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Switchfoot

Vice Verses

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Atlantic Records
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Vice Verses
Vice Verses, Atlantic Records, 2011
Chad Butler Drums
Jerome Fontamillas Guitar, Keyboards
Jon Foreman Vocals, Guitar
Tim Foreman Bass
Andrew Shirley Guitar
Gäste:
John O'Brien Programmings
Sara Watkins Violin
Produziert von: Neal Avron Länge: 52 Min 35 Sek Medium: CD
1. Afterlife7. Thrive
2. The Original8. Dark Horses
3. The War Inside 9. Souvenirs
4. Restless10. Rise Above It
5. Blinding Light11. Vice Verses
6. Selling The News12. Where I Belong

So und nur so kann das neuste Werk der amerikanischen Band SWITCHFOOT aufhören. Es gab und gibt keine andere Möglichkeit. Hätte Where I Belong so nicht geklungen, "Vice Verses" wäre nicht das perfekte Alternative Rock Album geworden, dass es geworden ist.

Sorry, dass ich beim letzten Song anfange, aber dieser zieht mich dermaßen in seinen Bann, wie ich es schon lange nicht mehr mit einem Lied erlebt habe. Ich weiß nicht, was es ist, aber Where I Belong hat etwas, das erstaunt, das mitreißt, begeistert und zu Tränen rührt. Dieser Refrain, dieser Mitsingpart, Songaufbau, Melodie, … - es stimmt einfach alles.

Und die anderen 11 Songs? Die können auch auf der ganzen Länge punkten. War ich vom Vorgängeralbum "Hello Hurricane" schon sehr angetan, muss ich sagen, dass den Amis mit ihrem insgesamt achten Dreher noch eine weitere Steigerung gelungen ist. Und wie bei der letzten Review schon geschrieben, sollten hier die Jungs von U2 mal ein Ohr riskieren, damit sie wissen, wie ein durchdachtes, organisches Rockalbum zu klingen hat. Schon der Einstieg mit Afterlife, einem Song über die Vergänglichkeit, The Original und The War Inside lässt Freunde von COLDPLAY , FOO FIGHTERS, RADIOHEAD und U2 das Wasser im Munde zusammenlaufen. Würden sich diese Bands zusammentun, heraus käme wahrscheinlich genau dieses Album - und nach wie vor habe ich keine Ahnung, was sich bei den Jungs zu Hause im CD-Player dreht. Mit Restless, Blinding Light, Thrive und Vice Verses wird zwischen den Rockern immer mal wieder das Tempo rausgenommen, damit die rockenden Nummer noch besser zur Geltung kommen.

Ein Experiment haben SWITCHFOOT mit Selling The News gestartet. Einer Nummer, die ihre Basis im Rhythmus des Hip Hop hat, dabei aber nicht verlernt zu rocken. Für Drummer Chad Butler ist es die Nummer die eine kleine Hommage an die Bands ist, mit denen sie groß geworden sind. Geschrieben, wie fast alle Nummern, von Sänger Jon, der laut Chad "ein Schlagzeuger gefangen im Körper eines Sängers und Gitarristen" ist. Anders sei es nicht zu erklären, das bei seinen Stücken Beat und Gesang so perfekt harmonieren.

Der Titeltrack übrigens war schon für die Vorgängerscheibe fertig geschrieben, konnte dann aber im Gesamtkontext nicht punkten und stand somit als erstes Lied für das aktuelle Album fest. Vielleicht war das auch der Grund, warum man im Mai letzten Jahres schon die vage Behauptung aufgestellt hatte, dass man zum Jahresende die nächste CD in die Shops wuchtet. Hat nicht geklappt, ist aber nicht schlimm, denn so konnte "Vice Verses" reifen und zu dem werden was es geworden ist.

Schaut man sich auf YouTube das Video der Listening Session an, kann man miterleben, wie begeistert die Jungs selbst von ihrem neuesten Baby sind. Auf Anhieb konnte "Vice Verses" Platz 10 der US-Charts ergattern. Das dürfte ihnen bei uns schwer fallen, aber vielleicht bekommen sie ja doch den ein oder anderen Zuhörer auf ihrer Deutschland Tournee vor die Bühne. Lohnen wird es sich auf alle Fälle.

Textlich befasst sich das Quintett wieder mit vielen Fragen, die das Leben so stellt. Z. B. ob ein pulsierender Körper auch grundsätzlich bedeutet, dass man lebt? Die Antwort dazu gibt vielleicht Thrive.

Von mir gibt's für dieses Album beide hochgestellten Daumen und eine absolute Kaufempfehlung. Gebt SWITCHFOOT eine Chance, damit ihre Fanbase nicht nur in den Staaten, sondern auch bei uns im guten alten Europa wächst.

Livetermine:
So., 13.11.2011 - Köln / Live Music Hall
Di., 15.11.2011 - Hamburg / Große Freiheit
Mi., 16.11.2011 - Berlin / C-Club
Do., 17.11.2011 - Gießen / Hessenhallen
Fr., 18.11.2011 - Mannheim / Alte Feuerwache
So., 20.11.2011 - Zürich / Volkshaus

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 18.10.2011


 
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