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| Playgrounds, InsideOut Music/SPV, 2008 |
| Arno Menses |
Vocals |
| Markus Steffen |
Guitars |
| Oliver Holzwarth |
Bass |
| Alex Holzwarth |
Drums |
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Länge: 69 Min 49 Sek |
Medium: CD |
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| 1. When Alpha And Omega Collide | 6. These Empty Places |
| 2. Tidal | 7. Duende |
| 3. Unbreakable | 8. Paramount |
| 4. The Waking Hours | 9. The Lonely Views Of Condors |
| 5. Iconic | 10. The Weight |
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Es scheint so, als sei die Zeit für die Münchener Formation SIEGES EVEN erst jetzt richtig gekommen. Bedenkt man, dass die Gruppe sich bereits in den 80er-Jahren gegründet hatte und mit "Life Cycle" 1988 einen ersten offiziellen Longplayer einspielte, so verwundert es ob der gebotenen musikalischen Leistung im Jahr 2008, dass SIEGES EVEN erst seit ca. 3 Jahren im Inbegriff sind, mehr und mehr auf sich aufmerksam zu machen. Denn im Jahr 2005 veröffentlichten SIEGES EVEN mit "The Art Of Navigating By The Stars" ein Hammer-Album. Doch bis es dazu kam, ereigneten sich in der langen Bandgeschichte einige Hochs und Tiefs, verbunden mit Wechseln in der Besetzung und auch Namensänderungen.
Die Gruppe zeigte musikalisch eigentlich schon immer, dass sie weit oben anzusiedeln ist, überzeugte die Szene stets mit äußerst komplexen Kompositionen und machte einen Spagat zwischen absoluter Härte und sanfteren Tönen. Mit dem 1997 erschienenen "Uneven" gingen die Lichter unter dem Banner SIEGES EVEN für knapp 8 Jahre aus, die Wechsel im Line-up führten sogar dazu, dass man sich zwischenzeitlich LOOKING GLASSELF und VAL PARAISO nannte. Doch mit Leadsänger Arno Menses, der übrigens ein weiteres feines Projekt namens BONEBAG pflegt, wurde die Wiedergeburt eingeläutet und "The Art Of Navigating By The Stars" veröffentlicht. 2 Jahre später wurden wir Zeuge einer weiteren sehr guten Scheibe mit dem Titel "Paramount". SIEGES EVEN sind noch immer vertrackt, wirken allerdings an vielen Stellen melodiöser und erlauben somit auch einer größeren Schar an Musikbegeisterten einen Zugang zu ihrer Musik.
Nun sind die Musiker endlich in der Lage, ein eigenes Live-Album auf den Markt zu bringen. "Playgrounds" bietet allerdings kein Best-of einer langen Laufbahn, sondern blendet die frühere Vergangenheit, bis auf lediglich 2 Tracks, aus. Nur The Waking Hours und These Empty Places kommen vom 91er-Werk "A Sense Of Change", der Rest stammt von den beiden letzten Studio-Outputs. Auf der anderen Seite hätte das bestehende Songmaterial wohl auch für eine Doppel-Live ausgereicht, was letztlich dann aber auch eine Frage des zur Verfügung stehenden Budgets sein dürfte. Also erhalten wir die modernen und derzeit aktuellen SIEGES EVEN live in Concert, genau so, wie wir sie zurzeit auf den Bühnen erleben dürfen. Kein Wunder, dass sie auch anlässlich der diesjährigen "Night Of The Prog" (18.-20.07.2008) auf der Loreley gebucht wurden, denn genau dort gehören sie als eines der derzeit progressiven deutschen Aushängeschilder hin. Verschweigen wollen wir zudem den Support für die AOR-Götter JOURNEY nicht.
Wer sich mit der Band unlängst beschäftigt hat, wird nicht weiter darüber verwundert sein, dass die Jungs immer in der Lage sind, ihre Stücke druckvoll und mit absolutem Wiedererkennungswert darzubieten. In der Abfolge der Songs haben sie ihr 2005er-Konzeptwerk auseinander gerissen, und doch wirken sie bei der Zelebrierung von Unbreakable wie aus einem Guss.
Es war nicht anders zu erwarten, dass SIEGES EVEN ihre aktuellen Konzerte mit When Alpha And Omega Collide von "Paramount" eröffnen, und sie können von ihren letzten beiden Alben alles miteinander kombinieren, alles sitzt, wackelt und hat keine Luft. Perfekt! Zusätzlich setzt das Quartett live auf ein paar Einspielungen aus dem Pult, die aber genauestens platziert wurden und so für den harmonischen Ablauf der Stücke unabdingbar erscheinen. Deswegen kann und darf man dies nicht einfach nur als technische Unterstützung abtun, sondern vielmehr hat man sich Gedanken darüber gemacht, wie man dem Publikum möglichst die besten Resultate verabreicht.
Die Gäste und Zeugen des Auftritts scheinen ohnehin sehr zahlreich vertreten zu sein, die Pausen zwischen den Tracks vermitteln den Eindruck eines großen Acts. Da fallen dann die einzigen und kleinen Schwächen auf. Arno Menses kommt gesangstechnisch sicher und selbstbewusst an, ein wenig Animation dürfte von daher zukünftig für die Unterhaltung zwischendurch kein Problem darstellen. So aber wirken die Ansagen der einzelnen Nummern eben progressiv bieder und leider nicht mitreißend. Aber was soll es, der Rest und somit das Wichtigste, nämlich die Musik, kommt überwiegend famos aus den Boxen. Live sind SIEGES EVEN ein wenig härter als derzeit im Studio, sie erscheinen spielfreudig, technisch überzeugend und beweisen, dass sie zu Recht seit langem mit zum Besten in deutschen Landen gezählt werden, was der Prog zu bieten hat.
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