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| Back On The Tracks, Black Widow Records/Andromeda Relix, 2010 |
| Jimi Barbiani |
Lead-, Slide-, Acoustic- & Acoustic Slide Guitars |
| J.C. Cinel |
Vocals, Acoustic Guitar & Harmonica |
| Daniele Vicario |
Bass |
| Elvis Fior |
Drums |
| Gäste: |
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| Mr. Steve |
Vocals (Superstition) |
| Frank Get |
Bass (I Feel So Lonely, Weeping Sky & You Don't Know), Keyboards (Good Time Man) |
| Jeremy Seravalle |
Hammond C3 Organ (Superstition & Sure Got Cold After The Rain Fell) |
| Produziert von: Jimi Barbiani |
Länge: 60 Min 21 Sek |
Medium: CD |
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| 1. I Feel So Lonely | 7. Superstition |
| 2. I Got The Devil | 8. Sure Got Cold After The Rain Fell |
| 3. Good Time Man | 9. You Don't Know |
| 4. Weeping Sky | 10. The Day Of The Witch |
| 5. Party Angel | 11. Good Morning |
| 6. Streets Of Love | |
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Mit einem dicken fetten "Woammm" vom Bass meldet sich "Back On The Tracks" subtil wie ein V8 Hot Rod im Ohr an. Herzlich willkommen, Jimi, wir haben auf Dich gewartet. Dass Du uns aber gleich noch J.C. mitbringst, ist eine echte Überraschung.
Jimi Barbiani, der nicht allzu große ehemalige Großgitarrist von W.I.N.D. ist mit seiner JIMI BARBIANI BAND "Back On The Tracks". J.C. Cinel ist der etwas größer gewachsene frühere Übersänger der wunderbaren Seventies-Hard-Prog-Rock-Band WICKED MINDS. Jimi und J.C. zusammen sind…, ja, sie sind es wirklich.
Leser/in, Sie können an dieser Stelle einen zutiefst bewegten Reporter sehen, dem nicht nur nicht die Worte fehlen, sondern der Ihnen darüber hinaus das mit rotem Samt wunderschön beschlagene Album "Back On The Tracks" wärmstens empfiehlt. Und zwar aus ästhetischen Gründen. "Back On The Tracks" ist visuell und noch mehr akustisch ein Genuss und Fest der Sinne. Klingt überkandidelt? Mag sein, dann sagen wir es eben anders: "Back On The Tracks" sieht schweinegeil aus und rockt wie die Pest.
Dem beinahe (wirklich nur beinahe) konventionell bluesrockenden "Woammm"-Opener I Feel So Lonely folgt mit I Got The Devil direkt ein Ohrwurm für die Champions League. J.C. und Jimi packen die große Melodiekiste aus und rollen wie eine Flutwelle über den von Schlagzeug und Bass ausgelegten Teppich. Jööö, das ist schön, wenn Jimi die kleinen Licks und Soli fliegen lässt und Billy Gibbons wie einen Gitarrenschüler aussehen lässt. Apropos Rhythmusgruppe. Von diesem Elvis Fior haben wir im Home of Rock noch nie vorher gehört, aber der Mann kommt ganz ohne Zweifel aus einer Schlagzeugschule, die Technik à la Terry Bozzio, Neil Peart oder Jeff Porcaro lehrt, anders ist sein extrapräzises Spiel nicht zu erklären. Außerdem groovt dieser Elvis, was ihn für uns Rocker deutlich interessanter als Terry, Neil und Jeff macht. Bassist Daniele Vicario ist hierzulande ein bisher ebenso unbeschriebenes Blatt, aber man kann in aller Deutlichkeit hören, dass sich Jimi Barbiani einen Könner geholt hat. Alles andere wäre nach W.I.N.D. auch lächerlich gewesen.
