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Dream Of Illusion

Decadence

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Decadence
Decadence, SG Records / 7Hard, 2011
Riccardo De Fanti Guitar
Andrea Giarola Guitar
Marco Melegaro Bass
Gianluca Raisi Drums
Francesco Valentini Vocals
Länge: 58 Min 08 Sek Medium: CD
1. Intro8. Two Skies
2. The Crow 9. Through The Storm
3. Spiked Rain10. Born To Rock
4. Rocker Warrior11. Interlude
5. Mistery12. Hysteria
6. One Last Chance13. Back To The Evil Age
7. End Of The World14. Outro

Über Italien spricht derzeit die ganze Welt. Aber zumindest ganz Europa. Dabei geht es diesmal nicht um die korrupte Politik oder um italienische Nudelgerichte, sondern vielmehr, worin Mr. Staatspräsident seine Nudel über all versenkt, äh, sorry, natürlich wieso ein Mann so viele Frauen, also, ich meinte natürlich … ach, ihr wisst doch alle, worum es geht.

Was man dabei leider vergisst ist, dass neben hübschen Frauen auch gute Musik aus dem Land der Lucas und Tonis kommt. Damit meine ich diesmal nicht wie so oft, wenn es um Bands aus diesem Land geht, Eros "Ich war an der Hunziker" Ramazotti oder Gianna "bin jetzt Mama" Nanini, sondern Bands, die es verstehen, die Axt kreisen zu lassen. Den Hammer zu schwingen, den Metal zu schmieden, solange er heiß ist. Leicht denkt man an pathosschwülstige Bands wie RHAPSODY OF FIRE oder deren Kumpels, aber es geht auch anders.

DREAM OF ILLUSION ist so eine der Bands, die beweist, dass es auch mit gar keinen Keyboardpassagen geht. Einfach Bass, Schlagzeug, (in diesem Fall zwei) Gitarre und Gesang. Mehr benötigt man nicht um ein schmackhaftes Metalmenü zu servieren. Seit 2003 köchelt diese Band schon an ihrer Rezeptur, bediente sich dabei bisher bekannter und bewährter Zutaten. Fröhlich wurden an einem Abend Fans von GUNS'N'ROSES , AC/DC , DEEP PURPLE und weiteren mit Coverkost verwöhnt. Das war scheinbar so gut, dass man diese Band für Festivals buchte und ihnen gute Handwerkskunst nachsagte. Mit diesem Ruf im Gepäck begann man hochmotiviert eigene Kreationen herzustellen. Bis 2007 machte man dies gemeinsam mit Alessandra Ferrari (ein Name wie Donnerhall im Land des springenden Pferdes), bis diese es vorzog im klassischen Bereich weiter ihr Geld zu verdienen. Ein neuer Frontkoch musste her und wurde im gleichen Jahr mit Francesco Valentini gefunden. Dieser veredelte fortan die Kreativergüsse mit seinem Organ, was - da ich seine Vorgängerin nicht kenne - sehr gut gelingt.

Dream Of Illusion

DREAM OF ILLUSION präsentieren auf "Decadence" eine erstaunlich frische Metalkost, leicht angelehnt an Acts wie SAXON , ein bisschen MAIDEN und gleich gearteten Kollegen. Das klingt frisch und sorgt auf Dauer der fast eine Stunde gehenden Scheibe für respektables Headbangen. Nicht eine der Nummern vergeht sich in Hochgeschwindigkeitsgefrickel, man bleibt immer schön am Boden, kann aber mit wirklich guten Licks und Riffs aufwarten. Die beiden Herren an den Gitarren wissen, wie sie ihre Künste sowohl rifftechnisch als auch solierend einzubringen haben. Bassmann und Schlagzeuger treiben sich gegenseitig nach vorne, ohne dass man den Eindruck bekommt, das einer meint schneller zu sein als der andere. Und Francesco macht, wie schon geschrieben, einen stimmlich guten Eindruck. Kraftvoll im mittleren Bereich gelegen, gibt er keine peinlichen Scream- oder sonstige Eunucheneffekte von sich. Und egal, ob die Band sich im druckvollen oder im balladesken Songbereich aufhält, der Mann kann singen.

Das einzige was mich wirklich permanent stört, ist ein Klickern bei gewissen Frequenzen. Entweder liegt es an der MP3, die wir von der Scheibe nur noch zur Verfügung gestellt bekommen haben (das ist leider inzwischen so üblich), oder aber es ist ein ganz dicker Patzer auf dem Silberling. Den sollte man dann schnellstens beseitigen. Ansonsten beide Daumen oben!

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 26.02.2011


 
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