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Joe Lynn Turner am Telefon. Der Interviewer sitzt am Schreibtisch, der Musiker trabt mit seinem Hund an der Leine durch New York. Entsprechend entspannt plaudert Turner über die Lage der Nation, seine "fucks" sind bestens gelaunt, der Hund gibt auch seinen "Senf" dazu, netter kann ein Gespräch kaum verlaufen.
Joe Lynn Turner: Ich sag es gleich: Mir geht's gut, aber ich bin ziemlich müde. Das Wochenende war voll, ich hab Gigs gemacht, war in Flugzeugen rumgehangen, dann wieder zurück nach Hause. Heute früh war ich so richtig groggy. Andererseits: Was diesen Sommer noch alles kommt. Da bleibt mir gar nichts anderes übrig, als mir zu sagen "Reiß dich zusammen und kick some ass". Und wenn ich nachher einen kleinen Lunch bekomme, bin ich wieder topfit. Davon abgesehen bin ich wirklich ziemlich happy zur Zeit. Die CD wird gut angenommen, alles ist also gut.
HoR: Na ja, für einen achtzehnjährigen Rock & Roll Sänger sind ein paar Konzerte ja wohl kein Problem.
J.L.T.: Hähä, stimmt. Pass auf, jetzt erzähl ich dir mal einen ganz wilden Tourplan, den wir im August spielen. Zuerst flieg ich von New York nach Bulgarien, dort machen wir ein Festival mit BRAZEN ABBOT. Direkt danach zurück nach New York und am nächsten Tag weiter nach Idaho zum nächsten Gig [was durchaus anstrengender als Bulgarien sein dürfte. Red.]. Einen Tag darauf darf ich meine Sachen schon wieder packen und nach Finnland fliegen, dort spielen wir mit Graham Bonnet. Von Finnland geh ich dann nach Stockholm für ein Wochenende, da ist ein Studio gebucht, ich will ein wenig aufnehmen und Songs schreiben. Und danach fliege ich möglicherweise wieder heim. Ist das nicht verrückt?
HoR: Was ist denn passiert, dass Joe Lynn Turner plötzlich so aufgeregt durch die Welt reisen muss? Ich meine, im Studio warst du die ganzen Jahre tätig, fast jedes Jahr eine CD, aber live doch nicht so.
J.L.T.: Ja, ich weiß es nicht genau. So was wie ein Revival? Also speziell was mich betrifft, scheint es etwas in der Art zu sein. Dieses Jahr, dieser Sommer ist in jeder Hinsicht der arbeitsamste seit Jahren. Seit vielen Jahren. Ich bin da wirklich richtig happy drüber, die Leute haben mich wieder entdeckt, toll.
Was die Studioprojekte betrifft, ja, da hab ich natürlich in den letzten Jahren viel gemacht. SUNSTORM [Projekt mit Dennis Ward von PINK CREAM 69], "The Usual Suspects", "Fire Without Flame" und jetzt "Second Hand Life". Das ist natürlich ne Menge Singerei und Songwriting. Vielleicht ist es zu viel?
HoR: Guter Einwurf. Ist es zu viel?
J.L.T.: Probably. Pass auf. Ich habe immer wieder das Gefühl, dass zu viel Joe Lynn Turner unterwegs ist [auf dem Markt]. Aaaber, hey, die Leute mögen es! Es scheint also okay zu sein, die Leute kaufen die CDs, kommen zu den Konzerten und ich hab keinen Stress mit der Plattenfirma wegen zu viel Material. Bin also nur ICH, der meint, dass es zu viel wäre. Alles bestens also.
HoR: Ist es für dich heute schwerer als früher neue Songs zu schreiben?
J.L.T.: Ja und nein. Auf der einen Seite will ich mich natürlich nicht selbst wiederholen. Das macht die Sache schwerer. Andererseits habe ich natürlich so etwas wie, hm, ich nenne es Stil, also meinen eigenen Stil. Ich versuche meinen Sachen immer wieder einen neuen "Anstrich" zu geben. das neue Album zum Beispiel ist, hmmm, also irgendwie "erwachsener". Nicht dass es jetzt altmodisch klingt, einfach etwas melodischer vielleicht, also nicht unbedingt Wam-Bam-Rock'n'Roll, verstehst du? Diesmal wollte ich nicht diesen simplen, "dummen" Rock & Roll machen, sondern etwas intelligenteres. was möglicherweise gar nicht gut für den Rock & Roll ist. hahahaha.
