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| Ribcrasher, Eigenvertrieb, 2010 |
| Matteo Vago |
Guitar & Vocals |
| Fabio Lazzarin |
Bass |
| Samuele Squaiella |
Drums |
| Davide Battistella |
Guitar |
| Gast: |
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| Davide Speranza |
Harp (Let Me Play My Stuff) |
| Produziert von: On-Off & Paolo Dal Broi |
Länge: 41 Min 30 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Ribcrasher | 6. I'm A Shooter |
| 2. Rockin' Blood | 7. Seven |
| 3. It's Hard To Break Me | 8. I Don't Bite |
| 4. Nasty Rhythm | 9. Steamroller Blues |
| 5. Com'on Baby | 10. Let Me Play My Stuff |
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Mit Bands wie ON-OFF hat man leichtes Spiel. Entweder man winkt angeödet vom Primitiv-Rock ab und schwadroniert über die immer gleich klingende Einheitsmucke solcher Proleten wie Angus Young und alle seine Epigonen, oder man geht in die Ausgangsstellung und kreischt die Refrains mit, die sind ja nicht so schwer, trommelt den Tisch durch oder bläst die Backen zum Luftgitarrensolo auf.
ON-OFF aus der Lombardei in Norditalien ist mal wieder so ein Fall, den man den Herrschaften mit kulturellem Anspruch nicht servieren braucht, die Band hat schließlich vor 12 Jahren als AC/DC- und Classic-Rock-Coverband angefangen. Bis heute treten die Jungs bisweilen mit einem anderen Sänger als dem hier agierenden Bandgründer Matteo Vago mit einem AC/DC-Tribute-Programm auf. Da bleibt wohl nicht viel Spielraum für etwas anderes als Vorwärts-Rock'n'Roll auf dem ersten Album "Ribcrasher".
Nicht viel Platz? Gar keiner! "Ribcrasher" ist von Anfang bis Ende eine Ansage in Richtung aller Spaßbremsen und Ausdruckstänzer: Hier wird zum Nasty Rhythm mit dem Schädel bis an die Erschütterungsgrenze gewackelt und gleichzeitig der Bierbecher gekonnt vor dem Überschwappen bewahrt. Das ist eine mindestens so große Leistung wie das durchgängige Rundlaufsolo und die massive Rhythmusarbeit fehlerfrei viereinhalb Minuten durchzuhalten - Fan und Band auf Augenhöhe, DAS ist Rock & Roll.
Die Jungs von ON-OFF versuchen erst gar nicht einen auf intellektuell zu machen, die stehen zu ihrer großen Liebe, dem hart rockenden Boogie. Und? Das machen andere auch, AIRBOURNE sogar mit großem Erfolg, obwohl denen schon mit "No Guts. No Glory", immerhin erst die zweite CD, die Luft auszugehen schien. Einverstanden, ON-OFF haben erst dieses eine Album und ein paar Demos eingespielt, die Zeit wird zeigen, ob die Power für mehr reicht, aber man muss den Italienern attestieren, dass sie schon mit dem Debut ein Level erreichen, das vergleichbare Kapellen wie SIN CITY aus der Pfalz erst mit dem dritten schafften. Solche fiesen kleinen Göttergaben wie Let Me Play My Stuff mitsamt seinem Mundharmonikasolo muss man erstmal erfinden und dazu noch diese trampelnde Leadgitarre spielen können.
Nach Italien klingen diese Kerle wirklich nicht. Aber das tut keine der von uns in den letzten zehn Jahren angepriesenen Bands aus dem Land, das trotz all dem klimatischen, optischen, akustischen, gustatorischen und olfaktorischen Genuss leider einen Berlusconi zu ertragen hat.
ON-OFF hat in den letzten 12 Jahren diverse Besetzungswechsel hinter sich, Matteo Vago, Chef, Songwriter, SG-Gitarrist und Sänger, dürfte aber jetzt eine fixe Besetzung gefunden haben. Da passt in der Tat von der Rhythmusgitarre zum Bass und Schlagzeug alles, dazu ist Vago ein ausnehmend angenehmer Sänger, der zwar kernig schreit, aber nie zwanghaft auf Scott/Johnson macht und außerdem auf gitarristische Affektiertheiten verzichtet. Das hier ist eine Band ohne dummes Getue, der saftige Rock'n'Roll spricht ganz alleine für sich.
Einem lebenslangen Fan solcher Musik fällt Kritik zu neuen Bands in aller Regel nicht schwer, irgendwas machen fast alle falsch, und wenn es nur die falsche Jeansjackenmarke ist. ON-OFF machen so gut wie nichts falsch, höchstens zwei Songs rauschen ohne größeren Erinnerungswert am Ohr vorbei. "Ribcrasher" fährt einfach nur gut ein. Für eine, natürlich, reine Indie-CD ist die Produktion einwandfrei, nicht überdreht, manchmal, speziell bei Bass und Rhythmusgitarre vielleicht sogar ein wenig zu defensiv, aber bei entsprechender Lautstärke schön drückend. Es gibt nichts zu mäkeln, gar nichts. Eigentlich könnte die Band auf die Auftritte als Coverband verzichten. Mit den eigenen Songs macht es viel mehr Spaß. Aber wir wissen alle, dass Kopien oftmals die Miete besser zahlen als Kreativität. Leider.
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