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Out Of Season

Kopfkino

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Kopfkino
Kopfkino, 7 Hard, 2011
Nicola Carriere Gesang
Jan Ebert Bass
Jochen Fuchs Schlagzeug
Marc Hofmann Gitarre
Produziert von: Vagelis Maranis Länge: 47 Min 47 Sek Medium: CD
1. Überleben7. Der Moment
2. Amnesie8. Weißt Du?
3. Heute Nacht 9. Hello
4. Was Willst Du?10. 7 Years
5. Wach Auf11. Sorry
6. Sag Bescheid 12. Never Is A Long Time

OUT OF SEASON kommen aus Deutschland, sind demnach eine deutsche Band und singen seit 2008 auf deutsch. Warum haben sie dann einen englischen Namen? Man muss ja nicht alles verstehen - aber so richtig passt das nicht. Genauso, wie der Titel nicht zu den Texten und der Musik zu passen scheint. Wenn ich an Kopfkino denke, dann stelle ich mir vor, dass bei den Texten ein Film in meinem Kopf abläuft, der sich verselbstständigt und mich berührt, bewegt oder in irgendeiner Art und Weise anspricht. Tut es aber nicht.

Das mag bei den ersten zwei Liedern noch funktionieren, ab dann bleibt der Film aber doch stehen. Zu sehr verläuft sich die Lyrik im Herzschmerz in die gleiche Richtung. Ihm geht's schlecht, weil sie nicht da ist oder er kann nicht schlafen, weil er es nicht rafft, dass Schluss ist und so weiter und so fort. Dazu hämmert die Band relativ im gleichen Stil durch die Synapsen, in den Strophen meist vom Bass getrieben, um dann riffmässig in den Refrains zu explodieren. Das ist in den ersten Songs noch ganz nett, wird aber auf die Länge der Scheibe schnell langweilig. Riff verfolgt Riff, Schlagzeug und Bass donnern durch die Boxen und die Stimme versucht den Lyriks Emotionen zu entlocken.

So ganz werde ich mir nicht schlüssig, welche Zielrichtung die Schwaben erreichen wollen? Die ONKELZ-Familie, die sich jetzt mit den Soloprojekten ihrer Lieblinge auseinandersetzen muss? Oder den ÄRZTE-Jüngern, denen die Musik der Berliner inzwischen zu eintönig geworden ist? Will man das Metal Lager erobern? Alles könnte irgendwie gelingen, könnte aber auch grandios in die Hose gehen. Bühnenerfahrung haben die Jungs reichlich sammeln dürfen und das Sammelsurium der Bands, die sie supporten oder auf Festivals begleiten durften, reicht von SUCH A SURGE über FARMER BOYS bis hin zu Keith Caputo.

Nach dem der Abspann im Kopfkino gelaufen ist, stehe ich da und weiß nicht so genau, ob ich mir diesen Film noch mal reinpfeifen würde. Gut gedacht ist nicht zwingend gut gemacht. Aber deswegen auch nicht schlecht. Ich bin zerrissen, denke aber, dass es manchmal reicht, einen Film einmal gesehen zu haben.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 11.09.2011


 
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