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Die Southern Rock-Tour 2001

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Fotos: 
Adelina Schmidtlein, Severina Popova & Michael Knippschild (Nocturn) 

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Tourplakat
Das Tourplakat - 75 KB
Bruce, Daniel, John
Bruce Brookshire, Daniel Bud Ford & John Turner Samuelson - 66 KB
Bruce, John
Bruce Brookshire & John Turner Samuelson - 97 KB
Bruce
Bruce Brookshire - 66 KB
Bruce
Bruce Brookshire - 92 KB
Georg, Volker, Ralf
Georg Bayer, Volker Dörfler, Ralf Mende - 40 KB
Georg, Klaus
Georg Bayer & Klaus Brosowski - 56 KB
Christoph, Volker
Christoph Berner & Volker Dörfler - 62 KB
Nocturn
Alfie Mizrahi, Lutz Melzer & Kay Speer (Nocturn) - 26 KB
Nocturn
Kay Speer & Johann Kloevekorn - 36 KB
Nocturn
Alfie Mizrahi & Kay Speer - 25 KB
Nocturn
Alfie Mizrahi, Lutz Melzer & Kay Speer - 24 KB
Nocturn
Lutz Melzer - 26 KB
Nocturn
Nocturn - 26 KB
Georg
Georg Bayer - 76 KB
Christoph, Volker
Christoph Berner & Volker Dörfler - 68 KB
Ralf
Ralf Mende - 44 KB
Klaus
Klaus Brosowski - 59 KB
Bruce
Bruce Brookshire - 64 KB
Eddie
Eddie Stone - 29 KB
Reichenbach, Horb, Göttingen, Ulm, Isernhagen, Aschaffenburg, Villingen, Hamburg, Worpswede, Nürnberg, 26.10. - 04.11.2001Bildergalerie Lizard
Bildergalerie Doc Holliday

Es ist eine glückliche Konstellation, wenn der Sänger und Bandchef einer deutschen Band den Sänger und Bandchef einer amerikanischen Band so gut kennt, dass er ihn immer wieder zu einer gemeinsamen Tour durch Deutschland gewinnen kann.

Wenn diese beiden Bands dann auch noch Southern Rock machen, wenn die amerikanische Band, in den einschlägigen Kreisen, Kultstatus besitzt und die deutsche Band mit weitem Abstand die beste europäische Southern Rock Band ist, dann könnte man meinen, dass alles in Butter ist und dass sich die Leute um die Tickets schier prügeln.

Wenn man allerdings die Sache nüchtern betrachtet und den Status "unserer" Musik in den Medien, in den Charts und in den heimischen CD-Playern betrachtet, sieht das alles gleich ganz anders aus.
Rechnet man dann noch hinzu, dass die amerikanische Band eigentlich gar nicht existiert, sondern sich immer nur für die gemeinsamen Tourneen durch D-Land zusammenfindet, dann kann man sich vorstellen, auf welch begrenztem Raum eine solche Tour abläuft.

Als im Sommer die Termine der Tour bekannt wurden, stieg schlagartig die Erregung. LIZARD sind nun mal die beste Southern Band hierzulande, haben mit "Southern Steel" ein Hammeralbum in diesem Jahr hingelegt und DOC HOLLIDAY haben in all den Jahren nie schlechte Konzerte abgeliefert.
Gleichzeitig wurde bekannt, dass es ein neues Album von Doc Holliday geben wird. Das ist grundsätzlich schon mal ein Grund zur Freude und das gleich doppelt, da die Band von BRUCE BROOKSHIRE in den letzten Jahren auf dem Plattenmarkt eher durch Nichtanwesenheit glänzte.

So weit, so gut. Für uns war auf jeden Fall klar, dass wir so viele Konzerte wie nur irgendwie möglich, auf dieser Tour sehen wollen.
Und dann geriet alles aus dem Ruder. So ziemlich alle Bands aus Übersee cancelten ihre Tourneen, keiner wusste, wie es überhaupt weitergehen soll, jeder hatte Angst. Und zwar nicht nur um die Tour.
Bruce gab Entwarnung und bestätigte sein Kommen noch mal ausdrücklich. Was soll einen Southern Man aufhalten?

Nichts. Und deswegen sind wir am Freitag, den 26.10., in großer Besetzung und furchtlos aus Bayern aufgebrochen, um das schwäbische Reichenbach zu erobern.
Die Halle ist ein netter Club (allerdings mit katastrophaler Belüftung, der sichere Tod für jeden Asthmatiker) und war bereits lange vor dem Auftritt gut gefüllt. Wir haben viele Bekannte von der Southern Rock Mailingliste getroffen, nett geplaudert und festgestellt, dass dieser Auftritt für Lizard ein Heimspiel werden wird.

