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Fotos: Ralf Stierlen & Adelina Schmidtlein
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Blue Stift
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W.I.N.D.
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Fabio Drusin - W.I.N.D.
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Jimi beim Ausflug
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Sandro
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Volker & Ralf - Lizard
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Warum schaut der Christoph so beleidigt?
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Weil der Klaus nicht hörbar ist?
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Aber sehen kann man ihn
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Und den Wolfgang auch
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Whiskey am Arbeitsplatz?
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Home of Rock(t): Epi Schmidt, Ulli Heiser & Ralf Stierlen (v.l.)
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| Forst, Manitu, 19.06.2004 |
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Der Unübersichtlichkeit halber haben wir bei diesem Konzertbericht die Kommentare der HoR-Schreiberlinge einfach vermischt und jeweils mit einem kleinen Hinweis auf den Verfasser untertitelt.

Tief im Osten, ist es besser als man denkt...
Und zwar viel besser!
Der zweite Abend des zweiten Treffens der Southern Rock Mailingliste stand an und hier an dieser Stelle noch mal auf die hervorragende Organisation von Torsten Starke einzugehen, hieße Gurken in den Spreewald zu tragen.
Nicht zuletzt hat der es geschafft, innerhalb eines Tages die Absage von TWO MOON zu kompensieren und mit BLUE STIFT aus Berlin eine Band zu organisieren, die deren fehlen keinen bedauern ließ.
Aber der Reihe nach. Die "Vorband" in Form der Deutschen Fußballnationalmannschaft hatte eine denkbar miese Vorstellung geliefert und trotzdem konnte die Stimmung, zumindest fast aller, dadurch nicht geschädigt werden. Immerhin waren ja einige bereits am Freitagabend in Burg gut dabei und auch die nachmittägliche Kahnfahrt hatte mit dazu beigetragen, das die Listenmitglieder schon "vorgeglüht" ankamen.
(Epi)

Als Nicht-Mitglied der Southern Rock Liste, der noch nie im Forster Manitu war (Schande! Wird sich aber ändern) und auch für sich selbst den Southern Rock etwas aus den Augen respektive Ohren verloren hat, war ich sehr gespannt, was mich an diesem Abend erwarten sollte.
Zunächst einmal die Inkarnation der bisher nur auf modernen Telekommunikationswegen kontaktierten geschätzten Kollegen (hat riesig Spaß gemacht, sich mal zu treffen) und einfach eine unheimlich gute, stimmungsvolle Southern-Rock-Party. Dafür kann man dem Torsten Starke nicht genug danken, dass er es schafft, gerade im beschaulichen Spreewald und der nicht minder, äh, von großstädtischer Hektik unberührten Niederlausitz das Fähnchen der Rockmusik im allgemeinen und des Southern Rock im speziellen hochzuhalten.
Zunächst hatte der gute Torsten aber einen gewaltigen Schock zu verdauen: am Vortag des Konzertes, also am 18.06. vormittags, befand sich die Absage von TWO MOON, die sich praktischerweise gleich aufgelöst haben (wie in unseren Nachrichten zu lesen war), auf seinem Anrufbeantworter. Hektik, Panik, Wahnsinn regierten vermutlich die nächsten Stunden, bis er dank seiner guten Berliner Connections Ersatz an Land gezogen hatte. Dieser Ersatz bestand in der Band BLUE STIFT und eröffnete den Abend.
(Ralf)

