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| No Time For Later, Edel Records/Bumstead Productions, 2008 |
| Colin MacDonald |
Lead Vocals, Guitars, Keyboards |
| John-Angus MacDonald |
Guitars, Vocals |
| Jack Syperek |
Bass, Vocals |
| Sean Dalton |
Drums, Vocals |
| Gäste: |
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| Liam O'Neil |
Hammond B3 Organ, Piano |
| Darius Kaufmann |
Bagpipes (I Can't Stop Laughing) |
| Produziert von: Gus Van Go & Werner F |
Länge: 49 Min 27 Sek |
Medium: CD |
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| 1. No Time For Later | 8. Hold Me In Your Arms |
| 2. Dark Highway | 9. Gun Control |
| 3. Be Love | 10. Will You Wash Away |
| 4. I Feel The Rain | 11. End Of The Line |
| 5. Paranoid Freak | 12. Burning Wheels |
| 6. I Can't Stop Laughing | 13. Ocean's End |
| 7. Man Of Two Minds | |
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THE TREWS sind jetzt bei einer großen Plattenfirma. Das haben sie verdient. Warum man aber auf keiner einzigen Internetseite dieser großen Plattenfirma den Namen THE TREWS finden kann, ist bestimmt Betriebsgeheimnis. Und damit sind wir beim Kernpunkt allen Übels:
Da schnappt sich ein internationaler Konzern eine lässige Rockband, bezeichnet sie kurzerhand als "Modern Rock" - und weiß letztendlich überhaupt nichts damit anzufangen. Leute, Modern Rock sind THE TREWS genau überhaupt nicht! Außer, und das wäre dann ein genialer Marketingtrick, man beginnt im Herbst 2008 damit, den Leuten am Heimempfänger archetypische Rockmusik als nigelnagelneue Erfindung zu verkaufen. Geht's denn noch? Der zuständige Manager-Knabe soll sich mal umdrehen, dann sieht man garantiert den Abdruck seines Schulranzens hinten auf dem Sakko. Wenn schon Schulranzen, dann bitte den von Angus Young, der trägt ihn nämlich mit Grandezza. Hätte dieses Mahnmal einer unbekannten Plattenfirmenführungsfachkraft einfach nur unser Interview mit den Brüdern MacDonald gelesen, dann wüsste er, was die Band selbst über ihre Musik sagt: "… als Band sind wir natürlich stark vom 60er und 70er Rock'n'Roll inspiriert, auch von manchen Sachen aus den frühen 90ern und natürlich die ganzen Großen wie die BEATLES und STONES. Uns gefallen auch R.E.M. und OASIS sehr gut, die ja zu den größten Bands gehörten, als wir anfingen…" (ca. 1998). So viel zum Thema Modern Rock.
Nachdem das letzte Album "Den Of Thieves" vom Stadionrock-Großmeister Jack Douglas produziert wurde, gingen THE TREWS diesmal einen kleinen Schritt zurück und wählten die jüngeren und vermutlich kostengünstigeren New Yorker Gus Van Go und Werner F als Knöpfchendreher. Besonders großartig hat sich das nicht ausgewirkt, schließlich bezeichnet Herr Van Go Namen als seine Einflüsse, die nicht weit entfernt sind vom Schaffen des Jack Douglas, außer vielleicht der Hip-Hop-Mogul Timbaland. Klar, "No Time For Later" ist nicht so opulent ausgefallen wie "Den Of Thieves", aber auch das kündigte Colin MacDonald im Oktober 2007 bereits an: "… werden wir auf dem kommenden Album auch wieder zu einfacheren Arrangements zurückgehen." Er wusste das natürlich seinerzeit bereits, denn "No Time For Later" war da längst im Kasten und erschien zuhause in Kanada schon Anfang 2008. Die musikalische Zeitverschiebung zwischen der Alten und der Neuen Welt beträgt immer noch 9 Monate, speziell wenn große Firmen am Rad drehen.
Stürmisch agieren THE TREWS nach wie vor, frisch und agil klingen sie, was wohl auch an der nicht gerade hyperaktiven Arbeitsweise der Band liegt. Da wurden im zurückliegenden Jahr zwar eine Menge Konzerte in Kanada und den USA gespielt, aber nur drei CD-Veröffentlichungen in einem guten Jahrzehnt schützen vor dem kreativen Burnout. Außerdem haben sich THE TREWS einer altersresistenten Musik verschrieben, die für alle Ewigkeiten modern sein wird [ah, vielleicht deswegen Modern Rock?] und problemlos alle Altersklassen ansprechen sollte. Ob es nun schwer riffende Hardrocker sind (was soll wohl am Dark Highway düster sein?), oder flotte Powerpop-Hymnen wie I Can't Stop Laughing, "No Time For Later" ist eine fröhliche CD mit einem enormen Wohlfühlfaktor.
THE TREWS haben sich nicht nur produktionstechnisch konsolidiert, auch im Songwriting scheint ein wenig aufgeräumt worden zu sein. Die auf "Den Of Thieves" öfter hörbare Nähe zu den BLACK CROWES ist weitgehend gewichen und AEROSMITH sind als Inspirationsquelle auf dem Wertstoffhof gelandet. Zwei Namen werden die Band aber bis zu ihrem Ende begleiten: Natürlich die BEATLES, deren Melodienfundus zwar ohnehin nahezu jede Band ausstattet, aber die TREWS kommen im Gegensatz zu vielen anderen erfreulicherweise um Plagiate weitgehend herum. Man höre beispielsweise die Gitarre am Schluss von Ocean's End. Der zweite Name ist Frankie Miller. Colin MacDonald hat nun mal eine Stimme, die häufig an den tragischen Schotten erinnert, und er setzt sie im richtigen Moment richtig ein. Eine von der Orgel angetriebene Ballade wie I Feel The Rain hätte Miller dringend gebraucht, um wenigstens noch ein paar Euro bzw. Pfund auf der hohen Kante zu haben. Jimmy Barnes hin, QUIREBOYS her, Colin MacDonald hat bewusst oder unbewusst eindeutig den direkten Platz neben Frankie Miller eingenommen.
Bei den härter schuftenden Songs wie Hold Me In Your Arms oder Gun Control darf man gerne an Danny Bowes und THUNDER denken, also noch ein europäischer Ball im Spiel.
Die einzige nennenswerte Rüge muss man "No Time For Later" für den Song Will You Wash Away erteilen. Das ist einfach zu glatt und stromlinienförmig und an die späten R.E.M. erinnernd. THE TREWS dürfen gerne vielen Leuten gefallen, zu Schwiegermamas Liebling müssen sie sich deswegen nicht machen.
13 Songs, maximal zwei überflüssige, wundervoll zeitgemäße und -lose Rockmusik, fetzige und geschmackvolle Gesangsarrangements, John-Angus MacDonald als unaufdringlicher Gitarrenheld, eine gut und leichtgängig arbeitende Rhythmusgruppe, wenigstens drei potentielle Hitkandidaten, das expediert "No Time For Later" in den Jahrescharts weit nach oben. "It's time to hit the road", singen sie im Titelsong. Korrekt.
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