| Live im BR-Park Nürnberg, 22.08.2001 |
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Deep Purple - ? gibts die noch - oh ja!
Die gibt's und wird's immer geben - diesmal als Open Air,
man durfte gespannt sein....diesmal ohne Orchester - der blanke Rock!!!
Ja und wo? Natürlich (sic!)- beim Bayerischen Rundfunk in der Wallensteinstraße in der Parkanlage -
der Einlass war 18.00 Uhr und Beginn 19.00 Uhr - das Parkplatzproblem absolut vorprogrammiert, denn das Gelände ist mitten in einer Wohn-/Gewerbe-Gegend.
Zwei "verlorene" Polizeibeamte waren
bemüht die Massen an Autos nicht in die eh schon verstopften Sackgassen fahren zu lassen...
Das Gelände war mir allerdings unbekannt, es war eine schöne Parkanlage - umrandet mit Bäumen.
Eine große Bühne und zwei Vorbands. Zumindest die 2. Vorband, April Days, war einigermaßen erträglich
und die in der Überzahl befindlichen Franken harrten der Dinge, bis um ca. 20.50 Uhr Deep Purple
die Bühne enterten und gleich mit mächtig Dampf ihr Women from Tokyo in die gut gelaunte Menge
katapultierten.
Die Stücke reflektierten im Großen und Ganzen die Sets analog der 1999er Abandon-Tour.
Auffiel, dass Purple geschickt "neue" Songs mit den alten mischte, also so nach jedem 2. alten ein
neueres Stück.
Die Stimmung im Publikum wurde immer besser, Ian Gillan war sehr locker und entspannt, hatte aber hie und da leichte Probleme mit seiner Stimme. Er lobte die Menge (ca. 10.000 Leute) immer wieder zwischen den Songs mit den üblichen Worten ... you're fantastic .... absolutely superb.....
Purple spielten ca. 100 Min. und sie brachten es fertig, nicht nur durch ausgeprägte Solis der einzelnen Musiker (allen voran Steve Morse mit exzellenten Guitar Spiel - welches einen gewissen R. Blackmore schier vergessen ließ), einen Hauch von Einmaligkeit / Besonderen - ja sogar Melancholie
an eine gewisse Zeit aufkommen zu lassen.
Ganz besonders zu erwähnen sind dabei ein paar Stücke wie
Speed King, Lazy, Black Night, Highway Star, Smoke on the Water (welches in einem Medley von Stücken wie La Grange, Sweet Home Alabama etc. eingebettet war).
Eine kleine Überraschung gab es gegen Ende,
als Gillan bekannt gab, nun ein Stück zu spielen, dass sie seit über 30 Jahren nicht mehr gespielt haben:
HUSH
Es war unglaublich - da sah man mal wieder, dass die Musiker heute Abend aus Spaß an der Freud' auf der Bühne standen! Dies merkten auch die Leute, die auch die "neueren" Stücke wie Ted the
Mechanic, Sometimes I feel like screaming, Perfect Strangers u.s.w. gut aufnahmen. Apropos aufnehmen. Man darf mal gespannt sein, ob der Bayerische Rundfunk in der Lage ist/war, dieses Concert auf dem eigenen BR-Park-Gelände zu reproduzieren und sich die Cameraleute nicht wieder gegenseitig filmen/filmten.
Nun, es sei noch erwähnt, dass Don Airey als Vertreter von John Lord sich sehr wacker geschlagen hat. John hat sich eine Fußverletzung zugezogen und stand für die deutschen Concerte nicht zur Verfügung. Die "graue Eminenz" fehlte mir allerdings doch.
Lord hatte schon immer die Fähgkeit, bei den guitar solis von Steve Morse seine Orgel als "Rhythmusgitarre" einzusetzen und eine Soundfülle in die Songs einzubringen, die nie aufdringlich wirkte. Don Airey legte auch ein passables Solo hin - aber es war einfach nicht die Handschrift von John Lord...
Es zeigte sich mal wieder, dass auch so genannte Mega Bands in der Lage sind, good vibrations rüberzubringen. An diesem lauen Sommerabend gelang das allemal, es waren Besucher von 12 bis 55 Jahre vertreten, auch wenn einige Leute die Songs nicht kannten.
Deep Purple überzeugten als sympathische Handwerker, die genau wußten wann ein Rock'n'Roll oder ein gefühlvoller Blues wie z.B. Blind Man zu spielen war.
Ab und zu verstieg sich zwar Steve Morse etwas in seinen Soli, aber das ist man ja aus seinen "Dixie Dregs"-Zeiten gewöhnt.
Wirklich ein Ohrenschmauß war das Duell zwischen Morse' Solo-Gitarre und Ian Gillans Stimme.
Nachdem ich Purple nun schon öfters gesehen habe, war ich selbst erstaunt, dass die alten Herren mich tatsächlich ins Schwitzen gebracht haben. Das lag nicht an den 24 Grad Celsius, sondern einfach an der Tatsache, dass diese alten Stücke textmäßig und rhythmusmäßig nicht zu vergessen sind und einfach
Klasse gemacht sind.
Tja, jetzt wenn sie noch Child in Time oder Space Truckin' gespielt hätten...
Aber was will man noch mehr - super Wetter, guter und druckvoller Sound, sehr gut gefülltes Gelände - man könnte fast unterstellen, der BR hatte nicht mit soviel Zuschauer gerechnet - und vor allem die Erkenntnis
ein gutes Concert NICHT versäumt zu haben!
Rob Hiemer (Artikelliste), 23.08.2001
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