Showtime. 75 Minuten Lizard machen einfach nur Spaß. Es ist mittlerweile egal, welche Songs geboten werden. So tight spielen sie zusammen und so perfekt sind die Songs.
Riding On A Train, Boys Are On The Road, I'm A Man, Ordinary Southern Man und all die anderen Granaten überzeugen immer wieder.

Was ist uns aufgefallen? Die Jungs waren nervös. Kollegin Heidi (die aus unserer Reggae-Redaktion!!) meinte sogar "hypernervös". Sänger Georg Bayer wäre bei einem Casting für die nächste Boygroup von RTL glatt durchgefallen. In der ersten Hälfte des Gigs merkte man ihm die Nervosität wirklich an. Man glaubt es kaum, aber selbst ein altes Bühnentier hat offenbar Lampenfieber. Cool.
Bei Gregg Allman's Dreams haben sie einen veritablen "Hund" eingebaut. Im Tennis würde man sagen: Leichter Fehler. Sowas finde ich nett, da in den folgenden gut 10 Minuten so ziemlich alle Register gezogen werden, die man mit 2 Gitarren, Keyboard, Bass und Drums nur auffahren kann.
Wirklich genial ist das Zusammenspiel von Christoph Berner und Volker Dörfler an den Gitarren. Ein ums andere mal tränen dem Southern Fan die Augen. Egal, ob es nach Betts/Allman klingt, oder nach Hlubek/Roland/Holland, besser geht das nicht. Dazu noch die Keyboard-Schmankerl von Klaus Brosowski, Powerdrumming und der Anschiebe-Bass von Helmut Kipp und Ralf Mende. Einfach perfekt.
Kleiner Kritikpunkt: Aus meiner Sicht waren die Solo-Einlagen nicht unbedingt nötig. Die mag ich aber bei keiner Band. Das Publikum sah das anders und zollte den 6 gehörig Respekt.

Normalerweise würde man nach so einem Auftritt an die Bar wandern, sich noch ein Bier genehmigen und dann heim gehen, um sich über einen geilen Southern Rock-Abend zu freuen. Aber es kommen noch DOC HOLLIDAY.
Sehr viele Konzerte haben Bruce & Co. seit der letzten Tour im Januar 2000 nicht gespielt. Dieses hier ist das erste der laufenden Rundreise.

Gleich der erste Song ist die Überraschung der Tournee. Jailbreak von Phil Lynott. Die Nummer ist bereits auf einem Thin Lizzy-Tribute Sampler veröffentlicht und soll auch auf der neuen CD "A Better Road" vertreten sein. Nur, die gibt es noch nicht.
Hört man sich Jailbreak heute im Original von Lizzy an, klingt es doch etwas verstaubt. Immerhin ist der Song 25 Jahre alt. Aber Bruce macht etwas ganz besonderes draus. Bretthart knallt das aus den Boxen und trotzdem ist eine Leichtigkeit zu hören, die man ansonsten nur von Bands wie beispielsweise Little Feat kennt. Beschwingt, locker, southern, heavy. Unglaublich.
Dazu steht da eine Band auf der Bühne, die vom ersten Moment an den Eindruck erzeugt, dass sie pro Jahr mindestens 280 Konzerte in den größeren Hallen spielt. Oben hab ich "Showtime" gesagt. Jetzt ist SHOWTIME!
Uuuuuh. Bruce und John Turner SAMUELSON an den Gitarren und Eddie STONE an den Keyboards vollführen auf der Bühne etwas, was ich nur als "Da steppt der Bär" bezeichnen kann.
In den knapp 2 Stunden sieht man alles, was eine Southern Band auf einer Bühne tun kann. Allerdings sieht das bei Doc Holliday anders aus, als bei manch anderer Band. Wo oft reine Machophantasien bedient werden, kommt bei Doc Holliday eine freundliche, lässige, relaxte, positive Stimmung rüber, die jeden "Gitarrenrockfreak" zum Grinsen bringen muss. Man bangt nicht Head, sondern groovt sich beschwingt ein.

Über die Setlist braucht man nicht viele Worte zu verlieren. Alle Doc Holliday Klassiker werden gespielt. Ain't No Fool, Moonshine Runner, Lastride, Doin' It Again, Redneck Rock & Roll Band, Song For The Outlaw, Lonesome Guitar und und und.

