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Nine Stones Close

Traces

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Traces
Traces, Prog Rock Records, 2011
Marc Atkinson Vocals
Brendan Eyre Keyboards
Adrian Jones Guitar, Keyboards, Bass on Thicker Than Water
Neil Quarrell Bass
Produziert von: Adrian Jones Länge: 43 Min 51 Sek Medium: CD
1. Reality Check4. Traces
2. Threads5. Thicker Than Water
3. Falling To Pieces

Für dieses Album braucht man starke Nerven, Zeit um zu zuhören und ein Faible für MARILLION. Ist einer dieser drei Aspekte gerade nicht vorhanden, sollte man die Finger davon lassen, tut man sich mit dem dritten schwer, sollte man die CD ganz in der Ecke stehenlassen.

NINE STONES CLOSE machen keine einfache Musik und sie machen es dem Hörer nicht einfach. Denn "Traces" will und muss entdeckt werden. Das instrumentale "Reality Check" gibt schon die Richtung vor, wenn gleich auch hier weniger MARILLION, dafür mehr PINK FLOYD verbastelt wird. Ganz ehrlich, so unter uns, ist dies das Stück, was mir von den insgesamt nur fünf Nummern am besten gefällt. Ab dann wird es schwer, zäh, langsam und geht nah an die Grenze der depressiven Musik. Nicht, dass das schlecht ist, nein, die Mannen um Bandkopf Adrian Jones wissen schon, wie man die Entdeckung der Langsamkeit mit Tiefgang verarbeitet, aber wem nach was Flottem zu Mute ist, wird hier nicht wirklich fündig werden.

Verwobene Soundgebilde, komplexe Strukturen, rhythmische Veränderungen - das ist alles ganz große Kompositionskunst, ohne Frage. Mir fehlt zwischendurch die Explosion, der Moment, in dem der Song zu neuen Ufern aufbricht und eine eruptive Gitarre die festen Keyboardwände durchbricht. Dafür muss man aber lange warten. Ziemlich genau 37 Minuten, denn dann - 6 Minuten vor Schluss - passiert es, da wird der Gitarrist von der Leine gelassen, da werden zumindest einem intensiven Anflug gleich die großflächigen Mauern durchbrochen und es geht für einen kurzen Moment (ziemlich genau 2 Minuten) mal etwas deftiger zur Sache.

MARILLION mag ich als Studioband nicht so richtig. Da fehlt mir immer das Quäntchen Power, was doch bei ihren Livekonzerten immer von der Bühne purzelt. Und ich tue mich schwer mit dem ewig anklagendgleichen Gesang von Steve Hogarth. Glücklicherweise klingt die Stimme von Marc Atkinson nicht so schwer, als würde sich der gesamte Ballast dieser Erde auf seinen Schultern versammeln. Aber von fröhlich, enthusiastisch ist seine Stimme auch entfernt.

Fazit: reinhören lohnt nicht, "Traces" muss man am Stück hören um zu entscheiden, ob's gefällt oder nicht und dann von seinem Umtauschrecht Gebrauch machen. Oder auch nicht.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 28.09.2011


 
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