|
|
| Shine, Ruf Records, 2011 |
| Dani Wilde |
Vocals, Acoustic Guitar, Lead Guitar Solo on Shine, Born To Love Him, Background Vocals |
| Roger Inniss |
Bass |
| Jamie Little |
Drums |
| Will Wilde |
Blues Harp |
| Dave Lennox |
Organ |
| Bernice MacDonald, Will Wilde |
Background Vocals |
| Mike Vernon |
Percussion |
| Ben Poole |
Guitar, Lead Guitar Solo on Some Kinda Crazy, Red Blooded Woman, I Don't Even Care |
| Pete Wingfiled |
Piano |
| Stuart Dixon |
Guitar on Miss You, Where Blue Begins |
| Martin Winning |
Tenor Sax on Miss You |
| Matt Holland |
Trumpet on Míss You |
| Laura Chavez |
Lead Guitar Solo on How Do You Do It, Abandoned Child |
| Pete Wingfield |
Piano |
| Produziert von: Mike Vernon |
Länge: 58 Min 28 Sek |
Medium: CD |
|
 |
 |
| 1. Shine | 7. I Don't Even Care |
| 2. Some Kinda Crazy | 8. Abandoned Child |
| 3. Miss You | 9. Born To Love Him |
| 4. How Do You Do It | 10. Where Blue Begins |
| 5. Red Blooded Woman | 11. Big Brown Eyes |
| 6. Don't Give Up On Me |
 |
Dani Wilde ist die Schwester von Harmonika Spieler Will Wilde, kürzlich hier besprochen. Wie in dieser Review erwähnt, ist Ms. Wilde sehr begabt. Sie singt und spielt Blues mit den üblichen Ausflügen in Funk, Soul, Rhythm&Blues und rockt auch schon mal. Auf dem Cover ihrer neuen CD wird sie mit ihrer Gitarre abgebildet - und es wird so getan, als hätten wir hier eine wirkliche Blues Guitar Axe Woman. Tatsache ist - und ein Blick auf die Player List belehrt uns - die meisten Lead Guitar Fills auf dieser CD werden nicht von ihr gespielt. Die Lead auf Shine ist allerdings sehr schön, zurückhaltend und harmonisch. Weiter wirklich gute Solos hier steuern allerdings Ben Poole (sehr gut auf Some Kinda Crazy - so soll ein Blues Solo sein!) und Laure Chavez bei. Gut, sagen wir also: Dani spielt sich nicht in den Vordergrund sondern tritt klug zurück, wenn es gilt, zum Wohl des Tracks andere Meister ans Ruder zu lassen. Und so wie Ben Poole sie erst zart singen lässt, um sie dann wild aufschreien zu lassen (die Gitarre, in Some Kinda Crazy) - das kann man schwerlich besser machen. Und Wills Harmonika Beiträge in diesem Umfeld kommen besser als auf seiner eigenen CD (hört ihn mal in der Aufbereitung des alten STONES Disco Heulers Miss You)!
Und wo Ben sie heulen lässt, lässt Ms Chavez sie singen und seufzen - eher sanft und harmonisch als rockig - aber nichtsdestoweniger auch sehr gekonnt und eigenständig.
Also, was soll's dann? Na, wenn man Dani auf besagtem Some Kinda Crazy singen hört "Squeeze me and drive me some kinda crazy" weiß man, dass hier eine sehr expressive, trotz der jungen Jahre geübte und eigenwillig phrasierende Blues Sängerin am Werke ist - eine Janis Joplin, wobei ich jetzt eher die Phrasierung als die Stimme meine - Dani ist keine Shouterin. Sie ist eine Songstress - also eine Sängerin - die ihre Stimme bewusst und kunstvoll einsetzt, um aus jedem Songs das Maximum heraus zu holen. Mit einem leichten Kieks in der Stimme, der sie stimmlich plötzlich mühelos in sopranische Höhen springen lässt, ausgestattet, mit sicherem Geschmack hinsichtlich des Einsatzes dieser Stimme versehen, bietet sie hier 11 Songs, von denen jeder einzelne eben durch ihre Stimme zu einem Erlebnis gemacht wird.
Man glaubt ihr, wenn sie "I miss you, baby!" singt; man glaubt ihr wenn sie behauptet, eine heißblütige Frau zu sein, die hinter Dir her ist; und auch wenn sie bittet, Sie nicht aufzugeben (Don't Give Up On Me) - ja, das kommt wirklich so rüber, als stände sie Dir gegenüber und spräche zu Dir. Und das ist es, worum es im Blues geht - Wahrhaftigkeit. Dabei hat Dani sich offensichtlich an früheren Bluesgrößen wie Billy Holiday oder Soul Diven wie Aretha geschult und von denen das Beste übernommen. Daher spielt es keine Rolle, wie gut ihr Gitarrespiel ist (es ist gut) - es ist ihre Art zu singen, die den Unterschied zu den anderen Zillionen Blues CDs ausmacht.
Eine sehr gute, wirklich empfehlenswerte CD - von der Frau wird man hoffentlich noch viel hören!
|