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Konzertbericht:
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But to begin at the beginning. Nach überraschend "tighten" Auftakt der DOGS D'AMOUR (O-Ton Jörg, siehe seinen Bericht an anderer Stelle), wurde die Bühne zu einer Art endzeitmäßigem, asiatischem Vorhof zur Hölle hergerichtet. Nach kurzem Intro aus irgend einem schwarz-weißen Horrorschinken startet die "Brutal Planet - Descent Into Dragontown..." Show recht brachial mit einem Sex, Death & Money - Brutal Planet - Dragontown-Medley und katapultiert den Altmeister mit Industrialklängen ins Nu Metal Zeitalter.
Die Kokettiererei mit den jugendlichen Nachwuchskäufern ist aber nun endlich vorbei. Mist, denn die nun folgenden Klassiker I'm Eighteen - Welcome To My Nightmare (in einer gewöhnungsbedürftigen funky Version, dafür rauft sich Alice mit einer ansehnlichen Geisha-Domina) - Go To Hell - Billion Dollar Babies und mein heimlicher Favorite der Post-"Alice Cooper Group"-Ära, Feed My Frankenstein, halten mich auch weiterhin von der ersehnten Tränke fern. Doch ein Naturgesetz besagt, was oben reingeht, will unten wieder raus und so nutze ich die Gelegenheit auch gleich zur verdienten Nachschubversorgung.
Mittlerweile haben zwei Pfleger den krakeelenden Alice in eine Zwangsjacke gesteckt, in der er nun Wicked Young Man und Nurse Rozetta zum Besten gibt. Die besungene Krankenschwester (wie die vorherige Domina und die spätere Britney dargestellt von Coopers 17jähriger Tochter Calico) schiebt unvorsichtigerweise einen Kinderwagen vor Alices Nase herum und zu den Klängen von Dead Babies muss sie es nun bitter büßen. Alice kommt frei, greift sich einen Säbel und fühlt sich genötigt, das arme Mädchen zu misshandeln und den unschuldige Säugling aufzuspießen. Der hat zwar einen zusätzlichen Hundekopf auf den Schultern, aber kein Grund, gleich grob zu werden.
Das Medley wird derweil rein instrumental mit Devil's Food - The Black Widow und einem meines Erachtens zwar passablem aber gleichwohl überflüssigem Drum Solo fortgesetzt. Alice Leiche wird in einer Art Frankenstein- oder Stasiskapsel hereingerollt und die vorwitzige Krankenschwester bemächtigt sich der aufgespießten Kopfattrappe und setzt sie der Leiche auf den Hals.
Ein Wort zur bisherigen Performance. Im Zeitalter der computergenerierten Splatterorgien und Illusionisten wie Copperfield und Co. wirkt die einstmals trendsettende Show und Kulisse eher wie Omas Geisterbahn als wie zeitgemäßes Rocktheater und so beschränkt sich Alice im Folgenden auf die schnörkellose Darbietung seiner größten Hits und Liveklassiker wie Is It My Body - Trash - Lost In America - Only Women Bleed - Poison, wobei bei letzterem Mainstreamer erstmals richtig Stimmung aufkommt.
Doch als Kavalier der alten Schule weiß Mr. Cooper natürlich was sich gehört und mit Elected, Cold Ethyl und dem schwächsten Stück des Abends als Rausschmeißer Department Of Youth, wurde noch mal nachgelegt. Fazit: Alice war gut drauf, die Band mit Eric Dover (guit), Pete Friesen (guit), Chuck Wright (bass), Eric Singer (drums) und Teddy "Zig-Zag" Andrealis (keyb) erstklassig, der Sound fantastisch, die Setlist eigentlich stimmig, aber irgendwie wollte der Funken trotzdem nicht überspringen, schade eigentlich. Zum Abschluss noch ein Wort zum Merchandising. Überall klagt man (teilweise unbegründet) über den "Teuro", hier allerdings absolut zu Recht. Ein lumpiges T-Shirt für 40 Euro, ein Kapuzenshirt für 60 Euro und so fort, eine bodenlose Unverschämtheit. Bei solchen Wucherpreisen ist man an den Umsatzverlusten durch illegale T-Shirt-Dealer vor der Halle (die im Übrigen 1A Qualität mit klasse Aufdruck für 10 Euro feilboten) selber Schuld. Ralf Frank, (Impressum, Artikelliste), 03.12.2002
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