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| Tardigrade, Galileo Records/ProgRock Records, 2008 |
| Daniel Fäldt |
Vocals |
| Jonas Hallberg |
Guitars, Percussion |
| Mattias Jarlhed |
Drums, Backing Vocals |
| Stefan Renström |
Bass, Keyboards |
| Magnus Paulsson |
Keyboards |
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Länge: 74 Min 08 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Suddenly The Rain | 6. Your Future |
| 2. Tardigrade | 7. Strawberry Jam |
| 3. The Chosen One | 8. Circles End |
| 4. Moon Mountain | 9. Brother Where You Bound? |
| 5. As The River Runs | 10. Beautiful New Day |
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Im Prog-Sektor scheint der Markt vor lauter kleiner Labels nur so zu strotzen. Und ist der eine alleine zu schwach, um überregional für Aufsehen zu sorgen, tut man sich eben mit einem anderen adäquaten Partner zusammen. Das kann eigentlich nur Vorteile haben. So geschehen zu Beginn des laufenden Jahres 2008, als sich Shawn Gordon (ProgRock Records) aus den USA und Patrick Becker (Galileo Records) aus der Schweiz für einen Zusammenschluss entschieden. Die Vertriebswege für ihre Labels mögen mittels SPV spektakulärer sein.
Das alles funktioniert allerdings nur, wenn auch der gebotene Inhalt den Absichten gerecht wird, denn nur ein Schulterschluss alleine verkauft ganz sicher nicht mehr Platten.
Hören wir uns die neue Scheibe von SIMON SAYS genau an. Bereits vor 6 Jahren, im Jahr 2002, hagelte es durchaus ansprechende Kritiken für die Scheibe "Paradise Square". An sich eine lange Zeit, damit sich eine Formation weiter entwickeln kann. Ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ob man beim neuesten Werk der Skandinavier von einer großen Veränderung sprechen kann.
Die Scheibe ist symphonisch und, wie im klassischen Prog üblich, von Synthie-Sounds nur so durchtränkt. Die Tasten bieten die unterschiedlichsten Facetten, doch bei solch einem intensiven Einsatz der Mellotrons, verbunden mit teilweise theatralischem Gesang, kommt der große Name GENESIS dann doch ganz schnell aufs Tablett. "Tardigrade" lebt sicher von seinen Longtracks, wobei das ca. 26-minütige Brother Where You Bound, wie zu erwarten, die größte Herausforderung darstellt.
Dabei startet "Tardigrade" wirklich rockig und groovig, mit Gesangsharmonien, die zwar nicht so markant wie einst von Peter Gabriel daher kommen, aber dennoch an große Zeiten des Progressive Rock erinnern. Tragende und schwebende Synthies, kernige und satte Orgeln sowie drückende Schlagzeugelemente bestimmen den Sound. Hin und wieder ein Gimmick eingebaut und wir hören für meinen Geschmack sehr originelle Musik. Seine Solo-Parts erhält zudem Gitarrist Jonas Hallberg, der sich trotz übermächtiger Tasten immer wieder gut in Szene setzen kann. Respekt!
Im weiteren Verlauf wissen der Titelsong als auch das folgende The Chosen One zu gefallen. Dabei kann man feststellen, dass die Band selten schwerfällig wirkt. Die gespielten Rhythmen von Mattias Jarlhed auf den Drums klingen recht locker. SIMON SAYS setzen bei letzterem allerdings auch auf modernere Technik. Dazu gelingt es dem Quintett durchaus, Abwechslung ins Spiel zu bringen. Nun mögen die eher klassisch angehauchten, im Ansatz südländischen Läufe auf der Akustikgitarre in Moon Mountain nicht bahnbrechend sein, so muss hier angemerkt werden, dass es sich angeblich um ein Konzeptalbum handelt. Wer weiß schon, wann SIMON SAYS ihren Namenspatron zu Grabe tragen. Wahrscheinlich kann dieses Maskottchen noch mehrere Male als angeblicher Ideengeber herhalten. Denn dieses Album kann man, wie den Vorgänger auch, ohne besonderen thematischen Zusammenhang hören und verstehen.
Zwischendrin erzeugt die Band Melancholie. Eine große Palette an elektronischen Klängen, in einem "vintage" Gewand, zeitweise melodiös und eingängig, und dann doch verquer und sperrig. Bestes Beispiel hierfür ist As The River Suns. Kann also schon sein, dass SIMON SAYS, genau wie die Kollegen von THE TANGENT, den nach lieblichen Melodien hechelnden Fan vor eine echte Herausforderung stellen.
Ziehen wir beim Durchlaufen des zu Beginn geschilderten Brother Where You Bound das Fazit: SIMON SAYS klingen immer noch wie GENESIS und sind ohne Frage auch eine moderne Empfehlung für YES-Freaks. Man muss allerdings wegen der Komplexität der Kompositionen bereit sein, etwas mehr Zeit als üblich zu investieren. Die Schweden machen es einem nicht zu schwer, was den klassischen Prog-Fan dazu veranlassen könnte, ganz leicht die Nase zu rümpfen. Wer aber auf die genannten Prog-Götter steht, sollte unbedingt ein bis zwei Ohren riskieren. Neben dem neuesten Output von VERSUS X für mich ein Tipp!
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