Bruce ist stimmlich gut wie nie, spielt eine derart gewaltige Gitarre, dass einem Angst und Bang um alle anderen lebenden Southern Gitarristen wird und sieht außerdem extrem frisch und aufgeräumt aus.
John steht ihm kaum nach, hat mächtig Spaß und zusammen zaubern beide Double Leads hin ... wie aus dem Gitarrenwunderland.
Daniel Bud FORD ist, wie immer, der ruhende Pol. Groß und gewaltig steht er da, zupft seinen Bass und explodiert genau einmal, bei seinem kurzen Solo.
Danny "Cadillac" LASTINGER trommelt, ebenfalls wie immer, präzise, hart und druckvoll. Wir hören bei dieser Tour zwei hervorragende Drummer.
Und Eddie STONE ist sowieso der Hammer. So ein Bühnenvieh sieht man an den Tasten sonst nirgends. Man sollte mit ihm einen Lehrfilm "Stageacting für Keyboarder" drehen.

Erwähnenswert ist noch die kurze Ansprache von Bruce zum Thema Southern Rock. Das sollten sich gewisse Herrschaften (auch Musiker!) hinter die Ohren schreiben. Southern Rock ist kein Platz für Rassisten, Hetzer und sonstige Extremisten. Southern Rock ist da, wo wir Spaß haben! Peace.

Samstag, 27.10.2001, Horb, Rainbow

Wir waren leider nicht da. Uns wurde aber mitgeteilt, dass der Laden rappelvoll war (ca. 120 Leute, mehr geht nicht), die Stimmung entsprechend hervorragend und beide Bands wieder exzellent aufgespielt haben. Wir glauben das ungehört und sind neidisch.
"A Better Road" war leider noch nicht erhältlich.

Sonntag, 28.10.2001, Göttingen, Outpost

Das Negative gleich vorweg: Leider mussten die Bands vor einem fast leeren Haus spielen. Trotz sehr früher Plakatierung verirrten sich nur 30-40 Leute in die Outpost.

Lizard eröffneten und spielten solide ihren Set. In den ca. 70 Minuten spielten sie vor allem Stücke ihrer neuen CD. Besonders der Sound muss erwähnt werden, der in der Outpost bei anderen Konzerten auch schon sehr viel schlechter ausfiel.

Der Gewinner des Abends waren aber Doc Holliday.
Bruce und seine Band spielten fast 1 1/2 Stunden und rissen von der ersten Minute das (zugegebenermaßen kleine) Publikum mit. Trotz der leeren Halle war die Stimmung der Band super und sie spielten, scherzten und unterhielten das Publikum. Laut einer Ansage von Bruce ist es ihnen egal, ob sie vor 12 oder 12.000 Leuten spielen, sie wollen, dass alle Spaß haben.
Sie kehrten unter Beifall zweimal auf die Bühne zurück, wiesen kurz auf ihre neue CD hin und waren nach dem Auftritt sofort zum Signieren am T-Shirt Stand.

Ich war vor dem Konzert etwas skeptisch. Southern Rock Bands, die mehr ihre eigene Coverband sind, gibt es ja genug (ihr wisst wen ich mein ;-), aber bei Doc Holliday stimmte alles. Und Bruce sah ohne Schnurrbart verdammt jung und frisch aus.
So muss ein Konzert sein!

Montag, 29.10.2001, Ulm, Roxy

Montagabend in Ulm. Klingt schaurig. Das müssen sich auch die Ulmer denken und bleiben deswegen zuhause und verriegeln die Türen.
Vielleicht 80 Rocker versammeln sich im Roxy. Und, das muss man mal sagen, das Roxy ist ein starker Laden! Netter Barbereich, klasse Halle, schöne Bühne. Die Ulmer wissen gar nicht, was sie verpassen.

LIZARD geben wieder einen langen Set. Diesmal ohne Soli und ohne Nervosität. Sehr geil gerockt!

Man glaubt es nicht, aber DOC HOLLIDAY sind noch genialer als 3 Tage vorher. Ich weiß nicht, wie die das machen. Anscheinend haben sie seit Freitag ca. 100 Konzerte gespielt.
Die Setlist ist (bei beiden Bands) leicht umgestellt, ändert aber nichts an der sagenhaften Performance (beider Bands).

Wir haben dieses Jahr schon etliche gute Konzerte gesehen. Aber Platz 1 und 2 sind jetzt neu vergeben.

Mein besonderer Dank gilt der Deutschen Bahn, die es sogar nachts um halb 2 schafft, einen Zug mit 45 Minuten Verspätung abfahren zu lassen. Respekt! Der von mir beschimpfte Schaffner hat leider als Watschenmann herhalten müssen.

"A Better Road" war immer noch nicht da... (Die Red.)

