|
|
| Egophagus, Abandon Records, 2011 |
| Gorka Morales |
Gesang, Gitarre |
| Alexandra Steinmetzer |
Bass, Gesang |
| Andreas Höfler |
Gitarre |
| Felix Eggert |
Gitarre |
| Jan Hendrik Schnoor |
Schlagzeug |
| Produziert von: Alex Henke und Nihiling |
Länge: 47 Min 53 Sek |
Medium: CD |
|
 |
 |
| 01. The Antagonist | 06. Letter To Señor Iraola |
| 02. Pa:(r)tik(e)l | 07. Precious Hosts |
| 03. Minnows | 08. Once In Every 12 Million Years |
| 04. Demise | 09. Syzygy |
| 05. Sirens | 10. 3Dogs |
 |
"Leute, das Album ist absolut und überhaupt mal gar nicht meine Musik. Kann ich nichts mit anfangen. Das wäre mal wieder ein Fall für die Maria ... Ich kann darüber zumindest nicht schreiben."
Diese Zeilen gab es vor einiger Zeit vom Kollegen auf unserer Mailingliste zu lesen. Nun bin ich zwar nicht die Maria und wahrlich kein Experte für progressiven Postrock, da aber in der Mail auch der Vergleich zu OCEANSIZE zu lesen war und ich über diese Truppe schon geschrieben hatte, bot ich dem Kollegen meine bescheidene Hilfe an.
Das besagte Album trägt den Titel “Egophagus“ von der aus Hamburg stammenden Band NIHILING und ist der zweite Longplayer der Formation, jedoch meine erste Begegnung mit deren Musik. Schaut man sich die Lyrics im Booklet an wird einem schnell klar, das es sich hierbei um ein Konzeptalbum handelt, in denen die Protagonisten eine Art Gespräch der drei Charaktere mit Namen The Unnamed, The Impuls und Ichfresser führen. Die erste Nummer The Antagonist ist allerdings rein instrumental und im Stile des Postrock und erinnert mich stark an die Münsteraner LONG DISTANCE CALLING. Der Postrock ist laut Wikipedia nur "ein Sammelbegriff diverser Spielarten des Rocks wie Alternative oder Indie-Rock (uff, diese sind wiederum nur Sammelbegriffe diverser Rockarten) mit Anklängen an den Progressive Rock der 70ziger und unterstützender Einsatz von elektronischen Instrumenten sowie Computern, Sample-Technologien und/oder diversen Außenaufnahmen Verwendung finden." Wie auch immer - der Letter To Señor Iraola ist ebenfalls ohne Gesang und man bekommt in der relativ kurzen Nummer mit Zirkusmusik vergleichbare Töne auf die Ohren, allerdings wirkt dieses Stück wie ein Fremdkörper auf mich im Vergleich zu den anderen gehörten Liedern. Die Truppe arbeitet hervorragend mit Laut/Leiseeffekten innerhalb der Songs, was für Spannung sorgt, jedoch ohne die melancholisch, düstere Stimmung zu beeinträchtigen. Neben den Sounds diverser Gitarren und dem verspielten Schlagzeug, und beidem macht es Spaß macht zu lauschen, kann die Truppe mit den Gesangparts punkten. Bei Pa:(r)tik(e)l, dem zweiten Song, gibt es gleich drei verschiedene Arten zu hören. Einmal eine sanfte männliche Stimme, zu der sich Frauengesang gesellt, und an anderer Stelle verzerrter Schreigesang. Zu diesem Titel gibt es auf ihrer Webseite ein Video das einen famosen Eindruck der zur erwartenden Musik vermittelt, übrigens kann ich dem Vergleich zu OCEANSIZE zustimmen. Auf Minnows gibt es weiblichen Hauchgesang und laut meinem Infozettel soll bei Sirens der Gesang der Bassistin gar arabischen Tönen ähneln ... naja, ich fühle mich eher vage an den weiblichen Gesangpart von Clare Torry bei Great Gig In The Sky des Albums “The Dark Side Of The Moon“ von PINK FLOYD erinnert.
Aber auch diverse elektronische Effekte, wie unter anderem das Ticken einer Uhr oder das Klingeln eines Telefons, wie in Syzygy zu hören ist, unterstreichen die mystische Stimmung der gehörten Musik.
Es ist NIHILING durchaus gelungen, mit “Egophagus“ die passende Musik für die herbstliche Jahreszeit zu kreieren, insofern man wie ich einen Faible für melancholische Musik hat. Im Gegensatz zu meinem Kollegen, der mit der Musik ja nichts anfangen konnte, macht mir das gehörte ungeheuren Spaß. Freunde der bereits genannten Bands, sowie von BLUENECK dürfen hier ungeniert zugreifen.
|