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| The Hermit And The Hedonist, Cargo Records, 2012 |
| Jim Kroft |
Vocals, Guitars |
| Ben Barritt |
Guitars, Flute |
| Matt Ingram |
Drums, Keyboards, Percussions |
| Robbo |
Bass |
| Olugbenga Adelekan, Oroh Angiama, Lianne Charlotte Barnes |
Backing Vocals |
| Francesca Barritt, Juliett Lee, Ketie Littlemore |
Violin |
| Ross Brennan |
Bass Trombone |
| Morwenna Del Mar |
Cello |
| Robbie Harvey |
Trombone |
| Zoe Matthews |
Viola |
| Will Rixon |
Trumpet, Cornet, Flügel |
| Produziert von: Matt Ingram |
Länge: 42 Min 02 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Memoirs From The Afterlife | 7. Canary In The Coalmine |
| 2. Modern Monk | 8. Bleeding Into Bohemia |
| 3. The Jailer | 9. Haiku |
| 4. If I'm Born Too Late | 10. Daylight |
| 5. Waiting For A Healin' | 11. Morning Breaks |
| 6. Ulysses |
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Des Menschen Verlangen ist ein verwöhntes Ding. Da muss das Ego sich schon was einfallen lassen, um es zufrieden zu stellen. Sei es sexuell, im Job, Freizeit, Sport oder auch der Musik. Hat man nämlich das Verlangen gestillt, stellt man fest, dass da doch noch mehr gehen muss. Oder anders. Vielleicht auch ganz anders und man beginnt wieder von vorne um das verwöhnte Ding zu beruhigen. Dieser von mir selbst aufgestellte philosophische Ansatz passt bestens zum zweiten Album von Jim Kroft.
Mit seiner Band MYRIAD CREATURES war Mr. Kroft nicht mehr glücklich, in London nicht mehr froh, also musste ein Wechsel her. Aber nicht um mehr zu erreichen, sondern um Veränderung zu erleben. Also runter von der Insel, hinein ins beschauliche Leben von Berlin. Aber nicht auf die großen Bühnen, sondern hinein in den pulsierenden Untergrund. Diesen kreativen Moloch abseits der hellerleuchteten Straßen von Berlin. In der spartanischen Welt, bei der man nicht weiß, wie man den nächsten Tag gestaltet, konnte Jim Kroft neue Ideen entwickeln, neue musikalische Wege beschreiten und so seiner Seele neue Kompositionen entlocken.
Herausgekommen ist dabei ein erstaunlich "leichtes" Album, gespickt mit Höhepunkten. "The Hermit And The Hedonist" ist eine CD, die Spaß macht, gute Laune verbreitet, obwohl eine Menge an Melancholie mitschwingt. Hier ein bisschen RADIOHEAD, da ein wenig THE VERVE, eine Prise COLDPLAY, sogar THE WATERBOYS kann man entdecken und immer wieder MARILLION, musikalisch kann man sich dann in etwa vorstellen, was einem auf diesem Dreher erwartet: Songs, die im Ohr hängen bleiben, die man schnell mitsingen kann, dabei aber nichts an Tiefgang vermissen lassen. Der Einsiedler und Lebenskünstler (so die deutsche Übersetzung der CD) Jim Kroft lädt uns ein auf eine Reise durch seine Gefühlswelt, die von der Trauer über seine früh verstorben Mutter, über den abgerissenen Kontakt zu seinem Vater bis zum Mut zur Veränderung berichtet, dabei noch einen Blick auf Cyberrealität versus echter Identität wirft, nur um zwischendurch noch darauf hinzuweisen, dass diese Welt nur noch Hoffnung auf Heilung hat, wenn jeder von uns sein Verhalten überdenkt und gegebenenfalls verändert. Eine CD für Gutmenschen? Mitnichten! Eher eine, die jeden ansprechen sollte, der gute und gutgemachte Popmusik zu schätzen weiß und bereit ist, sich auf Texte einzulassen, die eventuell am eigenen Ego kratzen …
Wer neugierig geworden ist, sollte hier dringend ein Ohr riskieren und ein paar Euro in den Kauf dieses auch optisch klasse aufgemachten Albums investieren.
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