Die Platte wird eben wieder geteilte Meinungen hervorrufen. Die einen werden es als brillant bezeichnen, die anderen werden meckern und nach dem alten RAINBOW-Sound rufen. Ach, aber das ist doch Unfug. "Usual Suspects" hatte ein wenig mehr von diesem RAINBOW-Sound, also das was viele erwarten, andere sagen dann "aha, alles klar, jetzt klingt er wieder nach Rainbow". Dann machst du eine Platte wie "Second Hand Life", auch um dich als Solokünstler wieder etwas zu etablieren, prompt sagen viele, dass der Rainbow-Input fehlt. Also bitte, fuck it, man kann nun mal nicht alle Menschen zufrieden stellen. Ich versuche, dass einige zufrieden sind, dass ich zufrieden bin, dass meine Arbeit für Qualität und Integrität steht. Mehr kann ich nicht tun.
HoR: Ist also ein Plan hinter jeder neuen Platte?
J.L.T.: Hm, nein. Auf jeden Fall kein Geheimnis. Wenn überhaupt, dann vielleicht, dass gutes Songwriting, gute Aufnahmen dahinter stehen . müssen. Andererseits, tja, hinter meiner nächsten CD wird so etwas wie ein Plan stecken. Die soll nämlich moderner klingen. Ich will eine Brücke zwischen Klassik und Moderne bauen, wenn du verstehst was ich meine.
HoR: Du wirst wie GREEN DAY klingen?
J.L.T.: Haha, nein nicht wie GREEN DAY, eher wie NICKELBACK meets blablabla meets Classic Rock. Entschuldige mich bitte kurz.
Kurzes Zwiegespräch mit seiner Frau
J.L.T.: So, da bin ich wieder. Meine Frau hat mir gerade gesagt, dass ich die Scheiße von meinem Hund aufsammeln soll.
HoR: Wird es noch mal ein Projekt mit Glenn Hughes geben?
J.L.T.: Hmmm, Glenn ist sehr glücklich und auch sehr beschäftigt mit seinen Solo-Projekten. Momentan ist das HUGHES TURNER PROJEKT nicht existent. Glenn hat das so entschieden, das ist sein gutes Recht und ich respektiere das auch völlig, er hat wirklich solo eine Menge zu tun. Obwohl ich persönlich es für einen Fehler halte. Man könnte HTP problemlos weiterführen.
Glenn argumentiert so, dass er sich nach all der Zeit mit DEEP PURPLE etc. mehr als Solokünstler etablieren, emanzipieren möchte. Er fühlt sich da offensichtlich immer noch etwas unsicher, obwohl ich ihm gesagt habe, dass die Leute ihn als Solokünstler kennen und sehen, schon lange nicht mehr nur als ehemaligen Bassist von PURPLE. Es ist ja nun wirklich schon lange her. Aber er möchte einfach unter eigenem Namen unterwegs sein. Und in der Tat, er macht zur Zeit absolut keine Nebenprojekte, ist nur solo unterwegs, er meint es also wirklich ernst.
HoR: Eines möchte ich unbedingt noch ansprechen. In Japan spielst du mit Akira Kajiyama zusammen. In der Türkei mit dem dort überaus populären Cem Koksal. In Bulgarien spielst du mit Nikolo Kotzev. In Russland.
J.L.T.: Haha, du kannst an dieser Stelle fast endlos weitermachen. Ich weiß schon was du meinst.
HoR: . also ein Versuch, lokale Märkte mit lokal bekannten Musikern zu erobern?
J.L.T.: Well, in allererster Linie ist es eine Verbeugung, eine Respektbekundung an diese Länder, an die Leute dort, an die Fans. Und, ganz wichtig, diese Typen sind allesamt fantastische Gitarristen. Es ist unglaublich toll, mit solchen Leuten auf diesem Niveau zu spielen. Cem ist großartig, Nik ist großartig, Akira ist großartig, die haben alle so viel Individualität und Können. unfuckingbelievable. hahaha.
