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The Bitter Twins

Global Panic!

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Wild Kingdom
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All Music Guide (englisch)

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Global Panic!
Global Panic!, Wild Kingdom/Rough Trade, 2009
Sulo Lead Vocals & Guitars
Anders Boba Lindström Guitars & Piano
Anders Hernestam Drums, Percussion & Melodica
Stefan Björk & Thomas Hultkranz Bass
Micke Rip, Mattias Bärjed, Niko Röhlke & Brian Robertson Guitars
The Duke of Honk Moog, Piano & Clavinet
Magic, Ceasar, Magnus & Anna Horns
Viktor, Goran & Gustav Horns
Ola Nyström Slide Guitar
Winston Percussion
Olssons Gosskör, Macke Karlsson Backing Vocals
Gaffaman Organ, Piano & Syntheffects
Martin Bettancourt Spanish Voice
Papa Dee Toast & Backing Vocals
Nicke Andersson Guitars & Backing Vocals
Magnus Carlson Lead & Backing Vocals
Jugglo Percussion, Guitars & Thermion
Whales Toast
Produziert von: Jörgen Jugglo Wall Länge: 36 Min 47 Sek Medium: CD
1. Virtue & The Thief6. Don't Hold Back
2. Riot Club7. Liberation Avenue
3. Global Panic8. No Sister Of Mercy
4. Goodbye Vindication9. Rock Solid Core
5. Right This Time10. Independent Rhyme

Supergroup, Supergroup, trallala… Was für eine Sensation, Sulo und Boba machen zusammen Musik, das gab es ja noch, ähm, nie. Diesmal nennen sie sich THE BITTER TWINS, was schon mal grundsätzlich humorig ist. Aber, und das ist die eigentliche Überraschung, "Global Panic!" (zweite Humorattacke) ist weder Solo-Sulo noch ein DIAMOND DOGS-Plagiat noch ein Winkewinke an die HELLACOPTERS, die beiden Schweden haben sich etwas ganz neues Altes einfallen lassen, sie haben nämlich in britischen und manchmal auch amerikanischen Hoheitsgewässern gefischt und dabei ein paar ziemlich dicke, ergo mindestens 30 Jahre alte Karpfen an Land gezogen. Halt, der Karpfen schwimmt nicht im Meer, es könnten auch Seeteufel sein.

Nichts, wirklich gar nichts ist an "Global Panic!" progressiv, selbst das Booklet mit der Zeitungswerbung hat man in dieser Art schon gesehen - trotzdem witzig gemacht. Die reichlich lange Liste der mitwirkenden Musiker taugt auch nicht für "Jugend forscht", da tauchen die generell verdächtigen Kameraden auf, von Henrik 'Honk' Widén - dem verehrungswürdigen Duke of Honk - zu Nicke Andersson (HELLACOPTERS) und der halben schwedischen Lokalprominenz bis zu Brian Robertson, der auf Don't Hold Back ein klassisches Robertson-Solo spielt. Dauert etwa 10 Sekunden. Alles höchst innovativ also.
Zum mitlesen: "Global Panic!" wird ganz bestimmt kein Chartbreaker, das haben Sulo und Boba sicherlich auch nicht geplant, die zwei wollten schlicht und einfach ein kleines Album mit Freunden, Bekannten und Robbo machen, weil sich ein Stapel Songs angesammelt hatte, der nicht zu den hauptberuflichen und sonstigen Aktivitäten passte. So muss das Projekt BITTER TWINS zustande gekommen sein. Mal wieder eine vergnügliche Zeit im Studio erleben, Spaß haben, eventuell ein paar Bierchen trinken und der Welt dann eine CD vererben. Wer sie außerhalb von Schweden kauft? Who cares. Die Hardcore-Fans natürlich sowieso, und darüber hinaus möglicherweise noch ein paar Zufallstreffer. Eine Tour ist eher unwahrscheinlich, man muss sich vielmehr an die toleranten Fans von Ian Hunter, THE CLASH und - Obacht! - UB40 wenden, weil die mit der Panikattacke vermutlich am meisten anfangen können. Und dann kämen noch diejenigen in Frage, die sich an die J. GEILS BAND erinnern können. Erstaunlich, wie nah manche Songs, oder Teile davon, an den Bostonern (die sie ursprünglich gar nicht waren) dran sind. Speziell die Zeit ab "Sanctuary" von 1979 bringt Sulo als Songwriter auf "Global Panic!" immer wieder geschickt unter.
Boogie und hemmungslosen Rock & Roll sucht man vergebens, dafür gibt es herzerfrischenden Retro-Pop, Reggae- und Pub-Rock mit etlichen Aufsehen erregenden Momenten, speziell von Boba an der Gitarre beigetragen.

Sulo erscheint einem immer mehr wie der schwedische Campino. Ein kluger Typ, der viel mehr als Punk (Campino) und Boogie (Sulo) kann. Der Reichtum unterscheidet sie, dafür fällt Sulo nicht mit unsinnigen Auftritten in Talkshows auf (wir haben uns das aus Schweden bestätigen lassen) und verbreitet lieber mit einem Augenzwinkern globale Panik als superschlaue Kommentare zu allen möglichen Themen bei ARD und ZDF abzugeben.
Eine sympathische Platte von sympathischen Musikern, die ohne Anspruch auf Klassikerstatus einfach tun was sie wollen. Recht so.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 12.06.2009

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