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| On Rock (Collector's Edition), Retroactive Records, 2010 (1982) |
| Dan McCabe |
Lead Vocals, Bass & Keyboards |
| Toni Rossi |
Guitars, Mandolin & Lead Vocals |
| Bill Findlay |
Guitars, Strings & Synthesizers |
| Peter Cosman |
Drums |
| Produziert von: Daniel Band, Glenn Kaiser & Roger Heiss |
Länge: 50 Min 26 Sek |
Medium: CD |
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| 1. He's The Creator | 8. In The Sky |
| 2. I'm Sorry | 9. I Like To Rock |
| 3. You Don't Need The Blues | 10. Spiritual Games |
| 4. Free From Sin | 11. Somebody Loves You |
| 5. Undercover Christian | Bonus Tracks: |
| 6. Two Roads | 12. It All Turns To Rain |
| 7. Never Again | 13. I Give You All |
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Anfang der Achtziger gab es in München drei, vier relevante Rock-Discos. In einer davon legte einmal die Woche ein ausgemachter Kanada-Rock-Fan auf und der hatte eine ziemlich festgelegte Setlist. Über Monate bekam man immer folgenden Dreierpack zu hören: APRIL WINE mit I Like To Rock, TRIUMPHs 24 Hours A Day und noch mal I Like To Rock, diesmal von einer gewissen DANIEL BAND. Hieß zwar gleich, war aber anders, jedoch nicht weniger geil. Die notwendige Recherche in den einschlägigen Plattenläden ergab frustrierende Ergebnisse, die LP "On Rock" dieser DANIEL BAND war ein grausig teurer Import, kaum unter DM 35 zu kriegen, also wurde die Bestellung zugunsten günstigerer und vorrätiger Scheiben immer wieder verschoben und schließlich vergessen. Jetzt, mehr als ein Vierteljahrhundert später, blinkt das einprägsame Cover mit dem beleuchteten Mischpult und dem Leuchtdioden-Schriftzug DANIEL BAND tatsächlich erstmals in der Hand (respektive auf dem Bildschirm) des einstmals jungen Discogängers.
In diesen 27 oder 28 Jahren ist mehr passiert als in Jahrmillionen vorher, wir haben inzwischen Mobiltelefone, computergesteuerte Kühlschränke, RTL2, Facebook, dumme Bundespräsidenten, den Dschihad, noch dümmere U.S.-Präsidenten, Einparkhilfen im Auto, Integrationspolitik und einen Papst aus Deutschland. Weder die Kühlschränke/Fahrkartenautomaten/Telefone noch die Präsidenten, Päpste und sonstigen Gotteskrieger sind von einem Normalmenschen noch begreifbar, es ist nur eine Konstante geblieben: Rock & Roll. Und der macht 2010 noch genauso glücklich wie in all den Jahren seit seiner Erfindung.
Was wir Kids 1982/83 über die DANIEL BAND nicht wussten ist, dass es sich um eine Band aus der christlichen Szene handelte. Aber es hätte keinen Unterschied gemacht, denn wir Rocker sind schließlich tolerant und akzeptieren auch Andersgläubige - solange sie coole Musik machen. Die REZ BAND (RESURRECTION BAND), deren Glenn Kaiser an der Produktion von "On Rock" beteiligt war, konnte man wegen ihres zum Teil sensationell dampfenden Hardrocks auch mögen, dass sie als Hippies zu Jesus-People wurden war zwar strange, aber egal. Hauptsache Stromgitarren und Vollgas. Die DANIEL BAND gab auch Vollgas. Aber sowas von.