Als Beispiel. Im Mai gehe ich mit Graham Bonnet nach Japan. Ich spiele dort mit der japanischen Band um Akira zusammen, Graham macht die Tour mit ALCATRAZZ. Graham begründet das damit, dass er ALCATRAZZ wieder bekannter machen möchte. Ich hab ihm gesagt, dass er unter diesem Namen keinen Cent verdienen wird, hähä. Er muss ja die amerikanischen Musiker bezahlen, mitsamt Flügen, Hotels, haha, das ist richtig teuer. Graham und ich haben ziemlich gelacht. Ich hab ihm auch gesagt, dass es mir lieber ist, mit diesen so genannten "Local Heroes" zu spielen. Davon abgesehen finde ich es auch interessanter und abwechslungsreicher.
However, wenn ich im September nach Stuttgart komme, wird meine amerikanische Band dabei sein. Wie heißt dieses Festival gleich noch mal? "Rock of.", some shit like this.
HoR: "United Forces of Rock".
J.L.T.: Genau. The united fucks of rock.
Wir sind erst noch zwei Tage in Barcelona und Madrid, dann das Festival in Stuttgart. Das ist eine geile Band! Carl Cochran an der Gitarre, Greg Smith ist wieder mit dabei, der spielt übrigens diesen Sommer auch mit Ted Nugent. Außerdem zwei neue Jungs am Schlagzeug und an den Keyboards. Die sind richtig geil.
HoR: Ich hatte ein wenig auf Michael Cartellone am Schlagzeug gehofft.
J.L.T.: Jaaa, der hätte das schon gemacht, aber er kann nicht, der ist ja dauernd unterwegs mit LYNYRD SKYNYRD. Außerdem spielt er noch mit John Fogerty und den DAMN YANKEES und ich glaube mit Tommy Shaw [STYX] und Jack Blades auch noch. Michael ist wirklich fucking great. Und ein guter Freund dazu. Ich kann ihn natürlich nicht von den anderen Bands "stehlen". Aber du wirst von meiner Band nicht enttäuscht sein. Wir werden richtig rocken.
Vorher werden wir ein paar warm-up Gigs hier in der New Jersey-, New Yorker Gegend spielen. So richtige shitty little smoky stinky beer-smelling clubs, hahaha.
HoR: Na, davon kannst du hier bei uns auch grade genügend finden.
J.L.T.: Au ja, hier aber auch. Das sind die Plätze wo der Rock & Roll geboren wurde. Ich mag das ja, diese kleinen Clubs, die richtig voll sind und du stehst direkt vor den Leuten, alles drängelt sich, alle schreien rum und du kannst ihnen direkt ins Gesicht schauen. Cool.
HoR: Du hast dieses Jahr dein 30. Jubiläum als "Recording Artist". 1977 kam die erste LP mit FANDANGO heraus. Was hat sich seitdem im Business verändert?
J.L.T.: Na ja, ich! Aber ernst, natürlich hat sich alles verändert. Weißt du, ich hatte ja nun wirklich alles in dieser Karriere. Rauf und runter und dann wieder zurück und so weiter. Wenn du mich jetzt fragen würdest, ob ich mein Leben lieber mit einer Achterbahn oder mit einem Karussell vergleichen würde, meine Antwort wäre ganz klar: Achterbahn! Da geht es wirklich rauf und runter, es ist spannend und macht manchmal Angst. So ein Karussell geht nur immer im Kreis.
Nein, ich bin wirklich dankbar, so lange Zeit in diesem Geschäft zu sein. Unterm Strich hatte ich Glück und viele gute Leute um mich herum. Ich hab über das Thema erst gestern nachgedacht und es ist tatsächlich so, dass ich glücklich sterben würde, wenn es morgen soweit wäre. Was es mit Sicherheit nicht ist!
HoR: Was würdest du als die härteste Zeit deiner Karriere bezeichnen.
