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| Anubis Gate, Nightmare Records, 2011 |
| Henrik Fevre |
Vocals, Bass |
| Jesper M. Jensen |
Guitars |
| Kim Olesen |
Guitars, Synthesizers |
| Produziert von: Kim Olesen und Jacob Hansen |
Länge: 68 Min 16 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Hold Back Tomorrow | 6. Oh My Precious Life |
| 2. The Re-Formation Show | 7. Golden Days |
| 3. Facing Dawn | 8. Telltale Eyes |
| 4. World in a Dome | 9. River |
| 5. Desiderio Omnibus | 10. Circumstanced |
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Diese Band wird man entweder lieben oder doof finden. Ich glaube großartig einen Mittelweg gibt's nicht. Aufmerksam geworden bin ich auf die Dänen mit ihrem vorletzten Album "Andromeda Unchained", was mich mit seinem hymnisch-epischen Gesang und der powermetallischen Instrumentierung, aufgebaut auf flächigen Keyboardsounds, hellhörig machte. Nun liegt der neue Dreher vor und voller Erstaunen stelle ich fest, dass es zwischen den beiden noch einen weiteren gab. Ist wohl genauso an mir vorbeigerauscht, wie die beiden ersten Alben.
Pünktlich zum 10-jährigen Bestehen der Band präsentiert man mit der selbstbetitelten CD also neues Ohrenfutter. Hatte man bisher mit Jacob Hansen einen Sänger und Produzenten am Start, fungiert dieser "nur" noch als Produzent. Das Mikro hat er an den Bassisten abgegeben, der bisher mehr für die stimmliche Hintergrundbeschallung zuständig war. So bleibt Herr Hansen der Band treu, muss aber auf Grund der wachsenden Nachfrage nach seinen Produzentenfingern das Singen lassen. Also kein Streit, kein Bruch. Ob das mit dem Label genauso friedlich über die Bühne gegangen ist, weiß ich nicht, sicher ist, dass man mit dem fünften Dreher in 10 Jahren den weiteren Entwicklungsweg der Band in neue Hände gelegt hat.
ANUBIS GATE machen auf ihrem neusten Werk das, was sie am besten können: hymnische Songs mit einer betörenden Gesangsmelodie versehen, dem Ganzen eine mächtige Dampfkur Powermetal verabreichen, schön melodisch verpacken und mit dem richtigen Wumms versehen - fertig ist das neuste Machwerk. Richtig neu ist das nicht, aber richtig gut. Als musikalische Orientierungshilfe könnte ich SILENT FORCE anbieten, allerdings nicht ganz so heftig. Oder VANDEN PLAS, aber nicht ganz so verfrickelt. Also, ein Werk, dass man sich ohne musikalische Vorkenntnisse einverleiben kann. Anspruchslos? Mitnichten, denn die Kompositionen sind schon ausgeklügelt, was sich allein schon im Zusammenspiel zwischen Gesang und Instrumentierung herausstellt. Der Einstieg beginnt mit zarten Pianotönen, bis nach 30 Sekunden die trügerische Idylle von messerscharfen Riffattacken zerrissen wird. Hold Back Tomorrow entwickelt sich aber nicht zu einem Riffmonster, sondern zu einer abwechslungsreichen Nummer, die im Wechsel zwischen harten und zarten Parts pendelt. The Re-Formation Show bewegt sich im schnelleren Midtempobereich und wenn man meint das Lied sei zu Ende, legt es mit einem Instrumentalteil noch mal nach. Facing Down ist für mich eher eine der schwächeren Nummern, rockt, kann sich aber nicht so richtig entscheiden loszulegen. Irgendwie fehlt mir da was. World In A Dome steigt mit Samples ein, bevor die Band losdonnert wie vom Blitz getroffen. Dann geht's mit Stropheneinstieg wieder etwas zurück, der Refrain entwickelt sich zu einer Hymne und wieder geht's von vorne los. Interessant gemacht, braucht aber seine Zeit um Kopf und Herz anzusteuern. Da mein Latein nie gebildet wurde, habe ich keine Ahnung, was Desiderio Omnibus zu bedeuten hat. Sicher ist, dass ein Busfahrer, wenn er das Verlangen hätte, mit einer solchen Power durch die Stadt zu donnern, er könnte sich seine Papiere holen. Als Song macht das ganze dann schon wieder richtig Spaß und gehört auf "Anubis Gate" zum schnellsten, was die Band zu bieten hat, dabei geht's den Dänen aber nicht um sinnloses Powergeballer, immer steht die Melodietauglichkeit im Vordergrund. Klasse gemacht. Das nachfolgende Oh My Precious Life fällt dagegen dann schon wieder deutlich ab. Ruhiger, aber nicht weniger druckvoll mit einer interessanten Gesangsmelodie. Episch nennt man glaube ich das, wie sich Golden Days entwickelt und anhört. Sehr gut gemacht. Ein schönes Twin-Guitar-Solo in der Mitte, nicht turboschnell, eher so, dass man das als Autodidakt nachspielen kann. Insgesamt eine sehr schöne ruhige Nummer, die auch von RED hätte stammen können. Ob sich die Telltale Eyes zu einer verräterischen Nummer entwickeln, bleibt abzuwarten. Gestartet wird in bester Thrash-Metal-Light-Version, der Drummer trommelt um sein Leben und über die hektische Instrumentierung legt sich eine ruhige Gesangsstimme. Zum Ende hin ein Keyboard-Gitarren-Solo und ein leicht vertrackter weiterer Aufbau . Interessant gemacht und bei weitem nicht so düster wie man vermuten könnte. Gesanglich liefert Henrik Fevre hierbei seine für mich beste Leistung ab. Er braucht sich wahrlich nicht hinter seinem Vorgänger zu verstecken. Bedrohlich rumpelnd bahnt sich River seinen Weg durch den Kunststoff in das Licht des Lasers und erstaunlich schnell verfliegen die Minuten. Mit dem abschließenden Circumstanced grooven die Dänen sich fast an die 10 Minuten-Marke und beschließen ein in den Details durchaus abwechslungsreiches Album.
Wenn der Labelwechsel jetzt noch seine Früchte trägt, können und dürfen wir uns hoffentlich in zwei Jahren auf das nächste ANUBIS GATE-Album freuen.
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