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Schwarze Nacht in Kulmbach

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Supp.: Geyers

Kulmbach, Plassenburg, 10.08.2008

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Kulmbach, Plassenburg, 10.08.2006

Es hätte ein faszinierendes Erlebnis werden können - BLACKMORE'S NIGHT auf der schönen Plassenburg in Kulmbach, wo man sich zeitweise ins Mittelalter zurückversetzt fühlt, wenn man durch die Altstadt bummelt, durch gepflasterte, verwinkelte Gässchen und an den alten Fassaden der schmucken Häuser raufblickt.
Wir nahmen dafür einen 750km langen Weg in Kauf, teilweise durch wolkenbruchartige Regenfälle erschwert. Das Wetter schien sich gegen Abend zu bessern, unsere Befürchtungen, das Konzert schwimmend verbringen zu müssen wichen, der Vorfreude.

Den ersten negativen Eindruck hatten wir dann beim Eintritt in die Burg: Wir wurden genau durchgecheckt und mussten eine mitgeführte kleine Plastiktrinkflasche 'draußen lassen'. Aus Sicherheitsgründen, dachten wir, denn den Grund dafür konnte man uns nicht nennen. Doch drinnen wurden auch solche Flaschen verkauft, also reine Abzocke - ein 1/8 Weingläschen kostete doch stolze 3 Euro!
Angeblich durfte man auch keine Fotoapparate mitnehmen, oder wir versäumten einfach, die Security-Leute zu schmieren - denn drinnen wurde dann von vielen anderen nicht wenig fotografiert.
Die Vorband, die GEYERS, fing pünktlich an und wir waren guter Dinge, wenigstens den Anfang des BLACKMORE'S NIGHT Gigs trocken genießen zu können.

Dann die Hiobsbotschaft: Wegen sogenannter "Security-Probleme im Backstage Bereich", was das auch immer heißen sollte, wurde der Beginn des Konzerts um eine halbe Stunde verschoben, wir sollen uns doch noch ein Bier holen...
Der Wettergott wollte darauf dem aufkommenden Groll des Publikum noch eins draufsetzen: Mit jedem Blick zum Himmel wurde dieser dunkler und unsere Hoffnung auf einen trockenen Abend geringer. Der Wolkenbruch ließ nicht lange auf sich warten. BLACKMORE'S NIGHT Gott sei Dank auch nicht und begannen vor einem bereits ziemlich durchnässten Publikum mit Waiting Just For You. Nach den ersten Klängen waren wir wieder versöhnt - bis uns das Herumgetuschel auf der Bühne und Ritchies immer häufiger werdende Abwesenheit auf den Boden der traurigen Realität zurückholte - wir würden heute nicht mehr für unseren langen Weg entschädigt werden.
Als Ritchie dann nach dem zugegeben wunderbar inszeniertem I Still Remember begann, den Menschen vor der Bühne die Hand zu schütteln und Candice uns ein paar Abschiedworte zuhauchte, konnten wir es kaum glauben - das konnte es doch nicht gewesen sein!? Das Publikum tat lautstark seinen Unmut kund, worauf sie meinte: "We don't want to go. Tell the people here!"
Wir schrien uns weiter die Seelen aus dem Leib, bis uns eine Stimme mitteilte, es wäre schon spät, man müsse Schluss machen - es war noch nicht mal 22:30 Uhr!

Ich finde, wenn man keinen Spielraum bieten kann, sollte man keine Konzerte abhalten und den Leuten 44 Euro pro Karte abluchsen!!!
Zumindest konnten wir den Abend noch in der Kulmbacher Feuerwache ausklingen lassen, wo man uns trotz der weit vorangeschrittenen Nachtstunde kulinarisch verwöhnte und es niemanden störte, als einige Bandmitglieder der Vorgruppe die GEYERS reinplatzten und mit lautem Gesang das ganze Lokal noch einmal ins Mittelalter zurückversetzten.

Angie Wilk, (Artikelliste), 28.08.2006

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