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Two Warriors

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Two Warriors
Two Warriors
Two Warriors, iMusic Records, 2009
Nurgaisha Sadvakasova Violin
Maxim Kichigin Guitar
Erjan Alimbetov Dombra
Roman Adonin Keyboards
Evgeny Sizov Bass
Igor Djavad-Zade Drums
Produziert von: Tim Palmer Länge: 40 Min 00 Sek Medium: CD
1. Adai6. Ata Tolgauy
2. Winter (Four Seasons)7. Turkish March
3. Kurishiler8. Yapyr-Ai (folk song)
4. Jumyr-Kylysh9. Teriskakpai
5. Toccata And Fugue10. Kokil

Zusätzliche Info, bevor es losgeht: All score voices written and arranged by Maxim Kichigin. Tracks written: Kurmangazy (1), Winter - from Four Seasons (2) written by A. Vivaldi, I. Iskakov (3), Mahambet (4), Toccata And Fugue (5) written by I. S. Bach, N. Tlendiev (6), Turkish March (7) written by W. Mozart, Shalmyrza (9), Kazangap (10).

"Also haben wir hier eine Mischung aus Ethnomucke und Verbraterei von klassischer Musik, alles in einem, ach herrje, und dazu noch ohne Vocals! Ich mag diese Ethno- oder Weltmusik überhaupt nicht, und Klassik-Rock, ob auf Basis von Originaltracks à la CURVED AIR, YES, EKSEPTION, Switched-on Bach oder nachempfunden à la DEEP PURPLE/Jon Lord oder PROCOL HARUM auch nur in seltenen Fällen, und da ist ja auch schon alles gemacht worden. Und jetzt eine Mischung von beidem und dann noch ohne Gesang - das braucht die Welt nicht, was soll's?"

So habe ich gedacht, bevor ich "Two Warriors" hörte, und ich lag falsch! Das hier ist rundherum empfehlenswert, denn es hat eins, was heutzutage so oft fehlt:

!!! CHARM !!!

Diese auf weite Strecken wohltuend orientalisch anmutende Instrumentalmusik geht - ob eigener Track oder Klassik-Adaption - runter wie Öl, und spätestens nach dem zweiten Hören bist du reinweg süchtig nach dieser Mischung aus wohltemperierter Heavygitarre, Geige und Dombra. Dombra? Siehe unten. Wobei die Art, wie Erjan dieses Instrument spielt, eine Mischung aus Melodie und Rhythmus ist, oft trommelt er wohl auch mit den Fingern auf den Korpus um die Drums zu unterstützen und die Dynamik zu erhöhen.
Egal ob eigene Kreation oder Adaption, hier wird mir Verve zu Werke gegangen und die Stücke zumeist im Uptempo Bereich dargeboten - da soll man eben auch zu tanzen können; und man kann. Die Klassik-Adaptionen sind dabei relativ eng am Original. Klar, die Instrumentierung sorgt für allerlei unterschiedliche Einfärbungen, aber letztlich wird der Klassik gehuldigt, sie nicht vergewaltigt.
Erstaunlich dabei ist, was man mit zwei Saiten - jawohl, die Dombra hat wohl nur zwei Saiten - anfangen kann. Wenn man dann noch eine hervorragenden Geigerin und einen Gitarristen, der sich nicht in den Vordergrund spielt und damit eventuell das Konzept 'Ethnisch geprägte Rockmusik' zu Fall brächte, im Team hat, zusätzlich zu einer Rhythmussektion die weiß, was sie tut, tja, dann wird das ein wirklich nettes Stück Musik, das man anytime, anyplace, anywhere hören kann. Passiert nicht häufig, aber das Ding läuft zurzeit bei mir auf 'heavy rotation'.

So, und jetzt möchte ich, dass ihr euch das anhört, und damit fängt das Problem an: man hört das über MySpace einmal so kurz, hmhmhm, ganz nett, aber eben doch ein bisschen eintöniges Gedudel, da fehlt die Struktur. Gebt dem mal ein bisschen Zeit, hört es zwei oder dreimal und sagt mir dann, dass man sich dabei nicht wohl fühlt, dass es nicht super klingt, dass die Stücke nicht abwechslungsreich sind, dass diese Dombra nicht wirklich klasse klingt und nicht alles eine Einheit ist. Wagt es!
Ich habe jetzt bewusst darauf verzichtet, die Stücke einzeln zu beschreiben - das muss man hören. Los, ich möchte diese Jungs hier gern live sehen, und das passiert nur, wenn ein Markt da ist - also bitte.
Eins muss ich aber doch erwähnen. Mozarts alten Fetzer Türkischer Marsch als Funk zu beginnen ist schon recht keck, passt aber wie die Faust aufs Auge, und zwischendurch damit fortzufahren, um unversehens in einer reinen Ethnoweise zu landen, die durch die Heavy-Gitarre voranzutreiben, die liebliche Geige übernehmen zu lassen, und dann die Dombra zu benutzen, um alles wieder zur Melodie zurückzuführen, hat Klasse, Schwung und Humor. Und so ist das alles hier - etwas abseits vom Einerlei, aber eben nicht so sehr, dass man es gar nicht erkennt.
Am allernächsten kommt "Two Warriors" vielleicht den Instrumentalwerken von SKY - und das ist ein großes Kompliment. Weniger nahe liegen etwa SKYCLAD oder APOCALYPTICA, weil ULYTAU nicht so heavy ist. Anhören!!!

Wiki hilf: "Die Dombra (persisch ?Dutar, "Instrument mit zwei Saiten") ist ein weit verbreitetes Zupfinstrument der Volksmusik in mehreren zentralasiatischen Staaten. Das Aussehen ähnelt entfernt der türkischen Saz: Ein relativ kleiner ovaler Resonanzkörper mit einem langen Hals. Die Dombra hat zwei Saiten, ursprünglich waren sie aus Darm, heute werden meistens Nylonsaiten verwendet. Es gibt zwei Varianten: die kasachische mit Bünden und die usbekische ohne Bünde.
Die Dombra ist ein traditionelles Instrument in Kasachstan (Dombura), Usbekistan (Dutar), Badachschan (Dambura) und Kirgisistan und gilt teilweise als nationales Symbol. Der kasachische Dichter Abai Qunanbajuly, der großen Anteil an der Entwicklung des Kasachischen zur Schriftsprache hatte, wird oft mit einer Dombra im Arm gezeigt. Das Instrument wird solo gespielt, zur Gesangsbegleitung und in der Volkstanzmusik.
Es gibt in anderen zentralasiatischen Ländern eine Reihe von Instrumenten, die dem hier beschriebenen weitgehend gleichen, wie die Dutar in Afghanistan oder die Dombura in Turkmenistan oder Tadschikistan."
Wie das klingt, wenn man die Dombra in wirklich volkstümlicher Weise solo spielt, kann man von Yerboli Ahmedhan hier hören: www.myspace.cn/yerboli

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 21.07.2009

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