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| Move, Essential Records/Sony Music, 2010 |
| Mac Powell |
Vocals |
| Mark Lee |
Guitar, Mandolin, Resonator Guitar, Banjo, Weissenborn |
| Tai Anderson |
Bass |
| David Carr |
Drums |
| Gäste: |
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| Scotty Wilbanks |
Piano, B3, Wurlitzer, Clavinet |
| Paul Moak |
Piano, B3, Pedalsteel, Mellotron, Chamberlin, Harmonica, Background Vocals |
| Will Sayles |
Percussion |
| u.v.a. |
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| Produziert von: Paul Moak |
Länge: 48 Min 21 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Lift Up Your Face | 7. Gone |
| 2. Make Your Move | 8. What Have You Got To Lose |
| 3. Children Of God | 9. I'll Be Your Miracle |
| 4. Surrender | 10. Everywhere You Go |
| 5. Trust In Jesus | 11. Sound Of Your Voice |
| 6. Follow Me There | 12. Don't Give Up Hope |
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THIRD DAY ist eine Maschine. Eine seit beinahe 15 Jahren verdammt gut funktionierende Maschine. Manni Hörstmann, die 2009 verstorbene Edelfeder unseres Magazins, sagte im Grunde mit der Besprechung der letzten Studio-CD "Revelation" alles. Das nachfolgende Live-Produkt bestätigte sämtliche Annahmen und Verdachtsmomente: THIRD DAY ist eine Opportunistenband, eine christliche. Das ist gar nicht mal böse gemeint, die Herrschaften haben gewaltigen Erfolg - und sind deswegen im Recht. Erfolg wird auch das 11. Studioalbum, "Move" getauft, haben. Über den Weg zum Erfolg kann man allerdings nachdenken.
Mit "Move" ist THIRD DAY endgültig im Circuit des Classic-Rock-Mainstream angekommen und wird sich künftig mit Leuten wie LYNYRD SKYNYRD oder Bob Seger um das mittelalte Mittelklassepublikum balgen. Oder gemeinsam auf Tour gehen. Das gilt auch optisch, denn das hübsche, wenngleich für Kurzsichtige kaum lesbare Booklet ist komplett im Retro-Style.
Hatte man auf früheren CDs noch geringe Anklänge an so "aufmüpfige" Kapellen wie NICKELBACK vernommen, ist bei "Move" jedwede NuRock-Anwandlung verschwunden. "Move" ist ein so derartig auf den Kundengeschmack zugeschnittenes Produkt, dass man manchmal schaudert, manchmal aber auch grinsen muss, wenn beispielsweise im sehr schönen Surrender plötzlich eine Keyboardpassage von LED ZEPPELIN notengetreu zitiert wird. Ausgerechnet ZEP, diese bösen Satanisten.
THIRD DAY ist natürlich etwa so böse wie BON JOVI im Tiefschlaf, aber neben all den lobpreisenden Halleluja-Texten haben die vier Heilsbringer aus Georgia eben auch ihre Rock-Lektion perfekt erlernt. Das geht so weit, dass sich besagte LYNYRD SKYNYRD vorwerfen lassen müssen, einen Song wie Gone nicht selbst geschrieben zu haben. Richtig gut, das. Und erst die Produktion. Mit den sicherlich ganz wenigen Talern aus dem Klingelbeutel der letzten CDs und Tourneen haben sich THIRD DAY ein eigenes Studio in Atlanta eingerichtet und für das erste dort aufgenommene Album den im christlichen Bereich bekannten Produzenten Paul Moak plus eine Schar Gäste wie THE BLIND BOYS OF ALABAMA engagiert.
"Move" klingt gut, perfekt sogar, unheimlich organisch und mit einer klanglichen Bandbreite ausgestattet, die so vielen auf Handyqualität komprimierten ProTools-Produktionen heutzutage fehlt. Wenn sich nun die Band noch an ihren eigenen Song Don't Give Up Hope halten würde und nach dem Break in der Mitte einen richtig geilen Southern-Jam anstatt dem kontrollierten Ausstieg abliefern würde… "Move" wäre ein Top-Album. Aber die fünf Sekunden mit heftiger Gitarre und dem kleinen Boogie-Pianosolo werden dann doch wieder vom biederen Autoverkäuferrock mit Worship-Chören abgelöst. Mensch, die hätten es doch drauf, aus so einer Nummer eine wenigstens fünfminütige Südstaaten-Abfahrt mit richtig Schmackes zu machen.
Zugute halten muss man THIRD DAY, dass all die vom Glauben geprägten Texte nie wirklich enervieren. Letztlich steht dann doch meist die Musik im Vordergrund, die auch nie ernsthaft nervt. Man wünscht sich aber sehnlich mehr Songs wie das von einem richtigen Riff, einer sauberen Slide und einer feisten Hammond zum Schlagzeugshuffle begleitete Make Your Move.
Wir wollen hier auf keinen Fall Drogenmissbrauch propagieren, aber drei, vier anständige bayerische Weißbiere würden diese Kerle schon auf Trab bringen. Hierzulande sitzt der Pfarrer, wenn er ein guter ist, nach seiner Sonntagspredigt mit den Bauern am Stammtisch, trinkt ein paar Bierchen und isst Schweinebraten mit Knödel. Sauber rumgeflucht darf dabei auch werden. Das müssen die amerikanischen Saubermänner noch lernen.
Ansonsten: Feines Album, leider ohne Dreck unter den Fingernägeln.
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