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| Remember It, Prog Rock Records, 2010 |
| Mafalda Brogueira |
Keyboards |
| Helder da Silva |
Guitar |
| Tiago Delgado |
Vocals |
| Ricardo Drumond |
Bass |
| Artur Jorge |
Drums |
| Produziert von: Artur Jorge |
Länge: 76 Min 16 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Memories Fade Away | 5. Why Nobody Cares |
| 2. Remember It | 6. Shadows Black And Grey |
| 3. Call For Me | 7. My Will To Live |
| 4. Don't Trust My Eyes | |
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Tja, wenn's mit dem Fußball nicht klappt, müssen halt andere den Kopp wieder hinhalten, damit die Landesfahne über die eigenen Landesgrenzen hinaus nicht in Vergessenheit gerät. Wenn man arbeitsmüde, arrogante und satte Spieler auf den Platz stellt, muss man sich nicht wundern, wenn kein Mensch der Mannschaft hinterher eine Träne nach weint. Zum Glück gibt es aber andere Landsleute, die noch Hunger haben, die noch mehr erreichen wollen auf dem Globus und die von sich Hören lassen wollen. Gemeint sind diesmal nicht die Spieler aus Argentinien oder England, sondern die lieben Portugiesen. Nachdem Ronaldo, Almeida, Deco und Co. sich relativ hüftlahm im Achtelfinale verabschiedet haben, hat sie keiner mehr wirklich vermisst.
Was ich hingegen bisher immer vermisst habe, waren interessante, mich begeisternde Töne aus dem Land des Portweins. Dem Umstand kann Abhilfe geschaffen werden und ganz nebenbei wird eine Band präsentiert, die scheinbar tatsächlich noch Hunger hat und was erreichen möchte. FRAMEPICTURES veröffentlichen just in der Sommerzeit via ProgRock Records ihr Debütalbum. Und das steckt voller überraschender und überzeugender Inhalte.
Zum einen besteht die Band aus gestandenen Session Musikern, die irgendwann die Schnauze voll hatten, nur immer für andere im Studio zu stehen und alles spielen zu müssen, was man vorgesetzt bekam. Zeit also, was Eigenes auf die Beine zu stellen. Das Ziel war bei allen das gleiche: progressiv soll es klingen und am besten instrumental. So spielte das Quartett mit der Quotenfrau an den Tasten eigene Kompositionen, die im Stile von PLANET X gehalten waren. Bis man irgendwann auf die Idee kam, dass es mit einem Sänger eventuell auch noch ganz gut klingen könnte. Gedacht, gesucht, gefunden: FRAMEPICTURES ward gegründet.
76 Minuten Musik auf 7 Songs verteilt zeigt an, dass hier nicht gerade im radiotauglichen 3 Minuten Rhythmus gespielt wird. Der kürzeste Song ist der titelgebende, der trotz allem noch 5 ½ Minuten auf die Uhr bringt. Für mich ist es allerdings auch der schwächste Song (wenn man davon denn sprechen kann) auf "Remember It". Woran es liegt? Während in den übrigen sechs Liedern großartige Arrangements miteinander verwoben werden und sich jazzige Parts mit rockenden, manchmal auch metallischen abwechseln, ist der Titelsong schon fast so was wie ein "stinknormaler" Rocksong. Aber das ist tatsächlich Jammern auf sehr hohem Niveau. Was die Portugiesen hier mit ihrem Debüt abliefern, ist ganz große Progkunst, die beim zweiten Rundling schwer zu toppen sein dürfte, sollte es denn jemals einen geben. Faszinierend ist, dass die Songs nicht künstlich "gelängt" werden und es irgendwie nach Riffresteverwertung klingt, egal wie lang ein Lied ist, es baut sich Stück für Stück auf. Dabei ist das abschließende My Will To Live der Höhepunkt der ganzen CD. Nicht nur wegen der Länge des Stücks, auch so …!
Sicherlich erfinden FRAMEPICTURE das Prograd nicht neu, aber sie bereichern den Klangkosmos des Prog ungemein. Mal erkennt man Querverweise zu alten DREAM THEATER -Zeiten, dann blinkt was völlig eigenständiges durch und über allem thront eine Gesangsmelodie, wie sie früher SAIGON KICK hinbekommen haben. Ob der Sänger ein naher Verwandter von Matt Kramer und Jason Bieler ist? Der Rest der Bande versteht sein Handwerk absolut. Alleine der Schlagzeuger ist es wert, angehört zu werden. Wenn geballert werden muss, wird das getan; wenn er sich zurückzuhalten hat an den Trommeln, wird das auch getan. John Petrucci steht bei dem Gitarristen sicherlich ganz groß in der Gunst, ebenso wie Kevin Moore, Derek Sherinian oder Jordan Rudess für die Keyboarderin. Der Bassist versteht es, die Songs mit ansprechenden Bassläufen zu veredeln - ungelogen, hier liegt für mich eine weitere beste Scheibe des Jahres vor. Nicht umsonst hat dieses Debüt schon so manche Zug-, Fahrrad- und Autofahrt von mir beschallt.
Abgerundet wird der Dreher noch durch ein ansprechendes Booklet und eine sehr fette aber klare Produktion
Wer auf der Suche nach einer neuen Progressivband ist, sollte die Portugiesen dringend antesten. Das ist schon annähernd weltmeisterlich!!!
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