Dienstag, 30.10.2001, Isernhagen, Bluesgarage

Der Live Act der drei Bands Nocturn, Lizard und Doc Holliday war vom Feinsten. Alle drei Bands haben sich die Seele aus dem Leib gespielt.
Wie auch schon in Göttingen, war die Bluesgarage leider nur zu einem Drittel gefüllt. Waren letztes Jahr bei Molly noch 400 Leute, so werden es gestern so an die 100 gewesen sein. Die Stimmung war trotzdem super, denn nur die wahren Fans waren halt da.

Drei Bands an einem Abend, das erlebt man außerhalb eines Festivals doch sehr selten. Eines dieser seltenen Erlebnisse fand am 30.10. in der Bluesgarage in Isernhagen statt.
Die Bluesgarage ist einer der besten Liveschuppen in Niedersachsen. Allein das, von Inhaber Henry, mit viel Liebe gestaltete Outfit lässt die Herzen der Musikfans höher schlagen.
Und an diesem besagten 30.10. sollten gleich 3 Southern Bands die Garage zum Kochen bringen.

Ich will mich hier mit dem Opener NOCTURN näher befassen.
Die Hamburger Band ist kein unbeschriebenes Blatt im Southern Rock Business. So waren sie z.B. schon Einheizer für Molly Hatchet.

NOCTURN rocken pünktlich um 21 Uhr los. Als Eröffnungssong spielen sie die Haynes/Neel Komposition Maydell. Dieses Lied ist alles andere als ein einfacher Geradeausrocker. Reichlich viel vertrackte Fallen haben Warren Haynes und Johnny Neel eingebaut. Und sieh da, NOCTURN meistern den Song mit Bravour. Alle fünf spielen wie aus einem Guss und galoppieren im rhythmischen Gleichschritt.
Das fängt ja schon mal gut an.
Kay Speer hat seine Gitarre sehr hoch umgeschnallt. Auch kein schlechtes Zeichen.

Die nächsten beiden Cover-Versionen White Knuckle Ride und Bounty Hunter von Skynyrd/Hatchet bringt die Band wuchtig und voller Spielfreude unters Zuschauervolk.
Good As Gone, die erste Eigenkomposition, ist voll ausgefallener Einfälle und würde so manche durchschnittliche Rockband aus dem Takt bringen. Nicht so NOCTURN.
38 Specials Wild Eyed Southern Boys lebt von den Gesangsduellen von Leadsänger ALFIE MIZRAHI und Basser "LEON" MELZER. Das macht Spaß und überträgt sich auf's begeisterte Publikum.
SHADOW HUNTER, eine taufrische NOCTURN Nummer, lässt aber sofort 38 Special vergessen. Dieser Song powert toll und bietet zudem eine wunderbare Melodie. Die Band rockt wie Besessen und bringt den Saal zum Kochen.

Das folgende, fast zehnminütige, Carolina setzt dem noch eins drauf.
Gitarrist KAY SPEER spielt die verrücktesten Soli auf seinen sechs Saiten. Mal rockt er mächtig, dann wird er verspielt jazzig. Er erinnert mich stark an GENTLE GIANT-Gitarrist GARY GREEN (Funkhaus Hannover 1975), der auch die vielfältigsten Stilarten beherrschte.
Höhepunkt bei Carolina ist das Duell LUTZ/KAY/JOHANN mit ARNE BIHN am E-Piano:
Arne allein gegen die Rhythmusmaschine von Nocturn.
Das groovt und rockt wie die Pest. Herrlich. Der Satzgesang kommt wie aus einem Guss.

Running All The Time und Ladys Blues sind die beiden letzten Songs von NOCTURN an diesem Abend.
Auch wieder keine 0815-Rocker, sondern ausgefeilte, durchdachte Kompositionen.
Ähnlich wie GOV'T MULE bieten NOCTURN vielfältige musikalische Ideen auf hohem künstlerischem Niveau.
Danach ist leider Schluß.

Sänger Alfie Mizrahi hat die passende leicht raue Röhre und ist nicht aus dem melodischen Takt zu bringen, trotz der teilweise sehr komplexen und schwierigen Arrangements. Alle Achtung.
Keyboarder Arne Bihn, Drummer Johann Kloevekorn und Basser Lutz Melzer präsentieren sich als souverän aufspielende Rhythmus-Maschinerie.
Und Kay Speer glänzt als sehr sauberer und schneller Gitarrist voll verrückter Ideen.

NOCTURN gehören sicherlich zu den besten deutschen Rockbands. Und ihre eigenen Songs haben es wahrlich in sich. Die einfallsreichen Arrangements würden so mancher Chartband zur Ehre gereichen.
NOCTURN waren der gelungene Auftakt zu einem insgesamt hervorragendem Rockabend. Ich freue mich schon auf ihre erste CD, die in diesen Tagen erscheinen wird.