Wie ärgerlich, die drei Tage im Spreewald dieses Jahr nicht mitmachen zu können. Es war doch so klasse im letzten Jahr. Herr, wirf Zeit vom Himmel!
Andererseits, so kam ich gleich zweimal in den Genuss von LIZARD und W.I.N.D., spielten beide doch am Abend vorher in Marktredwitz und Bier haben die Franken auch. Deswegen überlasse ich die Berichterstattung aus der Lausitz gerne den Kollegen.
Um es mal in aller Deutlichkeit zu sagen: Was TWO MOON da für ein Stück geliefert haben ist der Hammer. Jungs, Ihr seid doch ne klasse Band, so lässt man keinen Veranstalter im Stich, schon gar nicht die Jungs, die sich als EINZIGE um die Szene kümmern.
Zum Manitu ist alles gesagt. Ausser vielleicht die Kontaktadresse für all diejenigen, die sich dort mal einen Drink bei einem der kommenden Konzerte (u.a. Inga Rumpf im Herbst 2004) genehmigen möchten: MANITU, Frankfurter Straße 135, 03149 Forst (Lausitz), Fon: 03562 66 52 74. Klasse Laden mit klasse Atmosphäre, etwas, ähm, außerhalb gelegen, dafür aber nicht von böswilligen Nachbarn geplagt.
(Fred)

UEFA-gemäß gegen neuen Uhr erfolgte der Anstoß durch besagte BLUE STIFT, die sich extra für diesen Abend mit einem weiteren Gitarristen ausgerüstet hatten. Auch wenn hier und da der Sound nicht optimal war, lieferten die vier Jungs einen richtig guten Einstieg in diesen Abend.
Das Programm setzte sich überwiegend aus Coverversionen zusammen und bei Klassikern wie River Deep, Mountain High und bei dem von Hannes Bodag (ja, genau, der Sohn von Wolfram Bodag von ENGERLING) gesungenen SMALL FACES-Hit All Or Nothing kam schnell Stimmung ins Manitu und die ersten Tanzbeine wurden geschwungen. Leise war's nicht, aber, mein Gott: Hier gehts um Rock'n'Roll!
Dem Anlass entsprechend wurden auch einige Southern-Zitate in den Set integriert. Hier mal ein Medley mit u.a. Ghostriders In The Sky, da mal I Know A Little aus der SKYNYRD-Ecke.
Prima gemacht, Jungs!
(Epi)

Die Jungs vom Prenzlauer Berg kann man nicht als klassische Southern Rock Band bezeichnen, auch wenn sich das eine oder andere Südstaaten-Teil in ihrem Programm befindet, aber im Wesentlichen covert man sich so durch die Rockgeschichte. Ich muss zugeben, dass ich Coverbands für eine nicht zu unterschätzende Plage der Menschheit halte, daher schreibe ich lieber nicht so viel (W.I.N.D. und LIZARD covern zwar auch gelegentlich, aber das ist etwas anderes).
Das Ganze hatte irgendwie einen ziemlichen Deutschrock-Touch, will sagen etwas unrund, ohne rechten Flow und Drive und der Gesang von Carsten Große und Hannes Funke hinterließ bei mir auch keinen bleibenden Eindruck (immerhin auch keinen negativen!). Aber ich will hier wirklich nicht groß meckern, zum Einheizen war das sicherlich gut genug und auch ein ausdrückliches Lob an die Band, dass sie so kurzfristig einspringen konnte. Den Anwesenden hat es in der Mehrzahl auch gut gefallen, somit Zweck erfüllt und Auftrag erledigt.
(Ralf)

Jaha, ich hatte mit den netten Berlinern auch meine Probleme. Wer All Or Nothing und den anderen Stoff covert, muss entweder das Original mindestens so genial interpretieren wie es zum Beispiel mein österreichischer Freund Kurt Ostbahn macht(e), oder aber er bringt eine komplett eigene Note ein (die Stimme eines Steve Marriott hat eh keiner). Das haben BLUE STIFT aus meiner Sicht nicht geschafft, zu oft klang es wie die gutgelaunte Band vom Straßenfest und das ist mir persönlich zu wenig. Das Publikum hatte allerdings großen Spaß, ich bei etlichen Gitarreneinlagen auch, und deswegen ist alles gut. Und überhaupt, was besseres kriegt niemand in der Kürze der Zeit, die ROLLING STONES hatten grad keine Zeit, sind eh teurer und wir wollten Party und keine Rentnerband.
(Fred)

