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| Love Is A Cake, M.i.G.-Music, 2012 (1978) |
| Joey Albrecht |
Guitars, Bass, Vocals |
| Chico de los Reyes |
Piano, Vocals |
| Ringo Funk |
Drums, Percussion |
| Produziert von: Joachim Albrecht |
Länge: 42 Min 31 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Rock'n'Roll Man | 7. Woman |
| 2. The Friend | 8. Dreams Of Love |
| 3. Rosie | 9. Doing The Best I Can |
| 4. Remember | 10. Crazy Woman |
| 5. I Will Live | 11. Ira Lee |
| 6. Love Is A Cake | |
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Da schreib ich neulich noch, anlässlich der Wiederveröffentlichung von "Second Step", dass KARTHAGOs vierte LP "Love Is A Cake" völlig bedeutungslos war. Und was passiert? Ein paar Wochen später kommt das Teil neu auf den Markt. Unfassbar ist das, hört denn gar keiner mehr auf mich? Ich sagte: be-deu-tungs-los! Jedenfalls 1978. Aber warum sollte sich das 34 Jahre später geändert haben?
KARTHAGO war nach dem neuerlichen Verkaufsflop "Live At The Roxy" 1976 endgültig auseinander gebrochen, es war der allerletzte Versuch für die anderen Bandmitglieder um Joey Albrecht gewesen, da sie eigentlich schon ein Jahr vorher ausgestiegen waren. Letztendlich stand Albrecht, der Gitarrist, Sänger und Chef, beim als Konzeptalbum gedachten "Love Is A Cake" alleine da. Ringo Funk (JERONIMO, ATLANTIS) war für den Job am Schlagzeug die logische Lösung, er war schon auf der Live-LP als Ersatz für "Panza" Lehmann engagiert worden, aber es fand sich kein Bassist, Albrecht musste den am Ende selbst einspielen. Die Keyboards übernahm der Exil-Chilene Chico de los Reyes, der gemäß Infomaterial mit der Band SANTIAGO exorbitant gut gewesen sein muss. Die wenigen Soundschnipsel, die das Internet zu SANTIAGO hergibt, erschrecken eher wegen maximaler Pop-Schleimerei, wie sie in den ausgehenden Siebzigerjahren von Bands üblich war, die sich nicht zwischen Rock, Punk und Disco entscheiden konnten. Trotzdem ist der Auftakt von "Love Is A Cake" vielversprechend. Ein flockiger Rock'n'Roll, so beziehungs- wie einfallsreich Rock'n'Roll Man benannt, stürmt Laune machend daher. Leider ist der Sound der Neuauflage genau so stumpf und muffig wie seinerzeit das Vinyl-Original. Entsprechend frustrierend sind dann auch die krampfhaft auf kommerziell gebügelten "Lovesongs" The Friend, Rosie und Remember, bei denen außer Kitsch überhaupt nichts beim Hörer ankommt. Diese Nummern stranden irgendwo zwischen Westcoast-Pop, Easy Listening und White-Boy-Soul im ganz seichten Gewässer. Natürlich waren die handwerklichen Leistungen der drei Musiker stark, doch die Verbindung von Mainstream und schlechtem Sound war und ist enervierend. KARTHAGO wollte sich mit den Großen der (amerikanischen) Hitparaden messen, im Vergleich mit beispielsweise LAKE, Peter Frampton, den DOOBIE BROTHERS oder wie sie alle hießen, war der Liebeskuchen allerdings bestenfalls ein missglückter Muffin.
Erst mit dem Titelsong kehrt ein wenig Spannung ins Album zurück, die stoische Pianolinie im Hintergrund und der weit nach vorne gemischte (Synth-?) Bass schieben die Nummer durchs Ziel, die Voicebox kann man Albrecht so viele Jahre später verzeihen, man machte das damals eben so, und die aufgetürmten Chöre stürzen Love Is A Cake nicht in den Kitschtümpel. Auch Woman geht anstandslos durch, obwohl die Uhuu-Ahhh-Leichtgängigkeit den eigentlichen Rock'n'Roll-Charakter des Liedes beinahe killt. Danach wird es wieder arg, Dreams Of Love erinnert fatal Schlagergrößen wie Barry Manilow, wenn die sich mal an "richtiger Rockmusik" versuchten.
Zum Ende hin versöhnen der funky Feger Crazy Woman und der leicht bluesige Countrystomper Ira Lee immerhin ein wenig, können das Desaster aber nicht mehr verhindern.
Im Nachhinein fragt man sich schon, warum der glänzende Gitarrist Albrecht so gnadenlos auf vermeintliche Massenkompatibilität setzte. Ein ganz normales KARTHAGO-Album, anständig produziert, anders arrangiert und ohne schauderhafte US-Anbiederung, wäre nicht erfolgloser gewesen. Zu 2/3 hätte Albrecht sogar die vorhandenen Songs verwenden können. Letztendlich floppte "Love Is A Cake" erwartungsgemäß grandios und KARTHAGO war endgültig Geschichte. Schwer zu sagen, ob man das hätte verhindern können, die Musikszene wurde in diesen Jahren bekanntlich komplett umgekrempelt, aber ein schöneres Ende hätte man dieser anfangs hoffnungsvollen deutschen Zweitligaband gerne vergönnt. Als Vervollständigung der kleinen KARTHAGO-Diskografie kann man sich "Love Is A Cake" selbstverständlich trotzdem in den Schrank stellen, die Zeit heilt schließlich alle Wunden.
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