LIZARD folgten in gewohnt starker Manier. Die beiden Gitarristen kesselten um die Wette. Der Sound war glasklar.

DOC HOLLIDAY waren dann das I-Tüpfelchen. Der Sound war perfekt abgemischt. Alle Instrumente waren losgelöst vom Gruppensound. Kein krachender Soundbrei wie man ihn manchmal serviert bekommt. Das galt auch für Nocturn und Lizard. Allerdings waren Doc H. klangtechnisch die Krönung.
Und Bruce ist ein unglaublich sympathischer Showman. So stoppte er bei einem Peter Green Song sein Solo und forderte einen Besucher auf, sein Bierglas in einem Rutsch auszutrinken. Während der arme Junge sich redlich mühte, schaute Bruce mit vorgespielter Genervtheit auf seine Uhr. Als das Glas leer war, nahm er es als Slide-Röllchen. Kein leichtes Unterfangen, damit saubere Töne aus der Gitarre zu locken. Doch Bruce meisterte das mit Bravour.

Fazit: Ein gelungener Abend mit drei Klasse-Bands.

Überrascht und erfreut war ich über den regen CD-Verkauf nach der Show (gegen 1 Uhr). Da gingen etliche CD's über den Ladentisch.
Die neue Doc Holliday-CD "A Better Road" ist eingetroffen! (Die Red.)

Joachim Domrath, (Impressum, Artikelliste), 31.10.2001

31.10.2001 bis 02.11.2001, Aschaffenburg, Colos Saal, Villingen, Familienpark und Hamburg, Logo (mit Nocturn)

Und auch hier: Wechselnde Zuschauerresonanz. 2 (bzw. 3) großartige Bands. Die Stimmung ist, trotz irrer Fahrtstrecken, großartig.

Samstag, 03.11.2001, Worpswede, MusicHall

Es ist zu schade, dass wir dort nicht waren.
Beide Bands berichten von einem genialen Gig und phantastischen Zuschauern.
Worpswede rocks!

Sonntag, 04.11.2001, Nürnberg, Hirsch

Der Hirsch in Nürnberg ist gut. Nürnberg hat eine ordentliche Rock-Szene. Und deshalb war der Hirsch auch gut ordentlich gefüllt. Wir treffen wieder einen Haufen (Mail-) Freunde.
Aber! Hey, Ihr Hirschen, ist es denn wirklich notwendig, den Saal auf Kühlschranktemperatur zu temperieren und dazu noch das Gebläse vom Windkanal einzuschalten?

10 Tage waren die Bands jetzt unterwegs und das ist anstrengend. Deutschland kreuz und quer, rauf und runter, da hilft auch der beste Bus (-fahrer) nicht gegen Erschöpfung.
Trotzdem, wie immer, LIZARD ziehen einen phantastischen Set durch. Mit nur 45 Minuten zwar überraschend kurz, aber dafür knackig ohne Ende. Wer es immer noch nicht kapiert hat: SO GEHT SOUTHERN ROCK!

Witzig war die Einlage von Bruce als Oberkellner und "Animierdame". Nötigt der Kerl doch die Band zum Schnapstrinken und kippt sich selbst eine Cola runter. Immerhin, denn sonst hat er immer stilles Wasser getrunken...

Anschließend rocken noch mal Doc Holliday. Und wie. Mein drittes Konzert der Tour und ich bin jedes Mal mehr begeistert. Es ist einfach unfassbar, wie diese "Freizeitband" alles und jeden in Grund und Boden spielt.

Das Flaschbier-Ex-Trinken zwischen Georg und Eddie ging ungefähr unentschieden aus.
Und zum Schluss bedankt sich Bruce bei Georg, für die "Genehmigung", Lonesome Guitar spielen zu dürfen. Die hätte Georg nicht erteilen sollen! Denn, die Version von LIZARD ist besser!! Zumindest bei diesem Lied wären LIZARD klarer Punktsieger geworden.

Es ist unseriös, diese beiden Bands mit anderen zu vergleichen, aber ich bin sicher, dieses Niveau wird Molly Hatchet, mitsamt mitreisenden Bands (Company Of Snakes und Humble Pie), auf der kommenden Tour nicht halten können. Dafür waren diese Konzerte zu genial, zu musikalisch, zu stimmungsvoll und zu gut gelaunt.
Und im nächsten Jahr macht Ihr das wieder, gell Georg!

Tourende

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), November 2001

Bilder: Adelina Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 26.10. - 04.11.2001

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