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Konzertbericht:
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Der Abend begann mit einer bösen Uberraschung. Entgegen den Ankündigungen spielten anstelle von
PRIMAL FEAR eine englische Band (als) Support, deren Name ich nicht mitbekam. Der Bühnenaufbau für Alice Cooper war sehr verheißungsvoll. Ein umgestürztes Autowrack bildete das Zentrum, umrahmt von einigen Mülltonnen. Am rechten und linken Rand standen seltsame futuristische Apparate und natürlich zeichnete sich schon die Silhouette der Guillotine ab. Eine Leinwand zeigte die Landschaft eines fremden Planeten, die durch die Skelette zerstörter Bauwerke dominiert wurde. Einer der futuristischen Apparate, ein mehrere Meter hohes Gestell, dass an die Maschinenmonster aus 'War of the worlds' erinnerte wurde mit dem Verlöschen des Saallichtes zur Bühnenmitte geschoben, der obere Teil klappte weg und es erschien der Torso eines Alice Cooper Doubles, das mit Grabesstimme ein Intro sprach: I am the controller.... bla bla bla.... welcome to brutal planet. Der Titelsong des aktuellen Albums bildete den gelungen Auftakt zu einem zweistündigen Spektakel. Der Sound war sehr angenehm. Druckvoll, aber nicht zu laut und transparent genug um auch technische Feinheiten und Spezialeffekte herauszuhören, wovon natürlich das leicht industriallastige neue Material profitierte. Das aktuelle Album 'Brutal planet', für mich ein sicherer Kandidat für die 10 Top-Alben des Jahres, stand im Mittelpunkt der Show und wurde mit sieben der elf Stücke wirklich ausführlich präsentiert. Besonders erfreulich, dass alle meine Favoriten der Scheibe gespielt wurden. Der Rest des Programms war - typisch Alice Cooper - nur zum Teil ein 'Greatest hits' Programm seiner mittlerweile
mehr als 30-jährigen Karriere. Natürlich gab es School's out, Eighteen, Elected, Only women bleed, Billion
dollar babies und Poison, aber auch in den letzten Jahren selten gespielte Songs wie Go to hell, The ballad of
Dwight Fry oder The black widow kamen zu neuen Ehren. Anders die Show, die viele altbekannte Elemente aufwies. Die peitschenschwingende Domina (bei Go to hell), das Aufspießen der Baby-Puppe (bei Dead Babies), das Würgen der Krankenschwester, Alice in Zwangsjacke, die Hinrichtungszeremonie.... altbekannt, aber immer wieder gerne gesehen. Beeindruckend die Ausstrahlung dieses Künstlers. Alleine die Performance zu Pick up the Bones, als Alice auf der Bühne verstreute Leichenteile einsammelt und ganz verzweifelt wirkt, weil sie sich nicht mehr zusammensetzen lassen ist mehr als sehenswert. Ein weiteres Highlight war ohne Zweifel der Balladendoppelpack Take it like a woman / Only women bleed, sehr emotional vorgetragen, was besonders den harten Text der erstgenannten Nummer unterstreicht. Geradezu genial, die 'Ansage' zu It's the little things. Alice Cooper ist ja normalerweise nicht der Künstler, der groß mit seinem Publikum kommuniziert, was auch verständlich ist, da es die Dramaturgie der Show stören würde. Um so verblüffender eine ellenlange Ansprache ans Publikum: "Es ist unser letztes Konzert in Deutschland.... bla bla bla.... und jeder zurückgelegter Kilometer war es Wert um für euch spielen zu können... bla bla bla... Was mich dann aber zur Weißglut treibt, ist so ein Arschloch mit einem beschissen T-Shirt im Publikum zu sehen. It's just the little things ...." und die Band bretterte gnadenlos durch diesen Klassesong vom aktuellen Album. Was für T-Shirts Alice Cooper bevorzugt, zeigte er dann nach dem vierten oder fünften Kostümwechsel bei den Zugaben. Ein schlichtes 'Schwarzes' mit weißer Aufschrift 'Britney wants me...' vorne und 'DEAD!' auf dem Rücken. Das trifft genau meinen Humor. Überhaupt traf diese Show wieder einmal voll meinen Geschmack und verdiente den Namen Show auch
wirklich. Schön, dass die Halle sehr gut gefüllt war (ich würde auf 2.500 Besucher und fast ausverkauft
tippen), denn das ist doch letzten Endes ein wichtiger Faktor, ob wir einen Künstler noch mal in Europa
präsentiert bekommen. Ich wäre jedenfalls auch beim nächsten Mal wieder dabei.... Martin Schneider, (Impressum, Artikelliste), 28.07.2000
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