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Breaking The Silence

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Breaking The Silence
Breaking The Silence, Eigenvertrieb, 2010
Nev MacDonald Vocals
Myke Gray Guitar, Vocals
Colin McLeod Keyboards
Andy Robbins Bass
Dicki Fliszar Drums
Gast:
Jackie Gilbert Backing Vocals
Produziert von: Myke Gray Länge: 39 Min 36 Sek Medium: CD
1. Good To Be Back7. Trigger Inside
2. Don't Call It Love8. Indestructible
3. Stronger9. Redemption
4. Can You Feel It?10. Bad Reputation
5. The Book Of Your Life11. Born To Rock'n'Roll
6. When I'm With You

Es gibt diese Konzerte, die vergisst man einfach nicht. 15. Oktober 1997 - zusammen mit einem Kumpel mache ich mich auf den Weg nach Köln ins E-Werk. WHITESNAKE bitten zum Lauschen der neuen, aber leider laschen CD "Restless Heart". Aber wir waren ja glühender Verehrer der beiden Alben "1987" und "Slip Of The Tongue", entsprechend groß war die Vorfreude. Aber vorher galt es noch einer britischen Band mit Namen SKIN zu lauschen. Eigentlich hatten wir vor noch den ein oder anderen Gerstensaft durch die Kehle fließen und die ein oder andere Zigarette durch die Lungen fegen zu lassen bis zum Konzertbeginn der weißen Schlange. Dazu kam es aber nicht, denn das Saallicht ging aus und SKIN betraten die Bühne. Der Sänger wollte sich den Mikrofonständer richtig einstellen und hatte plötzlich das Ober- und Unterteil des Gestänges in der Hand. Großes Gelächter bis das Teil wieder zusammengebaut ist und dann ging es ab. Ich habe keine Ahnung mehr, was sie gespielt haben, aber es hat mich umgehauen. Seit dem Tag bin ich SKIN-Fan und die haben tatsächlich nichts mit der kahlköpfigen Diva aus den Staaten zu tun. Mit ihrem druckvollen Rock/Hardrock hatten sie innerhalb von ein bis zwei Liedern das komplette E-Werk hinter sich.
Was lag also näher, als nach dem Gig an den Merchandising-Stand zu tappern und nach den Tonträgern zu fragen. Die waren aber mehr als teuer, also wurde das Material liegengelassen und sich am nächsten Tag auf den Weg zum CD-Dealer gemacht. Tja, hätten wir uns doch mal die CDs vom Konzert mitgenommen, denn es war und ist nicht einfach, an Material der Briten zu kommen. Es hat lange und viele Flohmärkte, CD-Börsen und Ebay-Jahre gedauert, bis ich alles zusammen hatte. Was die ganze Suche noch erschwerte war die Tatsache, dass nicht mal ein Jahr nach dem Köln-Konzert die Herren beschlossen, sich aufzulösen und ein letztes Konzert im Königreich gaben. Nachzuhören auf der superben Doppel-Live-CD "Hasta La Vista". Und auch wenn sie in Deutschland fast kein Mensch kennt, haben sie doch Lieder für die Ewigkeit geschrieben: Shine Like Diamonds, Blow My Mind, Shine Your Light und Tower Of Strength, um nur mal ein paar davon zu nennen. Später kam mir dann noch der Livedreher "Absolutely Live At The Borderline" in die Hände, auf dem das Quartett so einiges durch den Coverwolf dreht und mehrfach zeigt, wie geil es drauf ist. Einfach Rock. Nicht mehr und nicht weniger. Drums, Gitarre, Bass, Gesang - fertig.

