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Der notorische Unruhestifter Ritchie Blackmore hat mal wieder für einen handfesten Eklat gesorgt und dabei die freiheitlich demokratische Grundordung und den Fortbestand der Nürnberger Bratwurst aufs Spiel gesetzt!
Tatort: Nürnberg, 28. August 2001, Serenadenhof.
Der Serenadenhof, bekannt als Veranstaltungsort wilder Orgien (Konstantin Wecker und Christoph Daum sollen dort bei einem Stockhausen-Konzert gemeinsam ein Bier getrunken haben!), wurde von der Stadt Nürnberg mit schärfsten Auflagen belegt.
Konzerte müssen um 22 Uhr beendet sein, da ansonsten die Gefahr marodierender Bildungsbürger, die lauthals pfeiffend durch die Innenstadt ziehen und Gänseblümchen ausreissen, zu groß wird. Nürnberg ist ja bekannt für seine(n) Plärrer.
Nun begab es sich, daß der als Gewalttäter bekannte Gitarrenkünstler Richard Blackmore zusammen mit seiner subversiv blonden Trällerschnute Candice Night (alleine der Name ist schon ein Fall für den Verfassungsschutz), hinter die morschen Stadtmauern einfiel.
Als Blutzoll verlangte er nicht die Auslieferung von 6 Jungfrauen (Für was auch. Der alte Mann kriegt ja kaum mehr seine Gitarre hoch, was sollte er mit 6 Jungfrauen und seinem Candicechen?), sondern 2 Kilo Nürnberger Lebkuchen und ein Konzert im Serenadenhof.
Um größeren Schaden von der Stadt abzuwenden, wurde ihm dieses Ansinnen gewährt.
Der Skandal:
Das Konzert nahm seinen gewohnten Lauf. Richard von Blackmore donnerte, wie in den letzten Jahren gewohnt, seine akustischen Gitarrenriffs ins (von magischen Beschwörungsformeln) hypnotisierte Publikum. Candice sang in hundepfeifenähnlichen Tönen und machte damit sämtliche Langhaardackel Frankens willenlos. Die Uhr schritt erbarmungslos voran.
22 Uhr!
Blackmore verließ die Bühne. Wohl wissend, daß das völlig weggetretene Publikum nach mehr von dieser ohralen Droge verlangen würde.
Es gab STANDING OVATIONS! Ein fränkischer Gymnasiallehrer wurde sogar beim Skandieren von Smog on de wader beobachtet.
Diabolisch grinsend betrat Mr. Schwarzwurzel um 22.30 Uhr wieder die Bühne.
Ein Zitat aus der geschätzten Zeitung GOOD TIMES: ...Wie zum Trotz stimmte er die nächsten beiden Titel mit überhöhter Lautstärke an.... Mein Gott, welch' Grausamkeit.
Der alarmierte Stadtrat erwog kurzfristig den Einsatz von Kampfhubschraubern, beließ es dann aber bei einer bloßen STROMABSCHALTUNG!
Entsetzen und sofort einsetzende Entzugerscheinungen im Publikum.
Mehr als 100 (i.W.: HUNDERT!) Fans (?) klatschten weiter.
Und Zeremonienmeister Blackmehr trat erneut aus der Dunkelheit hervor...
Mit einer Handbewegung forderte er seine Jünger auf, sich um ihn zu scharen!
In einem Akt bisher nicht gekannter Gemeinheit, legte er die Finger auf die Lippen! und spielte auf der akustischen Streitaxt das Lied Praetorius.
Damit nicht genug. Um den staatsbürgerlichen Ungehorsam auf ungeahnte Gipfel zu treiben, kam auch Candice Zucker-Night mitsamt den anderen Musikern (naja) zurück auf die Bühne und sie spielten im flackernden Licht der Feuerzeuge bis nach 23 Uhr....
Wir wissen nicht, ob sich die Feste Nürnberg jemals von diesem Schlag erholen wird. Aber eines weiß ich:
Rock & Roll, Du bist nicht mehr das, was Du mal warst!
Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste) 06.10.2001
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