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Milchstrasse 42

Auf Und Ab

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7 US
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Auf Und Ab
Auf Und Ab, 7 US, 2011
Joey Bass
Mortimer Drums, Background Vocals
Steve Keyboards, Sax, Background Vocals
Webster Vocals, Guitar
Länge: 36 Min 31 Sek Medium: CD
1. Auf Und Ab6. Am Strand
2. Sonnenblumenfeld7. Lieblingslied
3. Unter die Haut8. Warte Bis Der Frühling Kommt
4. Dich9. Lichter Der Stadt
5. Seemannspunk10. Zeit

Ganz ehrlich: der Bandname klingt bescheuert. Irgendwie nach einer Teenie Band, die sich mit Douglas Adams irgendwo am Rande des Universums getroffen hat, um den Sinn des Lebens zu erörtern.
Entsprechend vorsichtig hab ich die CD in meinen Player gelegt und bin vom ersten Ton an geläutert und begeistert. Nix Teenie Band, aber laut Gründer und Gitarrist Webster hat der Bandname schon seinen Ursprung bei Douglas Adams. Der Titeltrack, der irgendwo im Beat wühlt, um sich mit Pop zu vermählen, legt die Marschroute fest. Keine melancholische Weltverbesserer-Lyrik, keine Haudrauf-Musik, sondern ein Text, der anspricht ohne nach zu vielen Interpretationen zu suchen. "Hab Indianer verehrt und mit Diana verkehrt" kommt lyrisch auf den Punkt und klingt irgendwie cool. Der Bass läuft in bester Rockabilly-Manier durch die Melodie, die Keyboards klingen herrlich retro nach 80er-Jahre, die Gitarre baut den Rest um den Song und Mr. Webster hat eine sehr angenehme Stimme. Mit rockenden DIE-ÄRZTE-treffen-Rio-Reiser-Gitarren geht's ab ins Sonnenblumenfeld. Einer der Songs, die man definitiv im nächsten Sommer im Cabrio hören sollte. Bei den Keyboards kommen Erinnerungen an ILLEGAL 2001 auf. Unter die Haut heißt der nächste Gute-Laune-Song, mit allet wat dem Herz begehrt und ich könnte mir die vier Dinkelsbühler gut im Vorprogramm von Jule Neigel vorstellen. Dich funkt um die Ecke mit Saxophon und einem schönen Refrain. Was soll man von einem Seemannspunk erwarten? Schunkelmelodie auf uff-ta-uff-ta-Rhythmus vielleicht!? Zumindest wird das Akkordeon ausgepackt, die Gitarren angeschlossen und losgerockt. Ein bisschen Fernweh klingt durch, aber zu weit entfernt von Melancholie. Die Herren aus dem tiefen Süden wollen scheinbar tatsächlich die gute Laune in die Stereoanlagen dieser Welt holen. Wenn der Seemannspunk sein Schiff verlässt, landet er Am Strand wo die Copacabana-Flairs angestimmt werden. Tanzen bis der Arzt kommt, ohne Ballermann-Niveau zu erreichen. Cooler Shuffle! Das was Udo Lindenberg bei der Cello-Spielerin gelungen ist, gelingt dem Sehnsüchtigen im Lieblingslied leider nicht. Armer Kerl, aber sicherlich wird er diesen Song abends beim Einschlafen hören und weiter träumen! Warte bis der Frühling kommt dürfte das sein, was uns auf das nächste Jahr hoffen wird. Die erste Nummer, die für mich etwas abfällt. Nicht weit, aber so ein bisschen. Lichter der Stadt steigt mit Swing-Saxophon ein und versprüht wieder die gute Laune, die dem Album aus allen Kunststoffrillen tropft. Zeit beschließt ein abwechslungsreiches, aufhorchendes deutschsprachiges Album, das von vorne bis hinten Spaß macht. Alle Songs im radiotauglichen Zeitformat - das schielt nach den Charts, ist aber nicht schlimm, so lange solche Songs den Weg in die Verkaufshitparade schaffen ist alles in bester Ordnung.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 07.10.2011


 
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