|
| 30. April & 1. Mai 2006, Ottweiler/Saar, Historische Altstadt |
 |
|
|
Festivals gibt es mittlerweile viele, in allen Größenordnungen und Schattierungen. Aus dem unüberschaubaren Wust
von Veranstaltungen ragt in diesem Jahr das Hexentanz-Festival in Ottweiler/Saar heraus, das am 30. April und
1. Mai in der historischen Altstadt neben einem historischem Mittelaltermarkt ein überaus abwechslungsreiches und
attraktives Line-Up bietet. |
| Bevor wir näher auf die einzelnen Künstler eingehen wollen, hier die harten Fakten: |
| TICKETS: |
Das Zwei-Tages-Ticket inkl. Mittelaltermarkt kostet im Vorverkauf 18 € + VVK-Gebühr |
| TICKERBESTELLUNGEN: |
Proticket oder
Extratix.
|
| UNTERKUNFT: |
Camping, Hotels, Pension, Ferienzimmer in Ottweiler und den umliegenden Orten. Empfehlungen auf der
Festival-Homepage.
|
| ANFAHRT: | Ottweiler/Saar liegt an der B41 zwischen St. Wendel und Neunkirchen und ist aus allen
Richtungen bequem über Autonbahnen zu erreichen. |
 |
Zum Hexentanz spielen auf...
ATROCITY sind fast schon ein Synonym für Innovation und eine besondere Eigenschaft zieht sich wie ein roter Faden durch
die komplette Geschichte der Band aus Ludwigsburg: Für Axel Krull und seine Mannen gibt es keine Genregrenzen. Von
lärmendem Death- und Thrash-Metal der Anfangstage ausgehend überraschte man Fans und Kritiker immer wieder mit spannenden
und durchaus gewagten Klangexperimenten. Wir erinnern an die Zusammenarbeit mit den EBM-/Elekro-Ikonen DAS ICH, das
Ethno-Album "Calling the rain" mit Alex Schwester Yasmin, und natürlich "Werk 80", bei der sich ATROCITY liebevoll der
Pop- und Wave-Hits dieser Dekade annahmen. Im Zuge der Familienzusammenführung bilden ATROCITY auch den Kern von Liv
Kristines LEAVES' EYES. Das jüngste
ATROCITY-Album "Atlantis" spricht vor allem wieder die Fans härterer Klänge an.
Fünf elegante Herren nebst Butler in eleganten Gehröcken erlitten anno 1815 ein Stromschlag, der sie und ihre
Instrumente in die Gegenwart schleuderte und zudem unglaublich laut werden ließ. Sie werteten dies als Zeichen und
erkannten ihre Bestimmung darin, mit Klarinetten, Cello, Kontrabass und Schlagzeug frischen Wind in die für uns
zeitgenössische Tonkunst zu tragen. Dabei werden neben eigenen Werken schon auch mal Kompositionen von
MOTÖRHEAD oder
IRON MAIDEN überarbeitet, um den
gestandenen Metallern zu zeigen, dass es auch ohne Gitarren geht. Tourneen mit
SUBWAY TO SALLY und LETZTE INSTANZ
sind sicher nur erste Schritte um uns mit dem COPPELIUS-Virus zu infizieren. Unser
Jörg, ist dieser Band schon jetzt
hoffnungslos verfallen und adelte sie jüngst mit dem Ausruf: Vergesst APOCALYPTICA!
Die Könige der Spielleute melden sich in ihrem ureigenen Metier zurück. Nicht als elektrifizierte Ausgabe unter dem
Namen TANZWUT, nicht als die elitäre Version,
die mit Orchester im vergangenen Jahr ihre Carmina Burana-Interpretation
"Cantus buranus" mit
überwältigendem Erfolg in ausgewählte Konzerttempel der Edlen trug. Der Staub der Straße und der Mittelaltermärkte hat
sie wieder. Das mag für den einen oder anderen wie ein Rückschritt erscheinen, doch wer jemals erlebt hat, welche Kraft
die Band allein mit akustischem, mittelalterlichem Instrumentarium zu entfesseln vermag, der weiß es auch zu schätzen
CORVUS CORAX wieder einmal auf diese Art und Weise erleben zu dürfen.
