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| Krefeld, Kulturfabrik, 29.03.2007 |
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"Is it still raining?", fragte die liebenswerte Eleni Mandell leicht zerknirscht, nur um die andächtige Stille im Clubraum der 'Kulturfabrik Krefeld' ein wenig aufzulockern. Dieses Schmuddelwetter passte der guten Eleni, die freimütig gestand eine passionierte Sonnenanbeterin zu sein, nämlich gar nicht in den Kram. So modellierte sie sich, wahrscheinlich aber eher zufällig, an jenem 29. März 2007 ihren eigenen kleinen Kachelofen und spielte einen ganzen Haufen ihrer herzerwärmenden Balladen, um ein wenig kuschelige Gemütlichkeit in den Raum zu zaubern.
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Die ca. 60 oder 70 Anwesenden lauschten ergriffen und mucksmäuschenstill und etwaige Störgeräusche aus der einen oder anderen Saalecke wurden teils mit entrüsteten Blicken oder sogar mit verbalen Maßregelungen unterbunden. Die vierköpfige Combo hätte theoretisch sogar unplugged aufspielen können, wenn nicht der neue Tourgitarrist Jeremy Drake auf sein unscheinbares, aber umso wirkungsvolleres Effektgerätearsenal hätte zurückgreifen müssen.
Im Gegensatz zur 2005er Tour, die Eleni Mandell lediglich im Trioformat bestritt, vertraute sie diesmal den kunstfertigen Handgriffen jenen jungen Mannes, der eigens von WILCOs Nels Cline, der ja auf Mandells aktuellem Album die außergewöhnlichen Soundgespinste fabrizierte, empfohlen wurde. Jeremy Drake also ließ die abwechslungsreichen und fein ausbaldowerten Arrangements des aktuellen Albums schnell vergessen, indem er mittels klug gezeichneter Soundtexturen ähnlich abgefahrene Momente kreierte wie das halbe Dutzend Gastmusiker auf "Miracle Of Five". Der junge Mann war quasi der Gewinner des Abends, wobei natürlich der filigran agierende Schlagzeuger Kevin Fitzgerald mit seinen rhythmisch einfallsreichen Drumpatterns ebenfalls für genügend Abwechslung sorgte. Bassist Ryan Feves, der geradewegs seinem Bett entstiegen schien, unterfütterte mit stoischer Ruhe und Abgeklärtheit den charismatischen Sog der Mandell-Kompositionen. Diese Band spielte nun im wahrsten Sinne des Wortes zusammen. Hochachtung!
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Mandell selbst, die gewohntermaßen mit einem kurzen Kleidchen der Marke Second Hand und der unvermeidlichen Handtasche die Bühne betrat, vertraute wie eh und je auf die heilende Kraft ihrer einnehmenden Stimme, wobei sie ständig zwischen unterschwelliger Laszivität und melancholischer Betroffenheit pendelte. Ihre kleinformatige Martin-Akustik gut im Griff, schöpfte sie aus dem Vollen und bot einen schimmernden, bisweilen funkelnden Querschnitt ihrer immerhin auch schon fast 10 Jahre währenden Songwriterkarriere. Mandell wirkte dabei etwas unbefangener und weniger scheu als noch vor zwei Jahren im Duisburger 'Hundertmeister'.
Gegen Ende des vielleicht etwas zu kurzen Konzertes (gute 60 Minuten plus Zugaben) brach sie sogar noch mit einer ihrer Prinzipien und brachte auf inständiges Bitten einer zu spät eingetroffenen Zuschauerin ihren Titel Girls zum zweiten Mal an diesem Abend, nicht ohne sich zuvor beim Rest der Anwesenden zu vergewissern, ob dies denn wohl okay sei. Da sich aber die sanftmütige Aura der Mandell-Kompositionen schon wie ein wärmender Mantel um den kompletten Saal gelegt hatte, stand dem späten Glück der Bittstellerin nichts mehr im Wege.
Und als sei ein wenig Magie mit im Spiel, gönnte sich sogar der strömende Regen beim Verlassen der Kulturfabrik eine kleine Ruhepause.
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