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Sourmash

Fine Aged Spirits

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Fine Aged Spirits
Fine Aged Spirits, Eigenvertrieb, 2010
Trevor W.D. Batson Guitar, Vocals
Ryan Temple Gist Guitar, Vocals
George Leonard Drums
Joseph Patrick Lynn Bass
Produziert von: Sourmash Länge: 50 Min 48 Sek Medium: CD
1. Reap It6. Soureggae
2. Irony & Paradox7. Endless Effort
3. Brand New Ride8. Penny For Your Thoughts
4. Into The Abyss9. Down In Mexico
5. Stoned10. Righteous

Das Update befindet sich am Ende.

SOURMASH aus Texas – der Begriff Sourmash bedeutet wohl unter Kennern ein Hinweis auf hochqualitativen Bourbon Whiskey (siehe unten) – spielen Bluesrock. Damit weiß dann wohl jeder Bescheid … aber ich werde nach Zeilen bezahlt, also:

SOURMASH aus Texas sind auch in die Maultierzucht für die Regierung eingestiegen und sind auf dem besten Weg, dem gegenwärtigen Marktführer gewaltig Marktanteile abzujagen. Und wir alle wissen: der englische Begriff für Maultiere lautet Mule - und das bedeutet auch Dickkopf. Also ist eine solche Züchtung sicher nichts Einfaches – und trotzdem haben SOURMASH einige ganz herausragende Exemplare gezüchtet.

Allerdings – wer Maultiere züchtet, handelt nicht mit Marmelade (engl: 'jam'), sondern sieht zu, das die Dinge geordnet und stringent vor sich gehen, sonst tritt das Maultier aus.
Und so gibt es in der SOURMASH Musik eben keine Jams, was aber nicht heißen soll, dass die beiden Leadgitarristen nur dekorativ in der Gegend herum stehen. Im Gegenteil – diese beiden – auch die Hauptschreiber der Musik – geben sich sehr wohl sehr viel zu tun.
Sie kreieren ein musikalisches Universum, dass den Sound den späten 60er so, wie ein Jimi Hendrix ihn darbot, als Basis hat – also ein eher roher, unbehauener Sound, wobei allerdings hier nicht das Hohelied auf den warmen Analogsound gesungen wird. Auch die Akkorde – dem Blues und Hardrock geschuldet – tragen deutlich einen 'Retro-Stempel, ohne kopiert zu sein. Über den Blues/Rock hinaus betritt man fast Prog Rock Gefilde – zumindest sind manche Riff Gebirge deutlich elaboriert und kompliziert angelegt (nein, keine Bange, das ist KEIN Prog Rock, bedient sich aber dessen als Element). Ja, sogar jazzige Akkordfolgen integriert die Band kongenial in das Konzept(nein, keine Bange, das hier ist KEIN Jazzgefrickel!), und auch Reggae gibt es zu bestaunen (nein, keine Bange, …)

Reap It und Irony&Paradox sind fast noch als Fingerübungen zu bezeichnen, und geben als Intro eine All-inclusive Bedienung in Sachen Bluesrock. Aber dann kommt es erst – drei Tracks, zwei davon relativ lang, - Brand New Ride,Into The Abyss, Stoned, die all die oben genannten Qualitäten zum Tragen bringen und den Rockfreund ein selig-verklärtes Grinsen auf sein Gesicht zaubern; nebenbei erfreut man sich am old-school Drumming á la "Paranoid"(nicht umsonst wird Bill ward von BLACK SABBATH als Vorbild genannt). Selten habe ich in letzter Zeit einen so sorgfältig gemachten Songaufbau gehört, der aber auch nicht eine Sekunde langweilt. Dabei ist die Songkonstruktion offen und wird nicht von irgendwelchen pseudo-gewaltigen Powerriffs zugemanscht. Vielmehr gibt es ein massives Bassfundament, sparsame Rhythm Guitar Riffs, bis dann jeweils die Hölle losbricht und die Band Gas gibt. Das der brandneu Ride am Thorazine Shuffle der MULE's ausgerichtet ist,stört höchstens den Mäkler - wenn es so wie hier passiert, ist das ok.

