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Self Preserved While The Bodies Float Up

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Self Preserved While The Bodies Float Up
Self Preserved While The Bodies Float Up, Superball Music, 2010
Mike Vennart Vocals, Guitar
Steve Durose Guitar, Backing Vocals
Gambler Guitar, Keyboards
Steven Hodson Bass, Guitar, Keyboards
Mark Heron Drums, Percussion
Länge: 51 Min 16 Sek Medium: CD
1. Part Cardiac6. A Penny’s Weight
2. Superlmposer7. Silent/Transparent
3. Build Us A Rocket Then…8. It’s My Tail And I’ll Chase It If I Want To
4. Oscar Acceptance Speech9. Pine
5. Ransoms10. Superlmposter

OCEANSIZE – hm, zunächst solltet ihr die Biographie der Band auf der MySpace-Seite lesen, denn die ist wirklich hochinteressant geschrieben. Jedenfalls vergleicht die Band ihr musikalisches Tun mit Turnschuhen aus dem Billigmarkt, die halt nicht massenkompatibel sind. Die schicken Treter sind ihrem Wortlaut nach wohl der kommerziellen Musikindustrie zuzuordnen.
Auch ich möchte zunächst bei dem Vergleich mit den Schuhen bleiben. Die Erfahrung habt ihr sicherlich auch gemacht, dass neue schicke Schuhe meist erst einmal unbequem sind und erst nachdem man sie ein wenig ausgelatscht hat anfangen ein angenehmes Tragegefühl zu geben. Tja, nur haben sie dann auch meist an ihrem Chic eingebüßt. Du selbst fühlst dich zwar in diesen Schuhen wohl, doch die Masse mag denken, du trägst hässliche Schuhe.

Ja, so verhält es sich auch mit der Musik von OCEANSIZE, denn von Massenkompatibilität sind sie meilenweit entfernt und man muss sich Zeit nehmen bis die Musik zündet. Außerdem will sich die Masse ja meistens nicht mit der gehörten Musik eingehend beschäftigen, sondern sich nur nebenbei berieseln lassen. Tja, für diese Menschen sind es dann wohl scheiß Treter. Dazu ist die Musik, die sich aus diversen Musikstilen wie Alternative, New Artrock, Progressive Rock und vielleicht auch ein bißchen Psychedelic zusammensetzt zu anspruchsvoll und funktioniert bei nur Nebenbeiberieselung wohl eher nicht. Selbst ich, die sich ja nun viel mit dieser vielschichtigen Musik beschäftigt, tue mir schwer mit ihren so zu sagenden Turnschuhen. Wobei ich sagen muss, das mir “Everyone Into Position“ von 2005 auf Anhieb recht gut gefiel und einen bleibenden positiven Eindruck hinterlassen hatte. Das nächste Werk, das den Weg in meinen Player fand, war die EP “Home & Minor“, das ab 2009 zu erwerben war. Mit diesem Werk gab es ausschließlich New Artrock auf die Ohren und es ist wesentlich ruhiger und mit vielen elektronischen Spielereien versehen, für meinen Geschmack zu ruhig. Da kann einem die kurze Spielzeit von 30 Minuten schon wie eine Ewigkeit vorkommen. Die anderen Werke wie “Effloresce“ (2003), “Frames“ (2007) und “Feed To Feed“ (2009) kenne ich nicht.

Seit Anfang September diesen Jahres ist nun das neueste Werk mit dem Titel “Self Preserved While The Bodies Float UP“ auf dem Markt und natürlich war ich neugierig, was mich mit diesem Release erwartet. Ob sie wieder so ruhig erklingen wie bei der 2009er EP, oder ob es mehr in Richtung der zweiten Veröffentlichung geht, oder vielleicht sogar etwas ganz anderes?
Nun, die erste Nummer, Part Cardiac, lässt mir schon mal einen gehörigen Schrecken in die Knochen fahren. Denn was sich hier den Weg aus den Boxen sucht ist als Noise, oder in Deutsch als Krach zu bezeichnen. Es dringen mächtig dröhnende Gitarren, die zuweilen auch mal quietschen, ans Ohr und der Gesang ist schon fast schreiend. Das ist schon harter Tobak und klingt richtig düster, so habe ich OCEANSIZE zuvor noch nicht gehört. Superlmposer und Build Us A Rocket Then… ertönen ebenfalls hart aus den Boxen, jedoch nicht mehr ganz so düster wie die erste Nummer.
Mit Oscar Acceptence Speech bekommt man die gewohnten Klänge von OCEANSIZE zu hören. Am Ende des Songs gibt es ausgedehnte Streicherarrangements, die eine gelungene Überleitung zum ruhigeren Teil des Albums darstellen. Faszinierende Gitarrensounds, die zuweilen an Mandolinen erinnern, erklingen bei Ransoms und A Penny’s Weight geht in eine ähnliche Richtung. Die beiden zuletzt erwähnten Stücke erinnern mich an die “Home & Minor“ EP, wobei ich auch das später folgende "Pine" dazu zählen möchte.
Eine schöne Melodielandschaft bekommt man auf Silent/Transparent, bei dem sehr gut mit laut/leise Effekten gearbeitet wurde, also eindeutig eine Postrock-Nummer und wiederum eine tolle Überleitung zum heftig rockenden It’s My Tail And I’ll Chase It If I Want To. Das düstere, dramatische und dennoch ruhige Superlmposter bildet den Schlußtrack.

Abschließend kann ich sagen, dass “Self Preserved While The Bodies Float Up“ eine Mischung aus den mir bekannten Alben darstellt, mit deutlicher Weiterentwicklung. Und wie sieht es nun mit ihren Tretern bei mir aus??? Nun, für mich sind ihre Schuhe keinesfalls mies, allerdings reagierte ich bislang auch nicht gerade euphorisch, aber interessant sind die Dinger allemal. Dies müssen auch die Jungs von PORCUPINE TREE gedacht haben, denn immerhin wählten sie OCEANSIZE zum zweiten Mal als Support-Act für ihre Tour.

Michelle Karayilan, (Artikelliste), 07.11.2010

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