Ich sag's jetzt schon: Die folgenden W.I.N.D. aus Italien waren für mich der absolute Gewinner des Abends! Mit einem erstklassigen, Blues-inspirierten Southern-Jam-Rock sorgten sie von Beginn an für Stimmung. Anfangs schienen sie noch leicht unsicher zu sein wie denn ihre Songs hier ankommen würden, aber schon bald ließ sich der Gitarrist zu Ausflügen ins Publikum verleiten was mit Applaus und Blitzlichtgewitter entsprechend honoriert wurde.
Mit drei Leuten brachte W.I.N.D einen Klasse Sound und ihr Songmaterial ist ebenfalls von allererster Güte.
Auf einen ihrer absoluten Favoriten (und wessen im Saal nicht?) die ALLMAN BROTHERS BAND wurde mit einem ausgedehnten Whipping Post verwiesen.
Ich muss mich selbst als Ignoranten beschimpfen, dass ich diese Band noch nicht in meinem CD-Regal hab. Wer auch nur entfernt auf GOV'T MULE und die bluesigen ALLMAN BROTHERS steht, kommt an den Italienern nicht vorbei!
(Epi)

Nach einer sehr flotten Umbaupause (insgesamt war die Organisation ohnehin praktisch perfekt) stand das italienische Trio W.I.N.D. auf der Bühne. Die Jungs um Jim Barbiani waren für alle, die sie noch nie live gesehen haben (wie mich), sicherlich eine sehr positive Überraschung. Ungeheuer druckvoll, geschmeidig und mit der nötigen Portion Seele und Herzblut zelebrierten sie eine Mischung aus Southern, Blues Rock und Boogie mit einem mitunter leichten Hauch von Psychedelia. Dazu noch einen richtig klasse Shouter wie Fabio Drusin, dann kann nichts mehr schief gehen.
In der Tradition großer Rock-Trios wie CREAM, JIMI HENDRIX EXPERIENCE, ZZ TOP (bevor sie nach Las Vegas kamen), aber auch der ALLMAN BROTHERS oder GOV'T MULE und BLACK CROWES gaben mir W.I.N.D. den längst verloren gegangenen Glauben an musikalische Qualität in meinem Lieblingsurlaubsland zurück.
(Ralf)

Und dann kamen LIZARD. Was soll ich da groß schreiben - der in dieser Hinsicht weitaus kompetentere Fred hat die Band im Home of Rock schon hinreichend gewürdigt.
Rein showtechnisch finde ich den stimmlich über jeden Zweifel erhabenen Georg Bayer zwar etwas langweilig, aber diese Double Lead - allererste Sahne. Ich weiß gar nicht, ob ich Christoph Berner oder Volker Dörfler besser finden soll, jeder hat seine Stärken und beide ergänzen sich wunderbar. Ein punktgenauer Bass, timingsichere Drums, wenn die jetzt noch einen Keyboarder hätten... Moment, die haben ja einen. Der arme Klaus Brosowski war an diesem Abend praktisch nicht zu hören, so entsetzlich war das Ganze abgemischt. Bei einem Solo kurz vor Schluss wurde er dafür dann gnadenlos auf Kosten der restlichen Band hochgezogen... Mit der Feinfühligkeit einer Herde Büffel wurde die eindeutig beste Southern Rock Band Deutschlands, wenn nicht Europas, wenn nicht in noch weiterem geografischen Rahmen, niedergemischt.
(Ralf)