Soureggae und Endless Effort sind Reggaes (der erste eine ganz ruppiger á la ZEPs D'yer Maker, der zweite Track benutzt diese Stilelement eher sehr zu zurückhaltend, aber um so besser). Tracks wie Penny For Your Thoughts mit der Einleitung, die eine Präsidentenrede wiedergibt veranlassen dern Hörer, sich mit den Texten auseinander zu setzen, was aber leider erschwert wird, da diese nirgendswo abgedruckt oder zu finden sind. Also: Ohren auf! Jedenfalls startet der Penny dann einen wilden Funk-Ride. Down in Mexico bringt ganz am Anfang einige Lateinamerikanische KLänge - sparsam, sparsam - bis das 60er Bluesrock Riff einsetzt. Was denn jetzt? bei HIGHWAY 414 meckert der rum, dass die 60er und ihre Riffs schon out sind, und hier .... ja, schon, aber hier wird das eben verarbeitet und re-kreiert, und nicht nur stumpf wiederholt!

Ach, was soll's. Hingehen, anhören, wissen! Irgendwann fällt mir ein, an welche Band mich der Leadsänger erinnert! BLOODROCK vielleicht, die mit ihrem einfallsreichen Früh-70ies (!) Rock garnicht soweit von den SOURMASHs entfernt sind (bzw. anders herum). Und wenn wir dabei sind: BUDGIE kann als Role Model auch herhalten. Und die guten ALLGOOD, mittlerweile irgendwo in der Versenkung verschwunden (?) ebenfalls.
Wo war ich? Ach so - ja: unbedingt unterstützen, die Band! Die muss was werden.

Update 20.08.10:

Ich habe die Band kontaktiert und über die Review unterrichtet, und hatte etwas Sorge, dass der oben hergestellte Link zu alten Bands wie eben BLOODROCK oder BUDGIE etwas .. ähm ... unzeitgemäß sein könnte und möglicherweise unerwünscht.
Joseph 'Joey' antwortete dazu: "I will take all that you've put down here into consideration, and surely pass the message onto the rest of the guys, which is what I'm about to do. And don't worry about "outdated" band references. Dude, all the great bands are "outdated", but strangely transcend time. Only to remain with us and the generations to be. Don't think any references you make would ever be unwanted unless, of course you cite The Backstreet Boys, Justin Beiber, or Lady Gaga. You just might help to facilitate an enlightenment that helps us all with your insight...you have with me so far so, thank you." Na also, jetzt müssen sie sich nur wirklich in den Bands wiedererkennen, sonst sehe ich alt aus und brauche eine gute Erklärung ... Die Band hat die CD übrigens eigenhändig produziert; das ist jetzt oben ebenfalls geändert.

"Alle amerikanischen Brennereien arbeiten heute nach dem Sour Mash Verfahren. Sour Mash bedeutet, daß der Maische ein Teil der Destillationsrückstände (Stillage) wieder zugesetzt wird. Nachdem die Maische mit frischem Quellwasser zubereitet wurde ist sie chemisch neutral. D. h. das chemische Milieu ist weder sauer noch basisch. Chemisch bewertet man diese Eigenschaft mit dem pH-Wert.
Manche Bourbon Hersteller versuchen mit dem Begriff 'Sour Mash' ihrem Produkt einen besonderen Zusatz zu geben. Andere Quellen sprechen von einer desinfizierenden Wirkung des Sour Mash Verfahrens auf die Maische. Sour Mash dient einzig und allein der Einstellung eines für die Hefen zuträglichen pH-Werts. Der Rest der Sour Mash Geschichte ist Marketing."

Das sagt The Whiskey Store dazu.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste),13.08.2010

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