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Wieder wurde klar, dass unsere Lieblingsbeschäftigung, über Musik zu sprechen, nur eine unbedeutende Banalität darstellt angesichts des wirklichen Lebens. Bei der für unsereins völlig unerheblichen Loveparade in Duisburg kamen vor einer Woche 21 Menschen zu Tode - und alle Welt ist schockiert und sucht nach Schuldigen. Alle Welt? Nein, ein paar wenige Populisten und Demagogen haben die längst gefunden und benutzen ihr vermeintliches Wissen jetzt für ihre ekelhaften Hetzkampagnen. Allen voran Eva Herman, die ehemalige Nachrichtensprecherin und seit dem kruden Buch "Das Eva-Prinzip" in Ungnade gefallene Überzeugungsblondine. Wer die vergessenswerte Walküre schon vergessen hat:
In ihrem Buch vertrat sie dermaßen überkommene Wertevorstellungen, dass die Vergleiche mit nationalsozialistischem Gedankengut auf dem Fuße folgen mussten. Schuld an allem sind laut Herman die 68er. Uns ist selbstverständlich völlig egal, dass die verdrehte Grobmoralikerin zum vierten Mal verheiratet ist…
Inzwischen publiziert sie unter anderem beim dubiosen Kopp Verlag, der gerne Bücher mit deutlich rechtsgerichteten (Verschwörungs-) Theorien und mehr als seltsamen pseudowissenschaftlichen Esoterikthemen veröffentlicht. Dort darf Herman auch einen sogenannten Blog betreiben, in dem sie zu den sonderbarsten Themen noch sonderbarere Thesen vorträgt. Zuletzt eben zum Desaster bei der Loveparade.
"Riesige dunkle Wolken der Enthemmung und Entfesselung treiben über dem Geschehen, die jungen Menschen wirken, als hätten sie jegliche Selbstkontrolle abgegeben, ekstatisch und wie im Sog folgen sie dem finsteren Meister der sichtbaren Verführung."
Einer der 'schönsten' Sätze von Frau Herman über das Treiben bei der letzten Loveparade. Zum Abschluss schreibt sie noch dies: "Für die Zukunft wurden jedoch Weichen gestellt: Denn das amtliche Ende der 'geilsten Party der Welt', der Loveparade, dürfte mit dem gestrigen Tag besiegelt worden sein! Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen!"
Bevor wir uns nun fragen, ob die Frau nicht dringend in Behandlung müsste, zuerst ein Wort der Zustimmung: Das Ende der Loveparade ist besiegelt. Aber bitte wer ist der "finstere Meister der Verführung"? Und welche "ganz anderen Mächte" könnten gemeint sein? War etwa Ozzy Osbourne als finsterster aller finsteren Meister anwesend? Griff Mr. Crowley mit nasskalter Hand aus dem Grab und beendete das schamlose Treiben?
Obwohl man eine Person wie Eva Herman normalerweise ignorieren muss, diesmal hat sie den Bogen mit ihren Äußerungen in unzulässiger und hoffentlich alsbald strafrechtlich geahndeter Form überspannt. Derartiger Fanatismus ist nicht nur in höchstem Maße zynisch, er grenzt auch an den Tatbestand der Volksverhetzung. Wie kann man angesichts eines so tragischen Ereignisses von höheren Mächten sprechen und auch noch seine Genugtuung (zum Ende der Veranstaltung) ausdrücken?
Wie bei Eva Herman seit Jahren üblich, schränkt sie ihre Hasstiraden mit kleinen Sätzen wie "Grauenhaft allerdings, dass es erst zu einem solchen Unglück kommen musste" ein und entschuldigt sich sofort nach den ersten kritischen Reaktionen bei den womöglich von ihr diskriminierten oder beleidigten Menschen. Und natürlich sind, wie immer, die Achtundsechziger mit ihrem Sitten- und Werteverfall schuld.
Jeder halbwegs normal denkende Mensch weiß, dass kein Massenevent - sei es Oktoberfest, Loveparade, Rock am Ring, Pokalspiel des FC Köln oder Public Viewing bei der Fußballweltmeisterschaft - ein Hort der Einkehr und Besinnung ist. Ein jeder weiß auch, dass bei solchen Anlässen Alkohol und andere Drogen im Spiel sind, weil höchstens die Jubelmassen beim Weltkirchentag naturstoned sind. Aber pauschal allen Teilnehmern solcher Veranstaltungen moralische Verderbtheit, Suchtprobleme und damit eine implizierte Mitschuld an eventuellen Todesfällen zu geben, ist nicht mehr nur alttestamentarisch und perfide, es ist schlicht ekelhaft. Nicht umsonst schreibt Herman von Sodom und Gomorrha in ihrer schrecklichen Abhandlung.
