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American Hollow

Whisper Campaign

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Whisper Campaign
Whisper Campaign, American Hollow, 2011
Kyle Mullikin Guitar
Jameson Voice
Chronos Timelord
Nathan Alan Gilbert Bass, Keyboards
Mike Larsen Live Guitars, Keyboards
Gregg Hale Voice on Terranoia, Terrannoyed
Produziert von: American Hollow Länge: 61 Min 51 Sek Medium: CD
1. Terronoia6. Gravity
2. State of Decay7. Illumineye
3. Operator8. Prizards
4. Variable9. Blow Wind! Bring Forth Storm
5. Constant10. Terrannoyed

AMERICAN HOLLOW ist eine neue vier Mann Band aus dem salzigen Utah in der Mitte Amerikas, genauer aus Salt Lake City, mit 178.000 der etwa zwei Millionen Einwohner Utahs die größte Stadt und Hauptstadt des Mormonenstaates. Da kommt Gutes her, lässt diese CD vermuten.
Wenn man in der Mitte von lauter Salz lebt, macht man wohl, anders als wenn man in der Mitte von lauter Blumen lebt, eher nicht fröhliche Musik. Angelehnt an die ja mittlerweile unvermeidlichen TOOL mit ihrer mechanistischen Musikauffassung, und somit - siehe meine Einlassung zu JUROJIN - auch an BLACK SABBATH , haben AMERICAN HOLLOW hier eine kalte, prächtige, kraftvolle und sehr einfallsreiche CD produziert, die im Intro zum Track Operator mit seinem Dreiklang aus Gitarren, Stimme (als Instrument) und Keyboards nicht nur eine gespenstische Atmosphäre schafft, sondern - man wagt es ja kaum zu sagen - durch Einbezug von free-jazzigen und tribal Elementen einen Cross-Over schafft, den ich so noch nicht gehört habe - neu, und extrem unterhaltsam.

Die Musik ist offen konstruiert - soll heißen, es gibt relative wenige Power-Zukleister-Riffs, sondern Riffs werden dazu benutzt, wozu sie wohl mal erfunden wurden - um zu betonen und heraus zu heben. Bis Rifferfinder Page sich entschloss, die Riffinflation einzuleiten, die wir alle so lieben. Aber wie das mit Inflationen so ist - plötzlich hat jeder ein bisschen, und weiß gar nicht, was er damit anfangen soll.
Nicht so AMERICAN HOLLOW - zwar gibt es auch wahren Riffbrei in dem weniger gelungenen Song Illumineye aber ansonsten ist das clever aufgebaut, auf Spannung bedacht und weiß, wie man Dynamik erzeugt (der Drummer ist da auch nicht ganz unbeteiligt), oder mittels Gitarren und Keyboards sogar fröhliche Momente zaubert, etwa im lyrische-melodischen Operator. Constant ist ein typischer TOOL Klagegesang, der an- und abschwillt - und den Hörer mitreißt. Gravity ist extrem reduziert, eine finstere, unheimliche Ballade, mit spacigen Soundscapes im Mittelteil - auch hier bemüht sich AMERICAN HOLLOW, eher weniger beschrittene Wege zu begehen. Cool.
Prizards ist ein Lehrstück in Sachen Trackaufbau, und kommt in Sachen Sounds fast an meine neuen Heroen AMPLIFIER heran - obwohl die was spaced-out Sounds angeht, noch ein ganzes Stück weiter auf der Leiter der freien Songstruktur geklettert sind - das hier hat kammermusikalische Züge und bietet wunderbaren Gitarrenpassagen… Blowing Wind … rockt scheinbar einfach drauflos, hat aber trotzdem einfallsreiche Gesangslinien, und auch schon sehr durchdachte Riffauffaltungen im Mittelteil, einige Growls und Shouts einbegriffen. Terranoia und Terrannoyed bieten FLOYD -ähnliche Intro/Extro Spielereien.

Ein sehr überzeugendes, gut aufgebautes, abwechslungsreiches Kunstwerk. Mit etwas Geduld erschließt es sich und genügt der Three-Strike-Rule - "Entweder Du bleibst nach dem dritten Durchlauf im Ohr hängen - oder es hagelt einen Verriß!" - vollauf.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 31.03.2011


 
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