Die Liechtensteiner Band ELIS, die zuvor schon als ERBEN DER SCHÖPFUNG aufhorchen ließen stehen für urwüchsigen
Gothic-Metal, der sich bislang noch nicht vom Mainstream vereinnahmen und glattpolieren ließ. Momentan arbeiten ELIS am
Nachfolger des überzeugenden
"Dark clouds in a perfect sky"-Albums
und es ist nicht auszuschließen, dass in Ottweiler schon einige neue Stücke präsentiert werden. Sabine Dünser und ihre
Mitstreiter werden es jedenfalls schaffen Gothics und Metaller gleichermaßen anzusprechen. Im Spannungsfeld zwischen
einschmeichelnder Düster-Romantik und ruppiger Härte gehören ELIS mit zum Besten was die Szene zu bieten hat.
FEUERSCHWANZ, des Hauptmanns geiler Haufen stehen für die humorvolle, zotige Seite des Mittealters. Wer würde daran
zweifeln wollen, bei Spielleuten mit den Namen Hauptmann Feuerschwanz, Sir Richard Hodenherz, Walther und Johann(a) von
der Vögelweide, Sir Lanzeflott, Eisi, der Mann mit der eisernen Maske, Fellatia, die Gierige und Orgasta, die
Unersättliche. Von einer rachsüchtigen Hexe zu ewigem Rittersein verflucht müssen sie im Laufe eines Jahres jeden Tag
besoffen sein, sich mit tausend Frauen paaren, ein Pferd zähmen, tausend Kilo Radieschen essen, eine Maid, nur durch
die Macht der Minne zur Frau machen und alle
SCHANDMAUL-Texte rückwärts pfurzen. Man
darf gespannt sein, wie FEUERSCHWANZ diesen Vorgaben auf dem Hexentanz mit ihrer Mittelalter-Folk-Comedy nachkommen
werden. Sicher nichts für Spaßbremsen, die alles meternst nehmen.
Es gehört Mut dazu, zwei der extremsten Spielarten der Musikgeschichte, die jeweils am gegensätzlichen Rande des
Spektrums angesiedelt sind, miteinander in Einklang zu bringen. Das jedoch macht das auf mittlerweile fast zwanzig
Köpfe angewachsene Münchner 'Black Metal meets Klassik'-Orchester HAGGARD zu einer der aufregendsten Formationen, die
zeitgenössische Musik uns zu bieten hat. Inhaltlich widmeten sich HAGGARD auf ihren drei phänomenalen Studiowerken
Nostradamus und Gallilei, musikalisch erscheint ihr Schaffen wie eine Allegorie auf Dantes 'göttliche Komödie'. Hölle,
Fegefeuer und Paradies wurden nie zuvor eindrucksvoller in Noten gefasst.
LEAVES' EYES ist weitaus mehr als die faszinierende Stimme von Liv Kristine, die mit
THEATRE OF TRAGEDY zu den Pionieren
des Gothic-Metal zählte, instrumental unterstützt von
ATROCITY. LEAVES' EYES ist eine tiefe
Verbeugung der Norwegerin vor der Kultur und Geschichte ihrer Heimat, angereichert mit keltischen Zitaten und
klassischen Elementen, ohne dabei die eigenen Gothic-Metal-Wurzeln außen vor zu lassen. "Vinland saga", basierend auf
Aufzeichnungen aus dem 12. Jahrhundert war eins der herausragenden Alben des vergangenen Jahres, voll von Leidenschaft,
Mystik und großer, tief unter die Haut gehender Gefühle. Man darf auf die Bühnenumsetzung gespannt sein, wenn Liv
Kristine uns einläd, den großen Leiv Eiriksson und seine Nordmänner um das Jahr 1000 auf der Reise nach Grönland zu
begleiten.
