HoR Logo kl CD-Review:

Anouschka

My Kind Of Heartbreak

Logo Home-of-Rock
Startseite > Alle Bands von A-Z > Anouschka > My Kind Of Heartbreak

Link Homepage:
Offizielle Anouschka Homepage
Link MySpace:
Anouschka @ MySpace.com
Link Promotioncompany:
Hemifran
Link Kaufen:
www.amazon.de
Mehr Info:
All Music Guide (englisch)

Unser Disclaimer
My Kind Of Heartbreak
My Kind Of Heartbreak, Eigenverlag, 2006
Anouschka Acoustic Guitar, Electric Intro on Venice Beach
Chuck Anthony Electric Guitars
James Bradley Jr. Drums
Joachim Ötterbjork Bass
Gäste:
Gustav Karlöf Keyboards, Piano
Malin William-Olsson Violin
Alexandra, Malin Pettersson, D. January Background Vocals
Per Angkvist Tambourine on Venice Beach
Produziert von: Anouschka Länge: 52 Min 22 Sek Medium: CD
1. Rainy Night In Chelsea8. Gonny Get Over You
2. Venice Beach9. Buried Alive
3. Good Girl Gone Wild10. Is This What Love Feels Like?
4. Man Like You11. My Loyal Heart
5. House Of My Father12. Let's See This Through
6. Beautiful But Damned13. When R U Coming Round?
7. My Kind Of Heartbreak (Kind Of Guy)

Das ist nicht die erste CD von Anouschka. Sie hat geübt - und so ist Rainy Night In Chelsea ist ein Pop Songchen, ein Love Song, der sich bei näherem Hinsehen als Post-Love Song entpuppt. Ihre Stimme, die sehr an Shania Twains erinnert, und dieser täuschend leicht gemachte Pop Song lassen nicht ahnen, was dann noch kommt. Venice Beach überrascht dann schon mit einem sehr reduzierten Sound, und Anouschkas eher gesprochenen als gesungene Absage an den Starrummel in LA. Ihre Stimme scheint manchmal ganz kurz davor, zu kippen und ins Falsett oder sonst wohin zu gleiten - und jetzt kommt man Ihrer Könnerschaft Anouschkas schon näher - sie scheint oft einen halben Ton neben der Melodie zu liegen und erzeugt so Spannung im Song, einen Haken, der sich im Ohr festsetzt, und nebenbei ist "I am bored by the boardwalk" ist auch ein nettes Wortspiel.
Wieder eine täuschend einfaches Popsongchen - Good Girl Gone Wild. Wieder ihre spezielle Art zu singen, ein Text, der als unterliegendes Thema Slippery when wet (im übertragenen Sinne) hat, und die Liedzeile "Drink whisky with the devil's friend while heaven rings my bell" lässt den Hörer fragen welche 'bell' denn hier wohl gemeint ist, die da so himmlisch geläutet werden soll? Täuschend simpel - wie die Musik ist, die von Cracks gespielt wird und eben nur deshalb so populär glänzt, weil diese Jungs genau wissen, was sie tun - ist er, der Text, und Anouschkas Vortragsweise. Die ist geeignet, über die eigentliche Aufforderung im Text hinweg zu sehen. Das wäre aber schade, weil das frech ist und witzig.
Wie gut die Band ist, zeigt sich dann in den Intermezzi in Man Like You, das textlich an Twain's That Don't Impress Me Much erinnert. Die Cracks lassen mal kurz ein paar Solos vom Stapel - cool und gekonnt.House Of My Father - eine Erinnerung an ihre Familie und besonders ihren Vater - gesungen in einer fast umkippenden Stimme wieder neben dem Ton, immer kurz vor der Auflösung in einen Schmerzensschrei, mit Engelschor im Hintergrund, und mit einer wunderbaren Geige versehen - das ist wirkliche Popkunst, nicht einfach nur ein weiteres Liedchen. Hier zeigt sich wieder Anouschkas Vermögen, das Komplizierte einfach vorzutragen, so dass man es als Pop genießen kann oder aber sich tiefer darauf einlassen kann. Den Blues hat sie auch, und sie kann ihn zelebrieren - My Loyal Heart. Wieder in dem nun schon bekannten Stil gesungen, der hier auf einen weiteren Höhepunkt gebracht wird. Buried Alive und Is This What Love Feels Like? treiben die jazzig anmutenden Phrasierungen dann auf die Spitze - zumal Buried Alive ein Bar Room Jazz mit wunderbarem E-Piano und einen sehr schönen Bass ist.

Gonna Get Over You folgt als Reggae, der von der Melodie wie ein Schmetterling umspielt wird. Witzig dann der Text zu erwähntem Is This What Love Feels Like? ("He is easy on the eye, but heavy on the heart; … easy on the kill but heavy on the charm - is this love?").

Anouschka ist eine Meisterin der Täuschung, die das Schwere einfach verkauft, die ihre Texte mit Tiefgang versieht, sie aber mit einem Augenzwinkern anbietet, ohne Probleme zu vergleichen mit Norah Jones und Shania Twain und Ms. Joan Osbourne - nur leider ohne deren Publicity. Eine wunderbare Stimme, mit der Fähigkeit zu Phrasierungen, die normalen Popsternchen einfach abgeht - richtig gut. Aber: sie kann Pop genauso gut wie Jazz und Blues, alles unaufdringlich, mit einer Portion Selbstironie und dieser Leichtigkeit, die diese CD anytime, anyplace ,anywhere macht.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 08.02.2011

Startseite > Alle Bands von A-Z > Anouschka > My Kind Of Heartbreak

 
© Home of Rock 2001 & ff., Impressum & Kontakt