Die genannten APRIL WINE (höre Somebody Loves You) und TRIUMPH standen Pate für Dan McCabe (Vocals) und Tony Rossi (Guitar), den beiden Hauptverantwortlichen der DANIEL BAND. Und außerdem RUSH, die in ihren guten Momenten geniale Ur-Progmetal-Band. Und tatsächlich vereint "On Rock" sämtliche positiven Eigenschaften kanadischer Bands der Siebziger und frühen 80er. Der AOR-Tod, der die meisten - nicht nur kanadischen - Bands ereilte, blieb der DANIEL BAND beim Debut "On Rock" erspart, die vier weiteren Platten bis 1987 kann man möglicherweise alsbald ebenfalls via Retroactive Records begutachten. Bis dahin beschäftigen wir uns freudig erregt - wenngleich nicht spirituell ergriffen - mit "On Rock".
"He created the moon and the sun … he created the stars" ist nicht unbedingt der Text für eine Party mit Naturwissenschaftlern, aber wenn dazu ein so dicker Dynamikrocker wie He's The Creator aufs Ohr knallt, bitteschön. Das ist im besten Sinne klassischer Canuck-Hardrock, wie er nicht von allzu vielen Bands gespielt wurde. GODDO und MOXY waren auch solche Kaliber. Vom gemäßigten Tempo gleich im zweiten Song muss man sich nicht beirren lassen, I'm Sorry ist eine schön ausgearbeitete Single mit Steigerungspotential. Direkt danach geht es messerscharf weiter und der Songtitel You Don't Need The Blues birgt sogar Ironie in sich. Woher das Klassik-Zitat nach dem kleinen zweistimmigen Gitarrensolo kommt, werden wir auch noch herausfinden.
Dan McCabe war kein "Shouter", er hatte diese markante hohe Stimme vieler zeitgenössischer Sirenen, Geddy Lee oder Myles Goodwin sangen in der selben Liga. Noch ein Vergleich darf herhalten: Undercover Christian könnte durchaus auf der Rückseite eines LOVERBOY-Notenblattes entstanden sein. Druckvoller, von einem flächigen Keyboard angetriebener Subtil-Hardrock der angenehm kommerziellen Art. Es gibt heutzutage solche Musik nicht mehr, was zwar schade aber verständlich ist, denn die Loverboys dieser Welt haben sich irgendwann alle an ihrer eigenen Hitparadengier stranguliert. In diese Gefahr geriet die DANIEL BAND nie, es wurde schlicht zu wenig für einen nennenswerten Erfolg getan. Tourneen und Konzerte waren Mangelware, Europa war garantiert sowieso nie ein Thema für die Herren und ein vernünftiger Labeldeal außerhalb Kanadas war auch nie zur Hand. Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder McCabe und Rossi hatten andere Lebensplanungen, oder der elitäre Standesdünkel der Christenrocker verbat größere Anstrengungen im schnöden weltlichen Musikbusiness.
Dafür tobt Two Roads mit einem astreinen Nugent-Riff los und legt wieder mit einem smarten Zweistimmigen nach. Contemporary Christian Music (CCM) mit so dicken Eiern hat man noch selten gehört. Noch breitbeiniger kommt der oben erwähnte Boogieknaller I Like To Rock daher. Slideguitar, Shuffle, witziges Break, was für ein "Triumph". Nach diesen drei Minuten ist man atemlos und DANIEL-BAND-Fan.
Für die neuerliche Wiederveröffentlichung, es gab wohl bereits 2001 eine, spielte die Band 2009 die beiden neuen Songs It All Turns To Rain und I Give You All ein. Um ehrlich zu sein, das hätte es nicht unbedingt gebraucht. Der Sound ist, man fasst es kaum, schwächer als beim fast dreißig Jahre alten Material, das allerdings offenbar großartig remastert wurde, und so richtig zünden mögen die zwei Lieder auch nicht. So ist es oft mit in die Jahre gekommenen Kreativen, der Geist ist noch willig, doch das Fleisch erschlafft. Dennoch, speziell It All Turns To Rain wäre mit besserer Produktion eine Spitzennummer. Und "On Rock" ist eine ganz spezielle Rarität von 1982, die Fans der genannten Kanada-Rocker haben müssen. Absolut fantastisch, Bibeltexte hin oder her.
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