MANNSTOLL... Das klingt spannend, aufregend und beflügelt die Fantasie. Seit zwei Jahren sind die fünf mannstollen
Holden auf mittelalterlichen Veranstaltungen anzutreffen, wo sie für Gold, Wein und Schweinereien ein farbenfrohes
Tanzspektakel aufführen und mit Kerzen, Pois und Schleiern auf Bühnen, Tischen und den Nasen der anderen herumtanzen.
Mit ihrem vielseitige Programm, das orientalische, mystische, aber auch rockige Elemente aufweist, haben MANNSTOLL
schon so manchem Publikum den Kopf verdreht und blicken nicht ohne Stolz auf gemeinsame Veranstaltungen u.a. mit
CORVUS CORAX,
SALTATIO MORTIS,
SPIELBANN, CRADEM AVENTURE und den
IRRLICHTERN zurück. Freuen wir uns auf eine faszinierende Augenweide.
Die Bruderschaft POTENTIA ANIMI, das sind fünf Mönche in schwarze Kutten gehüllt, die uns vom mittelalterlichen Leben
hinter Klostermauern berichten wollen. Nicht mit gregorianischen Chorälen, sondern mit wilder, ekstatische
Mittelaltermusik, fegen sie zugleich den Irrglauben hinweg, dass es in den Klöstern immer streng und gesittet zuging.
Vielmehr künden uns Bruder Liebe, Bruder Nachtfraß, Bruder Schaft, Bruder Moeh und Schlafes Bruder in ihren
schelmischen Texten vom schmutzigen, lasterhaften Treiben unter dem Zeichen des Herrn. POTENTIA ANIMI sind die
aufstrebenden Spielleute der Mittelalterszene und rechtzeitig zum Auftritt in Ottweiler bescheren sie uns auch ihre
zweite Liedersammlung mit dem Titel "Psalm II" auf einer Silberscheibe.
SALTATIO MORTIS gehören mittlerweile zu den etablierten Künstlern der Mittelalter-Rock-Szene. Für diesen Status hat die
Band hart gearbeitet und sich durch unzählige Tourneen und Festivalauftritte eine treue Anhängerschaft erspielt. Dabei
begeistern SALTATIO MORTIS ihr Publikum gleichermaßen mit einem akustischen, eher an traditioneller Spielmannskunst
ausgerichteten Programm, als auch mit einer elektrifizierten Mittelalter-Rockperformance. Auf dem Hexentanz-Festival
lassen es SALTATIO MORTIS mal wieder so richtig krachen und präsentieren überwiegend Stücke der Alben "Erwachen",
"Das zweite Gesicht"
und natürlich vom jüngsten Werk "Des Königs Henker".
SPIELBANN sind eine der aufstrebenden Bands der Mittelalterszene, die auf die Kombination von brachialen Gitarrenriffs
mit mittelalterlichen Melodiebögen setzen. Nachdem im Dezember 2005 mit der zweiten Single "Rattenfänger" ein
Vorgeschmack auf das im Frühjahr 2006 erscheinende offizielle Debütalbum veröffentlicht wurde stehen die Zeichen bei
den Saarländern auf Sturm. Live steht die Band für einen explosiven Cocktail aus Düsterrock mit mittelalterlichen
Elementen, der visuell durch Tänzerinnen und eine spektakuläre Feuershow aufgewertet wird.
WOLFENMOND sind ebenfalls alte Hasen in der Mittelalter-Szene, wenngleich ihnen die große Anerkennung in Rock- und
Mainstream-Kreisen bislang versagt geblieben ist. Um dem abzuhelfen setzen WOLFENMOND mehr und mehr auf elektrisch
verstärkte Konzerte, bewahren sich aber ihre Ursprünge und Vielseitigkeit, indem sie auch weiterhin ein akustisches
Programm für Mittelaltermärkte, sowie ein eher besinnliches Ensemble-Programm für Konzerte in Kirchen oder Museen,
basierend auf dem "Finisterre"-Album anbieten. Für das Hexentanz-Festival haben WOLFENMOND einen elektrisch verstärkten
Mittelalter-Rock-Auftritt angekündigt.
Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

|