J.L.T.: Ach, die gibt es immer wieder. Im Grunde ist das Business selbst das Härteste. This business is full of shit, voll mit Kakerlaken ohne Ethik und Anstand. Und zwar nicht nur im Rock, in jeder Art von Musik. Und heute, mit all den Möglichkeiten Musik kostenlos zu downloaden. diese jungen Kerle verstehen nicht mehr, dass man für Musik zahlen muss. Das ist der härteste Teil im Geschäft heutzutage.
Wenn ich es persönlich betrachte, dann ist wohl das "back-stabbing" unter den Bands das schlimmste für mich. Meine Zeit bei DEEP PURPLE war extrem geil, aber das Ende war ein Affentheater. Da waren drei Jungs auf der einen Seite, die Gillan wieder in der Band haben wollten, und auf der anderen Seite waren Ritchie Blackmore und ich. Das ging so weit, dass mir irgendwer sagte "du bist gefeuert", und ich sagte "macht doch was ihr wollt, ich bin raus und gehe".
Ritchie denkt anders darüber, aber ich meine, dass "Slaves And Masters" zum größten Teil Mist ist. Nein, es war kein gutes Album, höchstens zwei, drei Songs waren richtig gut. "Purpendicular" war vielleicht insgesamt besser, aber ihr Potential haben sie auch da nicht ausgeschöpft. Das ist wirklich meine Meinung, und ich glaube, dass eine Menge Menschen das auch denken.
Als Blackmore ging, war der Eckpfeiler des Gebäudes weg. Meine Güte, Steve Morse ist ja nun wirklich ein unglaublich guter Gitarrist, aber es ist eben nicht mehr DEEP PURPLE. "Slaves And Masters" war im Ergebnis und in seiner rainbowesken Erscheinung mehr PURPLE als die Band es heute ist. Wenn ich als Fan spreche, und ich war vorher und bin bis heute ein Fan dieser Band, dann erwarte ich einfach mehr.
HoR: Wie ist dein Verhältnis zu Blackmore heute?
J.L.T.: Bestens. Zum Beispiel ist auf "Second Hand Life" dieser Song Stroke Of Midnight, der eigentlich für PURPLE geplant war, also für das Album, das letztendlich nie mehr erschienen ist. D.P. veröffentlichten die Nummer später als One Man's Meat auf "The Battle Rages On" - übrigens wieder ein armseliger Song. Ritchie schrieb mir eine Email und sagte "warum machst du diesen Song nicht noch mal?" Jim Peterik von SURVIVOR war da auch beteiligt und Ritchie komplett involviert. Eigentlich wollte ich noch Candice [Night] im Background von In Your Eyes haben, aber das ging dann nicht, weil sie grade in Florida war, als ich die Nummer aufnahm. Darüber waren wir alle ziemlich enttäuscht. Und dann hat er mich noch zu seiner Weihnachtsfeier eingeladen, und ich konnte wieder nicht hin, weil ich grade im Studio war, fuck fuck fuck, haha. Und am Schluss schrieb er mir noch, warum ich den anderen Song, den wir damals geplant hatten, nicht auch noch neu aufnehme. Ich sagte, "Ritchie, slow down, vielleicht beim nächsten Mal".
Die Antwort auf deine Frage ist: Ja, die Beziehung zwischen mir und Ritchie ist großartig. Es ist wieder so, dass er eine Art Säule für meine Arbeit ist. Ich habe überhaupt das Gefühl, dass wir noch etwas wie "unfinished business" zu erledigen hätten. Ich glaube, wir könnten der Welt noch ein Album um die Ohren hauen.
HoR: Du meinst. Ritchie spielt wieder Gitarre? Also so richtig. elektrisch.?
J.L.T.: Tut er ja immer. Er spielt ja bei jedem Konzert von BLACKMORE'S NIGHT am Schluss Sachen wie Child In Time etc.
HoR: Ja ja.
J.L.T.: Nein, im Ernst, falls es jemals zu so etwas wie einer RAINBOW-Reunion kommen sollte, haben wir eine Menge Möglichkeiten und Potential den Leuten so richtig auf den Arsch zu klopfen. Wie gesagt, unfinished business.