Außerdem werde ich, Fred Schmidtlein, nie mehr wieder ein Wort über THE BLACK CROWES schreiben, wenn diese nicht einen Song der Güteklasse Good Time Man auf ihrem nächsten Album haben. Das Ding hebt locker flockig in Sphären ab, die für die Krähen zwecks Flügellähmung längst nicht mehr erreichbar sind. Zum dezenten Piano gibt's noch ein Solo für die Ahnengalerie.
Sieben, vier, sechs oder fünf Minuten dauern die Songs, da wird gespielt was gespielt werden muss, da wird nachgelegt, wo andere längst aufgegeben hätten, da wird Rockmusik auf höchstem Niveau zelebriert, da schießt dich Jimi mit seiner Gitarre beim Gnadenlos-Rock'n'Roll Party Angel einfach mal so aus der Hüfte weg, während J.C. im stimmlichen Overdrive den Rock-Gott gibt. Wie geil ist das!? Nicht mal beim akustischen Streets Of Love und später bei The Day Of The Witch lassen die beiden nach, es groovt und rollt einfach weiter, immer weiter.
Als Stevie Wonder 22 Jahre alt war, schrieb er so unvergleichliche Welthits wie You Are The Sunshine Of My Life und Superstition. Das war 1972, heute ist Stevie Wonder ein seit Jahren gänzlich unkreativer Superstar, der wie so viele andere künstlerisch irrelevant geworden ist und bestenfalls noch bei Charity-Veranstaltungen glänzen kann. Die großen Zeiten liegen so lange zurück, dass sich normalerweise sogar Coverversionen von Klassikern wie Superstition verbieten, viel zu oft wurden solche Hits schon missbraucht. Das gilt nicht für die Fassung der JBB. Ausnahmsweise gesungen von einem gewissen Mr. Steve und bedampft von einer Hammond funkt dieses Superstition deftig wie selten bis nie gehört dahin. Das Solo ist einmal mehr ein Highlight, Vicario spielt dazu einen Bass aus der Hölle, live muss das ungeübte Hörer in Angst und Schrecken versetzen.
Direkt danach kommt mit ZZ TOPs Sure Got Cold After The Rain Fell die zweite Fremdkomposition aus dem Jahr 1972. Was damals auf "Rio Grande Mud" wie ein mühseliger Versuch einer Ballade aus den Rillen tröpfelte, perlt jetzt sommerlich erfrischend über den Laser und macht nachdenklich: Warum hat man diesen Song Zeit seines Lebens nicht gemocht?
Das letzte Drittel von "Back On The Tracks" gehört wieder den selbstverfassten Nummern. You Don't Know ist eine beeindruckende Hochleistungsschau, The Day Of The Witch der schon erwähnte zweite akustische Track und Good Morning ein unendlicher, nein, nur elfminütiger Jam. Gemeinhin erwartet man solche Exkursionen heutzutage nur noch von GOV'T MULE, aber ein ausgewiesener Haynes-Fan wie Jimi Barbiani darf dem Meister durchaus zeigen, wie man im Jahr 2010 einen solchen Longtrack zu arrangieren hat: Mit leichter Hand und hartem Rock nämlich.
Es ist schade für den (einen) Leser, der vom Musikkritiker Objektivität erwartet, "Back On The Tracks" lässt derlei leider nicht eine Sekunde zu. Bei dieser CD übernimmt das Rock & Roll-Herz direkt mit dem Eingangs-"Woammm" die schreibende Hand und lässt zwischendurch höchstens noch ein paar Luftgitarrensoli zu. Die JIMI BARBIANI BAND hat gleich mit der ersten CD ein Meisterwerk vollbracht, das bei der kleinen aber feinen Zielgruppe sicher keinen Platz IM Schrank finden wird, sondern schon aufgrund seiner optischen Aufmachung ganz vorne dran stehen wird. Splendido, grandioso, magnificamente, geniale.
Ein vorerst einziges Deutschlandkonzert gibt es am 13. Januar 2011 in Reinheim bei Darmstadt im Weinhof Reinheim. Es dürfte ein denkwürdiger Donnerstagabend werden.
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