Es sind mittlerweile weit über 200 Gäste im Saal und nur das Bier fließt in noch größeren Strömen als der Schweiß.
Der Höhepunkt des Abends war, für mich, also schon vorbei. Wenn man die Reaktionen auf den folgenden Set von der deutschen Southern Rock Band überhaupt, LIZARD, beobachtete, kam der allerdings erst noch.
Die Jungs sind so oft und so lange auf Tour und sind gnadenlos gut eingespielt. Ich gestehe, dass ich nicht der Über-Fan der Truppe bin, aber die können mit einigen ihrer Vorbilder musikalisch problemlos mithalten. Zwei sich so gut ergänzende Gitarristen in einer Band, wird man in Deutschland kaum ein zweites Mal finden. Auch hier war der Sound in Ordnung. Lediglich die Keyboards waren etwas arg weit nach hinten gemischt. Na ja, der saß ja auch ziemlich weit hinten...
Wie gesagt die Stimmung stieg immer weiter und von dem vermeintlichen Handicap von Sänger Georg Bayer (wie war das: Bettpfosten?) merkte man kaum was. Gewohnt stimmstark führte er seine Band durch das Konzert und war immer wieder zu kleinen Scherzen aufgelegt.
Der von "Schorsch" inszenierte Gesangswettstreit zwischen den "Listenmitgliedern" und dem "normalen Publikum" ging in etwa so aus wie das Spiel der "Vorgruppe".
"Der nächste Song heißt Bring Me Some Water. Wenn mir einer Wasser bringt, den bring ich um!" droht Georg bei der Ansage zum entsprechenden Song, der zusammen mit der Coverversion von Dreams zu den Höhepunkten im LIZARD Set gezählt werden muss.
(Epi)

Zum Glück trübte das die gute Stimmung nicht wesentlich (außer bei einem mir bekannten Chefredakteur), zumal man auf der schnuckeligen Balkonempore des Manitu ohnehin mehr das Feeling genießt als auf die - dort ohnehin naturgegeben etwas eingeschränkte - Akustik achtet. Und die Band selbst lieferte natürlich auch einen famosen Auftritt ab - umso schlimmer, dass da jemand am Regler den Spielverderber gab.
Aber insgesamt eine tolle Sache, wenn man das Gesamtpaket Listentreffen nimmt, mit einem Konzert als Abschluss, an das alle Dabeigewesenen noch lange zurückdenken werden.
Eine ausdrückliche Würdigung und besten Dank allen daran Beteiligten (mit Ausnahme von Mr. Mischpult), allen voran Torsten Starke und Real Music mit Ralf Rischke an der Spitze.
(Ralf)

Zum (zweiten) Glück muss ich bekanntlich immer was zum meutern finden und das war in diesem Fall der Mann am Mischpult. Für was mühen sich alle Beteiligten mit einem Soundcheck ab, wenn es hinterher wie MOTÖRHEAD klingt?
Okay, so schlimm war's nicht, aber schon ärgerlich. Beim Trio aus Italien ging es noch einigermaßen gut, aber LIZARD sind sozusagen zwei Trios und da braucht's ein wenig Fingerspitzengefühl. Trotzdem, es war ein phantastisches Konzert, eine große Freude, all die Mädels und Jungs wieder oder erstmals zu treffen und am Schluss mit dickem Kopf wieder nach Hause zu fahren.
Schönen Gruß noch an den Igel, mit dem ich mich kurz nach Sonnenaufgang auf der Strasse unterhalten habe. Möglicherweise hat er mein Bayrisch nicht ganz verstanden, aber offensichtlich hatte auch er Spaß in dieser Nacht.
(Fred)

Zum (dritten) Glück liegt das "Manitu" (das übrigens seinen Namen nicht von ungefähr hat - da laufen echte Indianer rum!) etwas außerhalb (von hier kann man nach Polen rüber spucken - oder, wahrscheinlicher, herüber) und so ist es schon nach zwei Uhr als die letzten Noten im Saal verklingen.
Zumindest mit der musikalischen Leistung der Bands ist hier heute ganz offensichtlicht jeder zufrieden. Ein wirklich genialer Abend der zuende geht und der der Frage nach einer Fortsetzung ein donnerndes HELL, YEAH!!! entgegen brüllt.
Bis zum nächsten Jahr dann.
(Epi)
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