Es hat dann auch nur einen Tag gedauert, bis das blonde Fallbeil der Vergeltung Unterstützung von Gleichgesinnten bekam. Ihr Verlagskollege Udo Ulfkotte kehrt die Tatsachen um und stellt Herman als Opfer und alle anderen als Täter dar. Die BILD-Zeitung wegen der Werbung für die weltgrößte Alkohol-, Drogen- und Sexparty, die Teilnehmer wegen ihrer Zügellosigkeit und Muslime per se, indem er einen Link zu einem Diskussionsforum einer völlig unerträglichen radikal-islamistischen Sektierergruppe setzt, die den Tod der Ungläubigen bejubelt und als Strafe Allahs bezeichnet. Nun ja, gar nicht so weit weg von Frau Hermans "Mächten".
Anschließend kommt ein Satz in Ulfkottes Plädoyer, der ihn und seine Glaubensbrüder endgültig entlarvt: "Unsere muslimischen Mitbürger dürfen sich ungestraft so äußern - sie sind in diesem Land ja inzwischen auch Menschen erster Klasse. Eva Herman aber ist eine ethnische Deutsche, dazu noch blond und intelligent. Sie darf ihre Auffassung nicht einmal andeuten, sonst wird sie im Sommerloch zur willkommenen Sau, die eine Journalistenmeute johlend mit Stockschlägen durchs Dorf treibt." Oh ja, die ethnische und blonde Deutsche ist die getriebene Sau, die von ihr diffamierten Opfer selbst schuld und Andersgläubige ganz im Gegensatz zu den letzten aufrechten Ariern Bürger erster Klasse. Nur mal nebenbei: Intelligente Schweine lassen sich nicht jagen, sie weichen aus, lassen den Angreifer ins Leere laufen und besiegen ihn mit ihrer Klugheit, Herr Ulfkotte. Sie hingegen knallen ungebremst gegen ihr eigenes Brett vor dem Kopf - so dünn es auch ist.
Udo Ulfkotte ist übrigens ein 50jähriger Journalist mit fragwürdiger Reputation und diversen Versuchen, mittels Kleinstparteien und Stammtischideologien Gehör zu finden. Seine indifferenten und marktschreierischen Wortmeldungen sind auch im aktuellen Fall plumpe Parole (inzwischen bedient er sich auch der Aussagen von SPD-Politikern, die eigentlich seine natürlichen Feinde sind, und zitiert sogar gerne Dr. Motte, den deutlich wirren "Erfinder" der Loveparade). Islam- und Gesellschaftskritik muss einen deutlich höheren intellektuellen Nährwert aufweisen können als derlei Untergang-des-Abendland-Getrommel. Via Kopp Verlag betätigt Udo Ulfkotte sich in journalistisch und moralisch inakzeptabler Form als Demagoge und Volksverhetzer.
Inzwischen ist uns allen bekannt, dass die 21 erstickten Menschen Opfer einer fahrlässigen Tötung wurden. Opfer einer größenwahnsinnigen Duisburger Stadtverwaltung, die in ihrer bankrotten Verzweiflung ein nicht zu bewältigendes Großereignis in die Stadtchronik schreiben wollte und eines nicht weniger größenwahnsinnigen Veranstalters, der in klassischer Impressario-Manier alle Bedenkenträger wegfegt (oder wegkauft) hat, dazu eine Vor-Ort-Exekutive, die überhaupt nicht im Bilde war.
Grässlichkeiten wie in Duisburg geschehen sind nicht ausschließbar, die dafür verantwortlichen Personen müssen selbstverständlich strafrechtlich belangt werden, aber Hassprediger wie Eva Herman und Udo Ulfkotte gehören ein für alle Mal in den Lokus. Den Ewiggestrigen muss endgültig das Handwerk gelegt werden, sonst wird dieses Land niemals MEIN Land sein.
Allen toten und lebenden Opfern der als "Loveparade" getarnten Profilierungsveranstaltung spreche ich mein sehr ernst gemeintes Mitgefühl aus.
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