Zu meinem Entsetzen muss ich dann noch feststellen, dass diese Combo im Haus des Rock gar nicht vertreten ist. Welch Frevel! Glücklicherweise besteht jetzt und hier die Möglichkeit, das zu ändern. Denn SKIN sind wieder da. Oder doch nicht? Irgendwie ist das alles verwirrend, was die so veranstalten. In diesem Jahr haben sie einen neuen Dreher auf den Markt gerollt, der auf den Namen "Breaking The Silence" getauft wurde. Und besser kann man ein Comebackalbum gar nicht benennen. Die Stille ist zu Ende und Good To Be Back läutet das 40-minütige Rock'n'Roll-Spektakel ein. Noch etwas zögerlich und schleppend geht es zur Sache. Man könnte fast meinen, die Herren um Gitarrist Myke Gray wären alt geworden. Aber schon mit dem folgenden Don't Call It Love werden diese Zweifel beiseite gewischt. Man brauchte scheinbar nur ein wenig Anlaufzeit. Ab jetzt nimmt der SKIN-Dampfer Fahrt auf und rockt in bester THUNDER-Manier durch die Boxen. Innovationen sind Mangelware, aber Spaß an der Musik ist reichlich vorhanden, das kann man jeder einzelnen Note anmerken. Und je länger die CD läuft um so mehr macht sich die warme und druckvolle Produktion in jeder Faser der Schädeldecke breit. "Can you feel it? Running through your veins!" - yes, SKIN, we can feel it. Und so rocken sich die inzwischen zum Quintett angewachsenen Briten durch die 11 Songs. Ausfälle? Keine. Und das war bei SKIN schon immer so. When I'm With You entwickelt sich fast zu einer Jam-Session, bei der man sich wünscht, dass das Gitarrensolo nicht enden möge. Es ist irgendwie, als wären sie nie weg, die 11 Jahre Pause nie vorhanden gewesen.

Aber nach der Freude kommt die Ernüchterung, denn SKIN werden nur zu 14 Gigs im Königreich aufspielen. Deutschland kann man sich einfach nicht erlauben, denn dafür seien sie bei uns einfach zu unbekannt, so Myke Gray. Er findet's selbst bedauerlich, weil sie bei uns eine gute Zeit hatten, aber halt zu wenig Airplay. Und es macht auch keinen Sinn, jetzt hier die große Werbetrommel zu rühren, denn mit "Breaking The Silence" gehen SKIN in ihrem Heimatland schon wieder auf Abschiedstournee. Es war eine schöne Zeit, nach den 11 Jahren Pause, aber jeder in der Band hat seine eigenen Interessen und beruflichen Wege gefunden, da macht eine groß angelegte Tour keinen Sinn, weil die Zeit fehlt. Und man ist halt nicht bekannt genug. Ähnliches würde wahrscheinlich BAP in England passieren: bei uns ausverkaufte Hallen und in GB käme keine Sau.

Und warum macht man dann ein neues Album - dazu noch ein so starkes? "Nun", sagt Myke Gray, "wir haben uns für das "Download-Festival 2009" reformiert und die Reaktionen waren überwältigend. Es sollte nur ein kleines Gastspiel werden, aber 18 Monate später sind wir immer noch da. So war es für uns an der Zeit, ein neues Album zu machen, um den Fans Danke zu sagen, nicht um Geld zu machen oder Goodbye zu sagen. Es ist schwer, die Balance zwischen Familie, Beruf und SKIN zu finden. Was wir machen, machen wir ganz, keine halben Sachen. So sind wir."
Die Idee das Album aufzunehmen kam ihnen übrigens nachdem sie in 2009 CHICKENFOOT in London supporten durften. So bleibt also nichts anderes, als sich an dem neuen Silberling und den alten zu erfreuen und den kleinen Funken Hoffnung nicht auszulöschen, dass diese Jungs doch noch den Weg über den Ärmelkanal finden und uns zu einer Audienz bitten.

Wie WHITESNAKE an dem Abend war, wollt Ihr wissen? Das Schlagzeugsolo war das Beste des Schlangen-Gigs, der Rest ist in meinem Kopf nicht mehr vorhanden.

Skin

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 19.11.2010

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