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Vince Neil

Tattoos & Tequila

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Tattoos & Tequila
Tattoos & Tequila, Frontiers Records, 2010
Vince Neil Lead Vocals
Jeff Blando Guitars
Dana Strum Bass
Zoltan Chaney Drums
Produziert von: Vince Neil, Jack Blades, Marti Frederiksen Länge: 41 Min 13 Sek Medium: CD
1. Tattoos And Tequila7. Long Cool Woman
2. He's A Whore8. Another Piece Of Meat
3. AC/DC9. Who Will Stop The Rain
4. Nobody's Fault10. Viva Las Vegas
5. Another Bad Day11. Bitch Is Back
6. No Feelings12. Beer Drinkers And Hell Raisers (Bonus Track)

MÖTLEY CRÜEs ehemaliger Frontmann [wieso ehemalig? Red.] und... hmm... Sänger, quasi die Mittelklasseversion von Axl Rose, hat nach langer Abstinenz die Stimme erhoben und 12 Tracks in MÖTLEY-nahem Rotz'n'Roll Stil eingespielt; zwei Eigenkompostionen sind dabei, der Rest sind Cover.

Die Eigenkomposition Tattoos And Tequila ("Show me your tattoo and you can drink from my tequila…") kommt dabei in einer guten, Modern-Rock-mäßigen Version mit fettem Bass, viel Drive und einem - bei aller Liebe - eher standardmäßigem 08/15 Guitar Solo rüber. Trotzdem alles in allem gut, und macht Lust auf den Rest der CD.
Bis auf die von seinen MÖTLEY Tagen übrig gebliebene Ballade Another Bad Day - die man in die Kategorie "Wotshalls" einsortieren muss - bemüht man sich heftig um Party und gute Laune.
He's A Whore (CHEAP TRICK), AC/DC (SWEET), No Feelings (SEX PISTOLS) und Another Piece Of Meat (SCORPIONS) sind weitere im Modern-Rock-Gewand gekleidete Song-Sägen mit Punk Attitüde und einem Bass der sogar das Auto zum vibrieren bringt. Abwechslungsreich aber überraschungsarm arrangiert bieten die Songs solide Hausmanns-Coverkost und viel Zeit, sich an die Originale zu erinnern, was wohl fast das Beste ist, was man über die Versionen hier sagen kann.
AEROSMITHs Nobody's Fault - vielleicht nicht ganz der Song, der einem bei der Suche nach Cover-würdigem sofort in den Sinn kommt - passt gut in das CD-Konzept, und kann als Orientierungshilfe dafür dienen, welche Art Musik auf dem Album vertreten ist. Allerdings auch wieder eine, wenn auch druckvolle, nahe am Original angesiedelte Kopie.
Der HOLLIES-Track Long Cool Woman muss verständlicherweise ohne den Überraschungseffekt von damals ("Von wem ist das - von den HOLLIES? Unglaublich!") und auch ohne den eher zurückhaltenden Drive in dieser Hauruckversion auskommen, aber immerhin zeigt uns das mal wieder deutlich, wie sehr Rock vom Sound abhängt.
CRRs Who'll Stop gibt man erstaunlicherweise in einer Jimmy Buffett-Version und ohne die Eleganz des Originals; Viva Las Vegas geht zur Sache und fügt dem ZZ TOP Remake etwas heavy drive hinzu und erhält die Note 'GUT', aber Neils Stimme zeigt deutlich ihre Grenzen.
Elton Johns Bitch Is Back ist auch drauf, und Beer Drinkers And Hell Raisers von den ZZ TOP-Bärten ebenfalls.

Vince schielt schon auch etwas in Richtung Sammy Hagar, ohne ihn klar fokussieren zu können, und es scheint ein bisschen so, als ob er den Titelsong hatte und ein Album füllen wollte. Aber alles in allem ist das sehr unterhaltsam und kurzweilig, im wahrsten Sinne.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 17.06.2010

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