am Mikro ging die Post dann doch noch ganz gut ab.
Vielleicht hatten die Kollegen am Nachmittag beim Soundcheck schon zusammen gejamt, jedenfalls hörte sich das Ganze recht eingespielt an.
Der in Stuttgart lebende Brite Eddy Wilkinson (nach 2002 zum zweiten mal dabei) kam mit der Band wesentlich besser rüber, als zuvor bei seinem Soloauftritt als Opener des zweiten Tages. Als Minher Mike und Kumpane bei ihrem zweiten Setteil bald von der Ordnungsmacht gebremst wurden, störte das wohl weder die Band noch die Zuhörer besonders. Gerüchtemäßig ging die Jamsession dann noch im Gästezimmer weiter und endete damit, dass ein Mitglied von LOS REYES am Sonntag vorübergehend unauffindbar war. Er soll sich dann vom Kronacher Altstadtfest gemeldet haben...
Der obligatorische "Bluesfrühschoppen" mit BLEIFREI und den weiteren Lokalmatadoren Wolfgang Kalb und Jürgen Hiltl zog sich bei bestem Spätsommerwetter bis weit in den späten Nachmittag hin und schloss die 12. Schmölzer Bluestage traditionell ab. Übrigens "At Last", das diesjährige Motto, bedeutete keineswegs, dass es die letzten Bluestage waren. Sondern "endlich gibt es wieder Blues". Na ja, jetzt dauert's halt wieder ein Jahr bis zu den dann (hoffentlich nicht verflixten) dreizehnten SBT.
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