HoR: Und mit Nikolo Kotzev wird es auch wieder eine Zusammenarbeit geben?
J.L.T.: Oh ja. Zuerst werden wir am 28. Juli in Bulgarien mit BRAZEN ABBOT dieses Festival spielen und dann hat Nik eine neue Oper geschrieben. Ich will jetzt nicht zuviel verraten, aber es geht um eine mystische Figur, die es in vielen (europäischen) Kulturen unter verschiedenen Namen gibt. Eine ganz interessante und spannende Geschichte. Es geht um Erziehung, Bildung, Leben, Liebe, Hass und alles dazwischen und und und. Die Geschichte hat er aus einem Märchen, das den Kindern in Bulgarien erzählt wurde. Ich bin sicher, auch in Deutschland und überall gibt es ein ähnliches Märchen. Ich habe das Script gelesen, ganz tolle Sache.
Ich bin wirklich alles andere als ein Snob oder eine Diva, aber ich mag diese etwas intellektuelleren Sachen gerne. Für was lese ich eine Menge und war auch mal auf der Uni? Damit ich immer nur singe "hey baby, let's fuck"? Na bitte. Da bin ich lieber etwas, ähm, flexibler, also verschiedene Stile, ich mag Country, Jazz und Klassik, bloß nicht NUR ein "Metalhead" sein. Wir haben nur ein Leben.
HoR: Wäre auch etwas eindimensional.
J.L.T.: Das ist es. Manchmal bin ich etwas sauer, wenn mir Fans oder Schreiber vorwerfen, dass ich dieses oder jenes nicht nach ihrem Wunsch gemacht habe. Die verwechseln eines: Ich war nie ein Metal-Sänger! Ich bin einfach nur ein Sänger, der nie nur einen Stil gesungen hat. Ich liebe die verschiedenen Dimensionen, verschiedene Persönlichkeiten [im Umfeld], verschiedene Stilrichtungen, zum Beispiel würde ich gerne Opern singen. Wenn wir über echten Metal sprechen wollen, dann geh zu Beethoven! Dadadadaaa, Jesus, das sind wohl die drei wichtigsten Noten des Universums.
An dieser Stelle unterhielten wir uns über MANOWAR, deren Augsburger Puppenkiste und die Menschenmassen, die sich solchen Kram für viel Geld antun. Joe Lynn ist mit MANOWAR ganz gut bekannt und sagt natürlich nichts Despektierliches über sie, außer, dass er ihre Platten nicht kaufen würde.
HoR: Wie gestaltet sich dein Verhältnis zu Frontiers Records? Machen die irgendwelchen Druck?
J.L.T.: Aber nein. Man muss nur wissen: Frontiers ist ein Melodic Rock Label. Also wollen sie von mir Melodic Rock. Und sie sagen mit Recht: Wenn wir deine Alben promoten und verkaufen sollen, dann gib uns die Musik die wir auch können, also eben Melodic Rock.
HoR: Das heißt, wenn du etwas anderes machen willst, dann musst du dir eine andere Plattenfirma suchen.
J.L.T.: Exakt. Und genau das mache ich auch. [so erschien beispielsweise die Zusammenarbeit mit Akiro Kajiyama unter anderer Fahne; Red.]
Das ist ja auch in meinem Interesse. Wir haben einen Deal, und ich denke, sie bekommen von mir dafür Qualität. Funktioniert auch wirklich, immerhin wollen sie, dass ich das kleine Festival in der Rockfabrik in Stuttgart headline. The union of old fucks. hahaha. Wir haben darüber gesprochen und mein Manager sagte, dass ich das mal besser machen sollte, weil wir andernfalls einen Haufen angepisster Italiener am Hals hätten. [länger anhaltendes Gegröle und ein kleines Wein-Fachgespräch machen die nächsten zwei Minuten der Aufnahme uninteressant für den Leser.]
J.L.T.: Nein, nein, das Label macht einen guten Job. Würden sie das nicht machen, müsste ich in eine Würstchenfabrik gehen oder Pasta oder so was verkaufen. Unvorstellbar.
HoR: Vielen Dank für deine Zeit, wir sehen uns spätestens im September beim "Union of old fucks festival".
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